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Statt Wiese Wohnungen: Im Süden des Zwickerhof-Anwesens soll Bauland ausgewiesen werden. Die Erschließung soll über Heißstraße oder Ludwig-Thoma-Straße erfolgen. Die Häuser dort sind im Hintergrund zu sehen.

Erste Planungen laufen

Zwickerhof: Wiese soll bebaut werden

Bad Tölz - Gerüchte schwirren schon länger durch Tölz. Und es ist etwas dran: Auf 1,5 Hektar Wiese im Süden des Zwickerhof-Areals soll Bebauung zugelassen werden. Erstmals wird die Stadt bei einer Baulandausweisung auch partizipieren.

In der Februar-Sitzung hat Bürgermeister Josef Janker den Stadtrat darüber informiert, dass es eine „mögliche bauliche Entwicklung“ auf den Wiesen in der Verlängerung der Heißstraße geben wird. „Grundsätzlich“, sagt Janker, sei das Echo positiv gewesen. Das Stadtoberhaupt hat vor allem die Schaffung höherwertigen Wohnraums für Familien im Auge. Neben dem ohnehin geförderten sozialen Wohnungsbau geht es Janker gerade „auch um Leistungsträger“, die sich in Tölz ansiedeln sollen. Für diese sollen auf den laut Janker 1,5 Hektar Wiese etwa 20 Einzel- und Doppelhäuser entstehen. Janker hatte für Leistungserbringer – im Kleinen – schon städtischen Grund an der Königsdorfer Straße vorgesehen gehabt, war aber vom Stadtrat gebremst worden, der die Grünflächen an der Isar partout erhalten will.

Bei einer Baulandausweisung am Zwickerhof käme nun erstmals das im Januar beschlossene Konzept „Zukunftsorientierte Bodennutzung“ (ZoBon) zum Tragen. Es sieht vor, dass bei größeren Baulandausweisungen die Stadt grundsätzlich ein Drittel aller Flächen zum Gutachterpreis erwirbt. Alternativ werden dem Bauträger über einen städtebaulichen Vertrag Nutzungs- oder Preisbedingungen vorgeschrieben. „Da sind dann auch Einheimischenmodelle möglich“, sagte Janker gestern auf Anfrage. Er schloss aus, dass die Stadt die Flächen selbst entwickelt. „Dazu sind wir personell nicht in der Lage.“

Im Fall Zwickerhof ist immer wieder von Bauträger Hubert Hörmann die Rede, der dazu gestern aber nur einen – freilich vielsagenden – Satz sagen wollte: „Ich würde mich persönlich freuen, wenn es eine vernünftige Lösung im Sinne der Stadt und der Familie Sappl geben würde“.

„Es ist noch nichts spruchreif“, macht Zwickerhof-Chef Martin Sappl namens der Familie deutlich, dass derzeit vor allem geplant wird. Seine Situation stellt sich so dar, dass der Hof, den er mit rund zwei Millionen Schulden übernommen hat, auch nach der gelungenen Umschuldung und dem Vergleich mit allen Gläubigern eine Zukunftsperspektive benötigt. Entweder muss der 33-Jährige viel Wald verkaufen oder versuchen, Bauland auszuweisen. Das werde derzeit zusammen mit der Stadt ausgelotet.

Bestimmt der größte Knackpunkt wird dabei die Erschließung des Areals. In früheren Bauausschuss-Sitzungen hatte Bauamtsleiter Christian Fürstberger eine Zufahrt über die Heißstraße ausgeschlossen (wir berichteten). Geprüft wird sie nun trotzdem, bestätigt Josef Janker. Allerdings ist am Ende der Heißstraße eine Engstelle. „Das müsste zuerst gelöst werden“, sagt der Bürgermeister.

Denkbar sei aber auch eine Zufahrt vom Wendehammer der Ludwig-Thoma-Straße durch das kleine Wäldchen in einem weiten Linksbogen zum neuen Wohngebiet. Eine Erschließung über den Feldweg gegenüber dem Friedhof wird vom Bauamt eher ausgeschlossen. „Zu lang“, sagt Fürstberger. Außerdem werde damit Erschließungsdruck für die Restflächen erzeugt. Und das, so sagt Martin Sappl, wolle er auf keinen Fall. „Es soll kein neuer Stadtteil von Tölz entstehen.“

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