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Wer wird 2020 Chef des Tölzer Rathauses? 

Nachfolge  von Josef Janker 

Zwei trauen sich das Bürgermeisteramt zu

Bei den Kommunalwahlen 2020 darf der Tölzer Bürgermeister Josef Janker altersbedingt nicht mehr antreten. Entschieden ist zwar noch nichts. CSU und FWG, die zwei größten Fraktionen im Stadtrat, haben aber Kandidaten, die ihren Hut in den Ring werfen.

Bad Tölz – Zwei Jahre vor der Wahl. Da will offiziell noch keiner so recht die Bürgermeisterfrage erörtern. Aber gemunkelt und diskutiert wird im Hintergrund schon länger. Und zwei Namen wurden, jedenfalls bei der CSU und FWG, in jüngster Zeit immer häufiger genannt: Ingo Mehner und Michael Lindmair. Beide sind 40 Jahre alt und stehen fest im Berufsleben. Beide betonen, dass die parteiinternen Entscheidungen noch nicht gefallen sind. Aber sie geben auch zu, dass „sie sich das Amt vorstellen können“. Das ist die übliche Umschreibung für: Ich will Bürgermeister werden.

Einen kleinen Schritt weiter ist dabei schon Michael Lindmair, der schon auf fraktionsinterne Vorgespräche verweisen kann. Lindmair ist seit vier Jahren im Tölzer Stadtrat. Er habe, sagt er auf Nachfrage, „Spaß an der Kommunalpolitik“, sei bereit, Verantwortung zu übernehmen, wolle etwas bewegen und die Stadträte davon überzeugen. Lindmair ist sowohl gelernter Bankkaufmann als auch Versicherungsfachmann und arbeitet als Immobilien-Berater. Der Tölzer ist verheiratet und hat zwei Kinder. Nicht ganz unwichtig: Das ehemalige Knabenchor-Mitglied ist Mitglied der Stadtkapelle und ist Vorstand der Feuerwehr (Verein).

Sehr vorsichtig agiert derzeit noch Ingo Mehner. „Es gibt noch andere in der CSU, die es im Kreuz hätten“, sagt er. In zwei Jahren könne noch viel passieren und beruflich passe es auch. Der Jurist gibt aber auch zu, dass „ich mir das Amt inhaltlich zutrauen würde. Ich will was reißen.“ Er trat schon als 16-Jähriger der CSU bei und sitzt seit nunmehr zehn Jahren im Stadtrat. Als Ortsvereinsvorsitzender der CSU sitzt er fest im Sattel.

Volle Rückendeckung hat er bei seinem vermeintlich schärfsten innerparteilichen Konkurrenten: Christof Botzenhart, der schon oft als Jankers Nachfolger genannt wurde, hält Mehner „für den besseren Kandidaten“. Der Studiendirektor ist Mitglied der Schulleitung am Gymnasium Geretsried und sagt: „Ich stehe voll hinter meinem Beruf.“ Man könne auch allein um der Sache willen Politik machen und müsse da keinen Ehrgeiz entwickeln.

Wie schaut’s bei der drittstärksten Fraktion im Stadtrat, den Grünen, aus? Stellen sie 2020 erstmals einen Bürgermeister-Kandidaten? „So weit sind wir noch nicht“, sagt Franz Mayer. „Wir sind derzeit voll mit dem Bürgerbegehren und hoffentlich Bürgerentscheid Bichler Hof beschäftigt. Erst anschließend werden wir uns mit dem Thema Kommunalwahl auseinadersetzen.“

Die SPD-Fraktion wird 2020 wohl keinen Bürgermeister-Kandidaten ins Rennen schicken. „Stand heute weiß ich von keinem Kandidaten“, sagt Willi Streicher, der es zweimal versucht hat und im Jahr 2000 das Kunststück fertigbrachte, im „schwarzen Tölz“ den CSU-Kandidaten zu schlagen. Damals siegte Josef Niedermaier (FWG). Streicher will 2020 nicht nochmals Stadtoberhaupt werden. Nachdem Jürgen Renner und Camilla Plöckl wohl nicht mehr antreten würden, „müssen wir ehrlicherweise erst schauen, dass wir eine gute Liste zusammenbekommen“.

Von Christoph Schnitzer

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