Bauern in Sorge: Milchpreis auf Talfahrt

Bad Tölz-Wolfratshausen - In der Landwirtschaft im Oberland „stehen die Zeichen auf Sturm“.

So formuliert es zumindest der Landtagsabgeordnete der Freien Wähler, Florian Streibl. Denn der Milchpreis ist wieder unter Druck geraten.

„Es schaut nicht gut aus“, sagt der Kreisvorsitzende des Bunds Deutscher Milchviehhalter (BDM), Georg Reiter aus Reichersbeuern. Die Auszahlungspreise seien im Fallen. „Die Molkerei Berchtesgadener Land ist die einzige, die noch die Preise hält.“ Das bestätigt Kreisbäuerin Ursula Fiechtner beim Blick auf die jüngste Abrechnung. Da erhielt der Familienbetrieb noch einen Grundpreis von 35,9 Cent pro Liter Milch. An die Pidinger Molkerei liefert ein erheblicher Teil der Bauern im Landkreis - „aber nicht alle“, gibt Reiter zu bedenken. Ihm zufolge besagen Prognosen, dass der Milchpreis in der zweiten Jahreshälfte unter 30 Cent fällt. „Es kann sein, dass das bei Piding zeitverzögert kommt. Vielleicht können sie den Preis auch über die Zeit retten.“

Hauptgrund für die aktuelle Entwicklung ist, dass zu viel Milch auf dem Markt ist. Als Gegenmittel „wäre die Mengenregulierung das A und O“, sagt Reiter. Aber die Milchquote - also die staatlich festgelegte Höchstmenge der Produktion - wurde mittlerweile im dritten Jahr in Folge um je ein Prozent angehoben und fällt 2015 ganz weg.

Mit eine Ursache für das Überangebot ist nach Darstellung von Peter Fichtner aus Bad Heilbrunn ausgerechnet der zuletzt halbwegs zufriedenstellende Milchpreis. „Das ist für viele verlockend. Deswegen ist gemolken worden wie nie zuvor“, sagt der Kreisobmann des Bayerischen Bauernverbands (BBV). Der Einzelhandel nutzt derweil die Lage aus: „Die Discounter unterbieten sich immer wieder“, so Kreisbäuerin Fiechtner.

Unter den Bauern werden verschiedene Möglichkeiten diskutiert, wie man mit der Krise umgehen sollte. Mehr dazu lesen Sie in der Printausgabe.

(Andreas Steppan)

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