Vor dem Baugesetz sind Einheimische und Fremde gleich

Lenggries - Der Antrag von Josef Fischhaber im Bauausschuss bot Zündstoff. Das lag nicht daran, dass der Antragsteller im Außenbereich bauen will, sondern an der Nachbarschaft: der Kaserne.

Fischhaber will auf dem Grund an der Wackersberger Straße ein Haus bauen. Zu diesem Zwecke hätten die Eltern ihm das Areal vererbt. Das Nachbargrundstück ging an seinen Bruder und ist bebaut. In einem Schreiben an den Ausschuss betonte Fischhaber, dass er ein Einheimischer und seit Jahren bei der Feuerwehr aktiv sei und das Haus selbst bewohnen möchte.

Damit traf er bei einigen Räten den richtigen Nerv. „Wir sollten wirklich schauen, dass wir ihm das als Einheimischen ermöglichen“, forderte Peter Gascha (Freie Wähler). „Können Sie mir auch den passenden Paragrafen im Baugesetzbuch zeigen, mit dem wir das begründen können?“, fragte Bürgermeister Werner Weindl. Fakt sei, dass das Grundstück im Außenbereich liege. „Ich will dem Bauwerber nichts vorgaukeln. Es gibt Fälle, da kann man was aus dem Baurecht herleiten. In anderen Fällen geht das nicht“, so Weindl. Letzteres sei hier der Fall. Es gebe nun einmal „keinen Einheimischen- oder Auswärtigen-Außenbereich, so gern wir das manchmal hätten“. Aber so etwas komme im Baugesetz nicht vor - „und wir müssen nach den Gesetzen handeln“.

Dass man ein baurechtliches Problem hat, sah Hans Proisl (FW) durchaus ein, ließ sich von der Unterstützung des Vorhabens aber nicht abbringen. Schließlich befinde sich „in 200 Metern Luftlinie“ die Kaserne. Hier hätten „wildfremde Leute“ einen Vorbescheidsantrag für Wohnhäuser gestellt, spielte er auf den Plan des Investors Peter Wasner an. Der könnte sich eventuell „mit einem Riesenstab Anwälten was erstreiten“, so Proisl. „Und dann haben wir da lauter Fremde, die wir nicht wollen, und da unten ist ein Einheimischer, der es seit Jahren vergeblich probiert.“ Gesetz hin oder her - er unterstütze den Antrag. „Vielleicht bekommt er das mit einem guten Anwalt ja hin.“

Auch August Maerz (CSU) tat sich mit einer Ablehnung schwer. „Ich würde dem Vorbescheid wirklich gerne zustimmen.“ Allerdings erkannte er eine Gefahr. „Wir können für die Kaserne nicht den Vorbescheid für zehn Häuser ablehnen und hier zustimmen. Wenn das vor Gericht geht, kann das eine üble Retourkutsche werden.“ Aber es sei ja wohl ein Unterschied, ob „da unten ein Einheimischer bauen will oder der da oben“, so Gascha. Nein, sei es eben nicht, so Weindl. „Außenbereich ist Außenbereich.“ Mit drei Gegenstimmen lehnte der Ausschuss den Vorbescheidsantrag ab. (Veronika Wenzel)

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