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Das Haus Rosenwinkel in Bad Tölz.

Haus Rosenwinkel

Zurück in ein normales Leben

Für Menschen mit einer psychischen Erkrankung ist es oft nicht leicht, den Alltag zu meistern. Hilfe bekommen sie im Haus Rosenwinkel in Bad Tölz.

Bad Tölz – Den Bewohnern alles, was zu einem ganz normalen Leben gehört, möglich zu machen: Das ist das Ziel von Haus Rosenwinkel im Badeteil von Bad Tölz. Seit 1999 bietet die Einrichtung sozialtherapeutisches Wohnen für Menschen mit einer psychischen Erkrankung.

„Für die meisten ist das hier ihr zu Hause. Viele können sich ein Leben woanders nicht mehr vorstellen“, sagt Dorothea Fink. Die Einrichtungsleiterin kann auf ein „multiprofessionelles“ Team aus Pädagogen, Pflegekräften und Therapeuten zurückgreifen. Jeder Bewohner hat eine eigene Bezugsperson.

52 Klienten zwischen 20 und 72 Jahren wohnen derzeit verteilt auf drei Einheiten: dem Haupt- und einem Nebengebäude sowie einem Apartmenthaus.

Zurück im Leben: Ralf Sopper. Bei einer Krise ist jederzeit ein Ansprechpartner vor Ort. Foto: Pröhl

Einer dieser Bewohner ist Ralf Sopper. 1991 hatte er nach einem Disco-Besuch einen schweren Autounfall. Die Folge: ein Schädel-Hirn-Trauma mit Gehirn-Blutungen. Seit 2009 lebt er im Haus Rosenwinkel, einer Einrichtung des Verbunds ReAL Isarwinkel, wobei die Abkürzung für die drei Worte „Rehabilitation“, „Arbeit“ und „Leben“ stehen. Der 43-Jährige blickt nach einer Vielzahl von Psychosen auf eine Odyssee aus unzähligen Krankenhaus- und Psychiatrie-Aufenthalten zurück: etwa 30 Mal wurde er in verschiedenen Einrichtungen stationär behandelt. Jahrelang fühlte er sich missverstanden und allein gelassen. Erst in Bad Tölz kam er zur Ruhe. „Seitdem ich hier bin, habe ich mich total positiv entwickelt“, erzählt Sopper. Besonders Josefine Rost, seine Betreuerin und Bezugsperson, aber auch Einrichtungsleiterin Fink helfen ihm immer wieder aus schwierigen Phasen. „Die zwei kümmern sich so toll um mich. Jeden Tag werde ich gefragt, wie es mir geht.“ Sogar sein Lachen hat Sopper wiedergefunden. „Es ist gut, dass ich hierher gekommen bin“, freut sich der 43-Jährige. „Ich bin stolz darauf, hier zu wohnen.“

Die Bewohner der Einrichtung können ein vielfältiges Angebot an Therapien in Anspruch nehmen. Musik, Kunst oder Sport helfen dabei, ein wichtiges Ziel des Rosenwinkels zu erreichen: den Alltag zu stabilisieren.

Die Wochenpläne werden für jeden Einzelnen individuell zusammengestellt und nach Bedarf auch wieder überarbeitet. „Im Endeffekt kommt es auch auf die Zielplanung an“, erklärt Rost. „Jeder muss sich orientieren, wie und wo es in Zukunft weitergeht.“

Im Wochenplan von Sopper steht unter anderem Yoga. Das hat ihm in den vergangenen Jahren sogar dabei geholfen, seine linke Hand beinahe vollständig wieder bewegen zu können, nachdem er als Folge des Unfalls eine halbseitige Lähmung erlitten hatte.

Für eine Aufnahme im Rosenwinkel gibt es so etwas wie ein Bewerbungsverfahren. „Wir wollen uns ein Bild von möglichen Bewohnern machen. Das muss für beide Seiten passen“, erklärt Fink. „Bei Bedarf vereinbart man dann auch mal erst ein Probewohnen.“

Langweilig wird einem im Rosenwinkel auf jeden Fall nicht: Billard spielen, einen Film im eigenen kleinen Kino anschauen oder auch mal gemeinsam die Tölzer Löwen anfeuern – die Bewohner haben viele Möglichkeiten. Im Sommer findet regelmäßig sogar eine kleine Olympiade statt. „Ich war schon zwei mal Mister Olympia“, erzählt Sopper stolz.

Ein Blick in die Zukunft bedeutet für den kontaktfreudigen Mann ganz klar: hier bleiben. „Die Leute sind wie eine Familie für mich. Ich kann jedem mit gewissen Einschränkungen den Rosenwinkel nur empfehlen.“

Tamara Scheid

Mehr Informationen:

Auf www-real-isarwinkel.de können Interessierte noch mehr über das Angebot erfahren.

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