Beim Streit um die Heilbrunner Ortsmitte "ist alles grau"

Bad Heilbrunn - Auch wenn es Bürgermeister Thomas Gründl stört, dass Heilbrunn immer auf die wenig ansehnliche Ortsmitte reduziert wird, war dies doch Thema in der Bürgerversammlung.

Über den Dauerstreit mit Max Hoefter und seiner Kurfürstin GmbH über die Verwertung der leer stehenden Gebäude in der Ortsmitte gab es in der Heilbruner Bürgerversammlung am Freitag allerdings nichts Positives zu berichten. „Es macht keinen Sinn, Ihnen etwas in Rosarot zu schildern, wo doch alles grau ist", sagte Dr. Wolfgang Ott, Anwalt und Sprecher des Bürgerforums "Bad Heilbrunn lebt". Er habe eine Bestandsaufnahme des seit Jahrzehnten dauernden Streits über die Nutzung von Hoefters Liegenschaften im Ortskern gemacht. „Dabei bin ich auf grausame Dinge gestoßen.“ Dazu gehören „ein halbes Dutzend Prozesse über mehr oder weniger sinnvolle Dinge“ und eine „Flut von unsäglichen Briefen“ an die Gemeinde, so Ott. Natürlich habe das Forum auch Hoefter selbst angeschrieben. „Die Antwort war im Ton verbindlich, in der Sache knallhart. Er sagt, es läge alles bei den Gerichten. Gespräche würde keinen Sinn machen.“

Arbeitslos ist das Bürgerforum trotzdem nicht. Denn es gebe in der Ortsmitte eben mehr, als die acht Hektar, die der Kurfürstin gehören. Vom Gemeinderat wünscht sich die Gruppe nun einen „Masterplan“, der aufzeigt, wie Heilbrunn in den kommenden fünf bis 20 Jahren aussehen soll. Dazu müsse man einen Fachmann ins Boot holen. „Wir brauchen jemanden mit Sachverstand“, so Ott. Denn die Entwicklung der Ortsmitte können nicht „klein, klein“ vorangetrieben werden.

Im Stich gelassen fühlt sich die Gemeinde vom Landratsamt. Das hatte wie berichtet abgelehnt, eine Beseitigungsanordnung für die schwarzen Holzkreuze zu erlassen, mit denen die Fenster des ehemaligen Kurhotels vernagelt sind. Der Landrat habe ihm erklärt, dass es sich nur dann um eine Verunstaltung handle, wenn man sich direkt davor übergeben müsse, berichtete Gründl. Für Anwalt Ott eine „etwas dürftige Begründung“. Aus seiner Sicht könne man die Beseitigung der Kreuze sehr wohl durchsetzen.

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