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Der Bahnhof gehört seit 2002 dem Tölzer Unternehmer Erwin Fritz. Ihn als Bahnhof zu erhalten, sei übrigens keine Auflage beim Kauf gewesen, sagt Fritz.  

Diskussion in der Stadt

Zustand des Tölzer Bahnhofs: Jetzt spricht der Eigentümer

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Sanierungskonzepte für den Tölzer Bahnhof gab es viele. Getan hat sich in den letzten 16 Jahren nichts. Erwin Fritz, dem das Gebäude seit 2002 gehört, erklärt, warum alles so schwierig ist.

Bad Tölz – Erwin Fritz hat den Artikel aus dem Tölzer Kurier vor sich liegen. Der Inhalt wurmt den Eigentümer des Tölzer Bahnhofs. Die Stadt möge alle rechtlichen Möglichkeiten „bis hin zur Enteignung“ prüfen lassen, um den weiteren Verfall des Bahnhofs zu stoppen, fordern die Stadträte Ingo Mehner und Christof Botzenhart (beide CSU) in einem Antrag. „Die hätten mich vorher auch mal anrufen können“, sagt der Tektogrund-Chef. 2002 hatte er den Bahnhof samt Umgriff von der Deutschen Bahn gekauft – „in einem öffentlichen Bieterverfahren“, wie er betont, und eben nicht im Geheimen an der Stadt vorbei. „Die hätte ja auch ein Gebot abgeben können.“

Was ihm ebenfalls sauer aufstößt, ist, das Wort „marode“ im Zusammenhang mit dem Zustand des Bahnhofs. „Er ist sicher in die Jahre gekommen“, sagt er. „Aber er ist nicht marode.“ Und er betont, dass der Bahnhof für ihn kein Spekulationsobjekt sei. „Mir liegt wirklich was daran.“ Die Sanierung aber ist komplex. Der in den 1920er-Jahren erbaute Bahnhof steht unter Denkmalschutz. Jeder Umbau, jede Renovierungsarbeit muss mit der entsprechenden Behörde abgestimmt werden. Dazu kommen statische Herausforderungen. Fritz möchte im Dachgeschoss Wohnungen einbauen. Allerdings liegt der Boden der Etage nicht auf dem Stockwerk darunter auf, sondern ist praktisch an der Dachkonstruktion aufgehängt. „Wir haben erst einen Statiker finden müssen, der hierfür eine Lösung hat.“ So lange nicht klar war, ob dort Wohnungen entstehen können, sei es nicht möglich gewesen, die Heizungsanlage zu planen. „Momentan hat das Gebäude nämlich drei Anlagen.“ Eine für die Wirtschaft, eine fürs restliche Erdgeschoss und eine für die Wohnungen im ersten Stock.

Im Erdgeschoss wäre es Fritz’ Ziel, „ein Dienstleistungsangebot unterzubringen“. Dazu zählen für ihn eine Gastronomie, ein Kiosk und natürlich der Ticketschalter der Bayerischen Oberlandbahn (BOB). Der ist wie berichtet kürzlich in einen Container auf den Park&Ride-Parkplatz verlegt worden. BOB-Mitarbeiter hatten über fehlende Heizung und Feuchtigkeit im Gebäude geklagt. „Es ist übertrieben, dass die Mietfläche nicht nutzbar wäre“, sagt Fritz.

„Mir dauert das ja auch alles zu lange“

Bei der Planung für das Erdgeschoss wäre es nun hilfreich zu wissen, ob die BOB nach der Sanierung wieder in den Bahnhof zurückziehen würde. Nicht verstehen kann Fritz übrigens, warum sich die Stadt nicht mehr einbringt. Diese betone zwar immer die große Bedeutung der Immobilie, tue aber nichts dafür, um dieser Bedeutung gerade in touristischer Hinsicht auch Rechnung zu tragen. Konkret regt Fritz an, den Schalter der BOB künftig mit zwei Personen zu besetzen – mit einem Mitarbeiter der BOB und einem der Tourist-Info. Es liege doch auf der Hand, dass man die Touristen, die dort ankommen, auch dort betreut. Zudem könnten die beiden Mitarbeiter die Lage auf dem Bahnsteig im Auge behalten und so für mehr Sicherheit und Sauberkeit sorgen.

Als ersten Schritt möchte er nun prüfen lassen, ob Verbesserungen an der Fassade kurzfristig möglich sind, um den optischen Eindruck zu verbessern. Auch Gespräche über eine Zwischennutzung liefen, sagt Fritz. Der eigentliche Bauantrag soll in den kommenden Monaten folgen. „Mir dauert das ja auch alles zu lang“, sagt Fritz.

Von Sanierungskonzepten gehört hat der Stadtrat schon öfter. „Der Eigentümer hat aber trotz wiederholter gegenteiliger Beteuerungen keine Maßnahmen zur Sanierung ergriffen“, heißt es im Antrag der CSU. Mit dem will sich der Stadtrat in seiner Aprilsitzung befassen. 

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