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Weihwasser für die Bergwacht: Diakon Georg Meigel segnet vor dem Depot in Häusern die Benediktbeurer Einsatzfahrzeuge. Links Bereitschaftsleiter Markus Schambeck.  

Feier in Benediktbeuern

90 Jahre Bergwacht: Segen für Fuhrpark und Helfer

Mit einem Tag der offenen Tür und der Segnung neuer Fahrzeuge feierte die Bergwachtbereitschaft Benediktbeuern am Samstag ihr 90-jähriges Bestehen.

Benediktbeuern 40 bis 50 Einsätze pro Jahr und das 90 Jahre lang: Da kommt einiges an Rettungsmaßnahmen zusammen, die all die vielen ehemaligen und aktuellen Aktiven der Benediktbeurer Bergwacht über die Jahrzehnte geleistet haben – und bis heute tagtäglich leisten. Laut Bereitschaftsleiter Markus Schambeck investieren die aktuell 34 Aktiven rund fünf Stunden pro Woche in dieses Ehrenamt und sind im Verbund mit Kochel und Penzberg 24 Stunden am Tag an sieben Tagen die Woche erreichbar.

„Da braucht’s Kraft, Können, Wissen, Zusammenhalt und nicht zuletzt Gottes Segen“, sagte Diakon Georg Meigel bei der kleinen Andacht vor den Gästen, die sich anlässlich des Tags der offenen Tür das Bergwachtdepot in Häusern mit seinem Fuhrpark einmal genauer ansehen wollten. Dieser Fuhrpark wurde bereits Ende vergangenen Jahres um zwei moderne Einsatzfahrzeuge ergänzt. Das eine ist ein Bergrettungs-Jeep als Ersatz für ein älteres Fahrzeug zum Transport von verunglückten Personen. Deshalb ist der VW-Amarok auch mit notwendigem medizinischen Gerät bestückt, so Schambeck. Erstmals angeschafft wurde außerdem ein allradgetriebener Skoda-Yeti, ausgerüstet mit modernster Kommunikationstechnik. „Er ist als Einsatzleiterfahrzeug gedacht“, so Schambeck. Beide Fahrzeuge hat die Bergwacht Bayern gekauft und der Bergwacht Benediktbeuern zur Verfügung gestellt.

Im Rahmen der 90-Jahr-Feier hat sie nun Diakon Georg Meigel gesegnet; ebenso wie das bereits seit zwei Jahren im Einsatz befindliche Quad. Mit ihm kann ein Bergretter einen Arzt schnellstmöglich auch im unwegsamen Gelände zum Verletzten bringen.

Doch hochmoderne Technik und bestes Gerät alleine retten noch keine Menschenleben, wie Schambeck in seiner Rede am Samstag betonte. Zwar würden viele Einsätze im Dienstgebiet der Bergwacht, also insbesondere im Bereich der Benediktenwand, mittlerweile per Hubschrauber gemeistert – unterstützt von Digitalfunk und Co. Aber immer wieder müssten die Retter auch zu Fuß den Berg erklimmen – ausgerüstet lediglich mit einer Gebirgstrage, wie sie schon ihre Vorgänger benutzt haben, die 1927 die Bergwachtbereitschaft gegründet haben. „Darum ist es wichtig, dass man gute Leute hat“, betonte Schambeck, der die Bergwacht seit vier Jahren führt. Er hatte die Bereitschaftsleitung 2013 von Bernhard Wüchner übernommen.

Um die Zukunft ist Markus Schambeck nicht bang. Mit dem Fuhrpark sei man jetzt „gut bis sehr gut aufgestellt“, sagte er. Auch an Nachwuchs mangele es nicht, „und wenn es drauf ankommt, packen alle mit an“. Und das soll auch die nächsten 90 Jahre so bleiben. Franziska Seliger

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