Anja Zoelch und Andreas Heinrich vor der neuen Testhütte am Tölzer Isarkai. In den ersten zwei Stunden waren schon über 20 Leute da.
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Anja Zoelch und Andreas Heinrich vor der neuen Testhütte am Tölzer Isarkai. In den ersten zwei Stunden waren schon über 20 Leute da.

Corona Schnelltests im südlichen Landkreis

Zwei neue Angebote in Bad Tölz und Lenggries werden zum Auftakt gut angenommen

  • Felicitas Bogner
    vonFelicitas Bogner
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  • Veronika Ahn-Tauchnitz
    Veronika Ahn-Tauchnitz
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Im südlichen Landkreis gibt es seit Montag, 19.April, zwei neue Corona-Schnelltest-Stationen. Bereits am ersten Tag haben viele Menschen das Angebot genutzt.

Bad Tölz/Lenggries – Zwei neue Schnellteststationen haben am Montag im südlichen Landkreis den Betrieb aufgenommen. Jeweils in zentraler Lage, in Bad Tölz am Isarkai und in Lenggries am Festplatz, kann sich dort jeder kostenlos testen lassen und danach – sofern das Ergebnis negativ ist – mit Termin in Einzelhandels-Geschäften zum Einkaufen gehen. Das Angebot wurde sofort gut angenommen.

Teststation am Tölzer Isarkai: Termine können im Vorfeld online gebucht werden

„In den ersten zwei Stunden haben wir 20 Menschen getestet“, berichtet Andreas Heinrich, Apotheker und Teststation-Betreiber am Isarkai. Im Vorfeld können online Termine gebucht werden (siehe Kasten). „Der Test dauert etwa fünf Minuten, danach bekommt man das Ergebnis per Mail oder kann sich einen Ausdruck abholen“, erklärt er. Jeweils sieben Tage im Voraus können Termine gebucht werden. „Bis jetzt sind alle Tage auch schon gut belegt.“

Angebot soll Tölzer Einzelhändler unterstützen

Zum einen möchte Heinrich mit dem Testangebot bei der Pandemiebekämpfung helfen, zum anderen aber auch den lokalen Handel unterstützen. „Bisher waren schon einige hier, die erzählt haben, dass sie den Test machen, um dann einkaufen zu gehen “, sagt er. Viele würden das Angebot auch für den Grenzübertritt nutzen. „Die Erste, die heute Früh gekommen ist, war eine Studentin, die nach Innsbruck wollte“, sagt Heinrich. Die Resonanz sei bisher durchweg positiv. Heinrich ist auch froh über die unkomplizierte Zusammenarbeit mit der Stadt Bad Tölz. „Die Stadt hat sich sehr schnell gekümmert, hier die Möglichkeiten zu schaffen. Der Betriebshof hat die Hütte aufgebaut und mit Strom und Internet versorgt.“ Für kleine Kinder bietet der Apotheker übrigens auch Lutschtests an. „Die haben jedoch den Nachteil, dass man mindestens zwei Stunden davor weder essen noch trinken sollte“, erklärt er.

Testzelt am Lenggrieser Festplatz: Auch spontaner Corona-Test möglich

In Lenggries testete Eva Löhle bislang in ihrer Alten Apotheke. Dort war der Platz aber knapp – vor allem mit Blick auf den großen Andrang. Seit Montag testen sie und ihr Team nun in einem eigens aufgebauten Zelt auf dem Festplatz an der B 13 in Lenggries. „Danke an die Gemeinde, die den Platz zur Verfügung gestellt hat und auch dafür, dass das alles so unkompliziert ging“, sagt die Apothekerin. Schon am ersten Tag herrschte am Zelt ein beständiges Kommen und Gehen. 15 Minuten dauert es, bis nach dem Nasenabstrich das Ergebnis vorliegt und dem Getesteten ausgehändigt wird. „An einer Online-Lösung fürs Übermitteln des Ergebnisses arbeite ich noch“, sagt Löhle.

In Lenggries nutzte Bürgermeister Stefan Klaffenbacher gleich das neue Testangebot im Zelt auf dem Festplatz direkt an der Bundesstraße13. Apothekerin Eva Löhle strich ihn ab.

Die Lenggrieserin bittet darum, dass sich die Interessierten – wenn irgend möglich – auf der Internetseite der Alten Apotheke für einen Test-Termin anmelden. Natürlich könne man auch spontan am Festplatz vorbeikommen, „aber bei einer Online-Anmeldung haben wir weniger Papierkrieg, weil beispielsweise die Einverständniserklärung schon vorab ausgefüllt werden kann“, sagt sie. „Das geht dann schneller.“ Begeistert ist Löhle übrigens von den zahlreichen Hilfsangeboten, die nach der ersten Ankündigung, dass sie die Teststation eröffnet, eingegangen sind. Krankenschwestern, Pflegekräfte, Arzthelferinnen boten an, sie beim Testen zu unterstützen. „Dass so viele anpacken wollen, fand ich überwältigend.“

Apothekensprecher sauer auf Testhandhabung der Behörden

Bereits seit drei Wochen testet Christopher Hummel, Sprecher der Apotheker im Landkreis, in seiner Gaißacher Michaelis-Apotheke. Er berichtet, „förmlich überrannt“ zu werden. „Wir machen etwa 80 Tests pro Tag, und es werden immer mehr. Ich habe das Personal aufgestockt und stehe in meiner Freizeit hier.“ Grundsätzlich, so Hummel, mache er das gerne und möchte niemanden abhalten, in seine Apotheke zu kommen. Dennoch ärgert er sich über die Handhabung der Behörden.

„Die Tests in den Apotheken sollen ein ergänzendes Angebot sein. Aber dass die Teststation auf der Flinthöhe nur so knappe Öffnungszeiten hat und dazu am Wochenende geschlossen ist, das kann doch nicht sein.“ Er merke deutlich, dass „samstags die meisten Leute kommen“. Dazu findet er es zu kompliziert, dass an der Flinthöhe Termine vereinbart werden müssen und jeder eine E-Mail-Adresse braucht. „Viele Ältere haben einfach keine Mail-Adresse, und in meiner Apotheke funktioniert das ja auch ohne“, bemängelt er. Dennoch sei der Ausbau der Testungen wichtig. „Ich ziehe täglich etwa vier Positive raus“, bilanziert Christopher Hummel.

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