Straßburg: Schüsse in der Innenstadt- Behörden sprechen von einem Toten

Straßburg: Schüsse in der Innenstadt- Behörden sprechen von einem Toten
Das Haupttor der leer stehenden Lenggrieser Prinz-Heinrich-Kaserne, die aber eigentlich gar nicht mehr so leer ist. arp/a

Bands und Zwischenlager in der Kaserne

Lenggries - Eine Ortsbegehung brachte es an den Tag: Auf dem Kasernenareal gibt es eine ganze Reihe von nicht genehmigten Nutzungen der Gebäude. Einige hat der Lenggrieser Gemeinderat jetzt nachträglich erlaubt.

Die gute Nachricht vorweg: Die Bands, die ihr Probenhaus am Reichersbeurer Schießplatz nach über 20 Jahren räumen mussten (wir berichteten), haben eine neue Heimat: Untergekommen sind sie im ehemaligen Sanitätsgebäude auf dem Lenggrieser Kasernenareal. Seit der Gemeinderatssitzung am Montag ist die Nutzung auch genehmigt - auch wenn der eine oder andere vielleicht nicht so genau wusste, was sich hinter dem Antrag des Grundeigentümers Peter Wasner und seiner Luitpolderhöfe GmbH wirklich verbarg.

Beantragt hatte Wasner nämlich die Umnutzung in ein Lagergebäude von Musikinstrumenten mit Übungsraum. „Da werden wohl Musikstunden gegeben“, mutmaßte Thomas Murböck (CSU). Während er sich mit dieser gewerblichen Nutzung anfreunden konnte, hatte er beim zweiten Teil der beabsichtigten Nutzung „ein komisches Bauchgefühl“. Wasner hatte nämlich auch eine Lagermöglichkeit für Möbel beantragt. „Erst stehen Möbel drin, dann ist es halb eingerichtet, dann hängen Gardinen - und plötzlich hausen da die ersten drin.“ Und irgendwann könne man über das Gewohnheitsrecht eine dauerhafte Wohnnutzung ableiten, befürchtete Murböck. Und das will die Gemeinde auf keinen Fall, schließlich stellt sie gerade für diesen Teil des Kasernenareals einen Bebauungsplan für ein Gewerbegebiet auf. Bürgermeister Werner Weindl beruhigte: „Dort ist nur eine gewerbliche Nutzung zulässig.“

Ein Großteil des Gemeinderats teilt aber offensichtlich die Bedenken: Die Nutzungsänderung wurde nur mit der hauchdünnen Mehrheit von 10:9 Stimmen beschlossen. Dasselbe Ergebnis gab es bei der Abstimmung über das ehemalige DSU-Gebäude: Hier sollen künftig Werkzeuge, Baumaterialien und ähnliches gelagert werden. Eine Absage gab es für Wasners dritten Antrag: „Außenlagerflächen sind einfach nicht zulässig“, fasste Bauamtsleiter Anton Bammer zusammen.

Dass Wasner nun gleich mit drei Anträgen auflief, könnte übrigens auch daran liegen, dass die Gemeinderäte kürzlich bei einer Ortsbegehung in der Kaserne waren. Dabei stießen die Kommunalpolitiker auf eine ganze Fülle von Nutzungen, für die nie eine Genehmigung beantragt worden war. „Wir waren schon erschrocken“, sagt Bammer auf Anfrage. „Da ist längst Gewerbe vorhanden. Wir sollen das jetzt nur nachlegalisieren“, schimpfte Freie-Wähler-Fraktionschef Günter Haubner in der Sitzung.

Den nicht genehmigten Nutzungen möchte die Gemeinde einen Riegel vorschieben: „Wir haben das Landratsamt gebeten, einen Baukontrolleur raufzuschicken“, sagte Weindl. Er habe aber noch keine Rückmeldung, ob dies schon geschehen sei.

Tatsächlich war der Kontrolleur schon vor Ort, bestätigt Landtratsamtssprecher Hans-Ulrich Menrad auf Anfrage. Allerdings gebe es noch kein Protokoll. Sobald das vorliegt, „werden wir auf Herrn Weindl zugehen und mitteilen, ob wir der Auffassung sind, dass etwas unternommen werden sollte“.

(va)

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