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Mitreißend: Solomon Solgit beeindruckte mit seiner artistischen Feuershow das Publikum.

Festival im Benediktbeurer Maierhof

 „BeneCulture“: Beim ersten Mal gleich ein Volltreffer

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Rund 2000 Besucher wollten sich am Samstag das Festival „BeneCulture“ im Maierhof des Klosters Benediktbeuern nicht entgehen lassen. Es gab ein vielfältiges Angebot.

Benediktbeuern – Es gibt eine ganze Menge Bandnamen, die einen erst mal stutzen lassen. Les Beignets zum Beispiel, die am Samstagabend im Maierhof des Klosters Benediktbeuern beim „BeneCulture“-Festival auftraten. Unter Beignets versteht man in der Jazz-Metropole New Orleans ein Gebäck, das zum Bier gereicht wird. Warum benennt man eine Band nach einem Gebäck? Nun, das liegt daran, dass sich die Les Beignets bei ihrer Gründung vor 14 Jahren für ein ganz kleines Gebäck im Konzert der Großen hielten. Mittlerweile sind die Les Beignets ein gar nicht mehr so kleines Gebäck. Mit ihrer Mischung aus Funk, Soul und Reggae rissen sie das Publikum mit und waren ein Highlight des Festivals.

Wie die sieben Musiker den Weg nach Benediktbeuern fanden, war typisch für das Festival. Organisator Jonas Huser ist seit Jahren ein treuer Begleiter bei ihren Tourneen. Huser fragte an, ob die Les Beignets bereit seien, bei einem Festival mitzumachen, das ein Zeichen gegen Ausgrenzung setzt sowie Begegnungen zwischen Kulturen und Menschen ermöglicht. „Wir haben sofort zugesagt, weil uns die Idee gefallen hat“, sagt Keyboarder Felix Stürmer, der sich über die „super Stimmung“ freute.

Ebenso wenig Überzeugungsarbeit mussten die Organisatoren beim „Zither Manä“ leisten. „Es ist eine Ehre für mich, dass ich alter Knopf eingeladen wurde“, sagt Manfred Zick (71), der als Erfinder des Rock’n’Roll auf der Zither gilt. Mal spielte er auf dem Tisch, mal unter dem Tisch sitzend. Stets bissig seine Texte. Den Text zu „Guten Morgen Amerika, wie geht’s Dir?“ habe er 2001 während der Amtszeit von George W. Bush geschrieben. „Ich hätte mir damals nicht vorstellen können, dass es noch niveauloser geht.“

Alles andere als niveaulos war die artistische Feuershow von Solomon Solgit. Als es im Maierhof dunkel wurde, wirbelte er herum, jonglierte mit brennenden Stäben und probierte sich als Feuerschlucker – beeindruckend. Von Mittag bis in den späten Abend spielten fast ununterbrochen Bands, und Mitglieder des Benediktbeurer Trachtenvereins Barmstoana tanzten und sangen. Umrahmt wurde all dies von rund einem Dutzend Mitmach-Ständen.

Gelungene Premiere: 2000 Besucher bei „BeneCulture“

An einem konnten die Besucher beispielsweise von Friseurmeisterin Sabine Sziedat lernen, wie man einen französischen und einen aufgelegten Zopf flechtet. „Ich bin da zufällig reingeraten, aber es ist sehr interessant“, sagte eine Österreicherin aus Kematen. „Tiroler lernen bayerische Zopftechniken. Ich möchte das gerne bei meiner Tochter ausprobieren.“

Ganz entspannt ging es ein paar Meter weiter zu, wo Moritz Weinmann Besucher bei Fadenspielen anleitete. „Es ist ein gesellschaftstaugliches Spiel, bei den man gut mit anderen Leuten in Kontakt kommt.“ Die motorische Verknüpfung von Hirn und Händen sei gar nicht so einfach. „Man fragt sich: „Warum schaut die Figur bei mir so aus und bei anderen anders?“

An einem weiteren Stand konnten Besucher Figuren aus Lehm formen. „Gerade Kinder finden das toll“, sagt Martin Malkmus vom Zentrum für Umwelt und Kultur.

Der Mitveranstalter war mit dem Ablauf des Festivals „sehr zufrieden“. Gleiches gilt für Jonas Huser, der das Festival mit anderen Studenten der Katholischen Stiftungshochschule im Rahmen eines Uni-Projekt organisierte: „Wir konnten die Resonanz überhaupt nicht einschätzen“, gibt er zu. Dass am Ende wohl um die 2000 Besucher den Weg in den Maierhof fanden, übertraf seine kühnsten Erwartungen: „Für mich war das Highlight, dass alle Programmpunkte angenommen wurden.“

Das Konzept einer niederschwelligen Begegnungs-Möglichkeit für Jung und Alt, Einheimische und Flüchtlinge sei aufgegangen. Es habe keinerlei Zwischenfälle gegeben. „Abgesehen von einem Kind, das in eine Hängematte gebieselt hat“, wie Huser schmuzelnd ergänzt. Mit-Organisator Sebastian Obermaier hat einen Wunsch: „Es wäre megacool, wenn sich wieder Studenten finden würden, die so was organisieren. Wir würden uns freuen, wenn es das Festival in 20 Jahren auch noch gibt. Und bestimmt vorbeischauen.“

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