Bei dem Einzug ins Kloster segneten Generalvikar Harald Heinrich und Pfarrer Pater Heiner Heim (beide rechts im Bild) die Wallfahrer. Foto: Arndt Pröhl

135. Leonhardifahrt in Benediktbeuern

Wallfahrer trotzen dem Regen

Benediktbeuern – Sie blieb ziemlich familiär, die Benediktbeurer Leonhardifahrt am Sonntag. Wo sich sonst geparkte Autos aneinanderreihen, war gestern nur grüne Wiese – laut „großzügiger“ Schätzung der Polizei waren etwa 1500 Besucher gekommen.

Die 47 teilnehmenden und aufwändig geschmückten Wagen mitsamt ihren Pferdegespannen sowie einige Reiter erlebten eine unangenehm nasskalte, aber unfallfreie Wallfahrt. Viele der Beteiligten hatten am Samstag noch gehofft, die trockene Witterung möge zumindest bis Sonntagmittag aushalten. Doch daraus wurde nichts.

Bereits am frühen Morgen regnete es. Trotzdem setzte sich der Wallfahrtszug um 9 Uhr in Bewegung, um über die Dorfstraße zum Kloster zu gelangen. Bei der Einfahrt in den Kloster-Innenhof erteilte Generalvikar Harald Heinrich aus Augsburg Wallfahrern und Pferden den Segen. Mit Lodenmänteln und Regenumhängen, Hutüberzügen und natürlich mit Regenschirmen wurden die kostbaren Trachten gegen die Nässe geschützt – kein prächtiger Anblick für die Zuschauer, aber eben den Unbilden der Witterung geschuldet.

Pfarrer Pater Heiner Heim wies in seiner Einführung beim Gottesdienst in der Basilika darauf hin, dass das Kloster schon seit jeher im Mittelpunkt von Glauben und Tradition gestanden habe. „Da gehört auch die Leonhardifahrt dazu.“ Die längste Tradition aber habe der Glaube selbst, aus dessen Ausübung Kunst und Kultur hervorgegangen seien. Generalvikar Heinrich ging auf das Leben und Wirken des heiligen Leonhard ein und setzte dies in Verbindung mit der Jetztzeit. Wer auf St. Leonhard vertraue, sei in guter Gesellschaft. Er weise auf die Nöte der Bauern hin, die oft im Konflikt zwischen wirtschaftlicher Notwendigkeit und dem verantwortungsvollen Umgang mit den natürlichen Ressourcen stünden.

Dabei sei Leonhard aber nicht nur ein schlichter Bauernheiliger: „Er war adeliger Abstammung und hatte große Chancen in den gehobenen Kreisen. Doch er hat die Entscheidung getroffen, für die Menschen auf der Schattenseite des Lebens da zu sein.“ Sich für den Glauben zu entscheiden, dazu seien auch die heutigen Menschen aufgerufen. „Nur Weihnachtslieder zu singen, reicht nicht.“ Wie Leonhard sich damals um Gefangene gekümmert und ihnen eine Chance gegeben habe, sei man auch heute in einer Situation, wo Menschen ähnliche Hilfestellung bräuchten. Die würdevolle musikalische Gestaltung der Festmesse übernahmen der Basilikachor und das Basilikaorchester unter der Leitung von Hans Peljak.

Bilder von der 135. Leonhardifahrt in Benediktbeuern

Draußen im Freien war der Regen mittlerweile mit weißen Flocken vermischt. Doch wer glaubt, Rosser und Wageninsassen wären deshalb griesgrämig gewesen, der täuscht sich. „Beim scheena Wetter konn’s a jeder“, hörte man immer. Und es sei ja nicht das erste Mal, dass man mit solchen Wetterverhältnissen zurechtkommen müsse. Warm eingepackt waren auch die Kinder auf den Darstellungswagen guter Dinge.

Für die Rückfahrt – so hatte man am Morgen beschlossen – nahm man den selben Weg und nicht die sonst übliche, aber längere Strecke über Pechlern. Im Dorf angekommen, freuten sich aber wohl doch alle Teilnehmer auf den geselligen Teil des Tages in einer warmen Wirtsstube.

Von Rosi Bauer 

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