Wann genau ein Corona-Impfstoff verfügbar sein wird, ist noch unklar. Die Landkreise wollen dafür aber gerüstet sein. Bis 15. Dezember muss es in jedem mindestens ein Impfzentrum geben.
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Wann genau ein Corona-Impfstoff verfügbar sein wird, ist noch unklar. Die Landkreise wollen dafür aber gerüstet sein. Bis 15. Dezember muss es in jedem mindestens ein Impfzentrum geben.

Vorbereitungen laufen

Zwei Corona-Impfzentren in Bad Tölz-Wolfratshausen geplant

  • Veronika Ahn-Tauchnitz
    vonVeronika Ahn-Tauchnitz
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Noch gibt es keinen zugelassenen Corona-Impfstoff, doch man rüstet sich für den Tag X. In Bad Tölz-Wolfratshausen wird es voraussichtlich zwei Impfzentren geben.

  • Sobald es einen zugelassenen Impfstoff gegen Covid-19 gibt, sollen in allen Landkreisen Impfzentren den Betrieb aufnehmen.
  • In Bad Tölz-Wolfratshausen plant man mit zwei Impfzentren.
  • Als Standorte sind die beiden Kliniken in Bad Tölz und Wolfratshausen im Gespräch.

Bad Tölz-Wolfratshausen – Die Zeit drängt: Bis zum 15. Dezember, also in knapp einem Monat, muss es in jedem Landkreis mindestens ein Impfzentrum geben. Seit vergangener Woche lägen die entsprechenden Richtlinien vor, sagt Landrat Josef Niedermaier auf Anfrage. „Seitdem führen wir extrem ergebnisoffene Gespräche mit extrem vielen Leuten – von den Kliniken über die Hilfsorganisationen bis hin zu Dienstleistern – und fragen ab, wer das leisten könnte.“

Letztlich werde es vermutlich auf zwei Standorte im Landkreis hinauslaufen. Niedermaiers Wunsch wäre es, dass die Impfzentren an die Kliniken in Wolfratshausen und Bad Tölz angedockt und möglichst in bestehenden Räumlichkeiten eingerichtet werden. „Aber das müssen die Kliniken natürlich auch so sehen“, sagt der Landrat.

Ein Impfzentrum für Bad Tölz-Wolfratshausen wird nicht ausreichen

Räume allein reichen aber nicht aus, es wird einiges an medizinischem Personal notwendig sein. „Es gibt Dienstleister, die das anbieten. Wir selbst können das sicher nicht stemmen.“ Ob die Kliniken personell dazu in der Lage sind, könne keiner sagen. „Wenn die Situation wie im Sommer ist, dann vielleicht.“ Sollten die Patientenzahlen aber aufgrund von Corona deutlich zunehmen, gehe das nicht mehr. Denn die Aufgabe, der sich die Impfzentren stellen müssen, dürfte groß sein. Natürlich könne keiner genau sagen, wie viele Bürger sich tatsächlich impfen lassen wollen, sagt der Landrat. Er stellt aber schon mal eine Modellrechnung mit 30 Prozent der Landkreisbevölkerung an. Über den Daumen wären das rund 40.000 Menschen. Jeder müsse zweimal geimpft werden. Das mache 80 000 Termine. Umgerechnet auf zehn Monate wären das rund 400 Impfungen pro Werktag. „Das ist extrem. Deshalb kommen wir mit einem Zentrum nicht aus.“

Ab dem Moment der Zulassung eines Impfstoffs sollen Impfzentren in Betrieb gehen

Jeder Standort soll zudem über ein bis zwei mobile Teams verfügen, die zu den Risikogruppen in Alten- und Pflegeheimen sowie Behinderteneinrichtungen fahren können. Auch dafür laufen die Vorbereitungen bereits an. „Das ist logistisch eine Riesenherausforderung“, sagt Niedermaier. Es gehe vor allem um die Frage, wie man die jeweilige Klientel auf die Reihenimpfung vorbereite. Denn da es sich hier um ein „Impfangebot, keine Impfpflicht“ handelt, wie Niedermaier betont, kann jeder für sich selbst entscheiden, ob er das möchte oder nicht. Wer das beispielsweise aufgrund von Demenz oder einer anderen Erkrankung nicht mehr für sich selbst tun kann, für den müssen Einverständniserklärungen eingeholt werden. Derzeit wird festgelegt, was diese Erklärungen alles beinhalten müssen, um rechtlich wasserdicht zu sein.

Der Aufwand ist insgesamt durchaus groß. Bezahlen muss dafür allerdings nicht der Landkreis, sondern der Freistaat. Warum aber muss jetzt alles so schnell gehen, wo doch noch gar kein Impfstoff auf dem Markt ist? „Natürlich weiß man nichts 100-Prozentiges, aber das Zulassungsverfahren steht wohl kurz vor dem Abschluss“, sagt Landratsamts-Abteilungsleiter Wolfgang Krause. Das Unternehmen produziere schon auf eigenes Risiko. Und auch wenn noch kein Landkreis weiß, wie viele Impfdosen er am Ende wirklich erhalten wird, sei es doch wichtig, gerüstet zu sein. „Ab dem Moment der Zulassung müssen wir vorbereitet sein und mit dem Impfzentrum in Betrieb gehen können.“ Und gibt es schon eine Reihenfolge, wer sich wann impfen lassen kann? „Nein“, sagt Krause. Risikogruppen, aber auch medizinisches Personal werden vermutlich auf der Liste ganz oben sein. Eine Festlegung stehe aber noch aus.

Aktuelle Informationen zur Corona-Situation in Bad Tölz-Wolfratshausen gibt es laufend hier.

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