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Eine große Trauergemeinde versammelte sich am Samstag in der Basilika von Benediktbeuern, um Abschied von Pater Leo Weber zu nehmen.

Trauer um bekannten und beliebten Ordensmann

Abschied von einer Institution im Oberland:  Pater Leo Weber in Benediktbeuern beerdigt

1961 war Pater Leo Weber in der Benediktbeurer Basilika zum Priester geweiht worden. Am Samstag fand hier nun das Requiem für den bekannten und beliebten Ordensmann statt.

Benediktbeuern – Eigentlich wollte Leo Weber Maler werden. Er hat sogar eine entsprechende Lehre absolviert, sagte Klosterdirektor Pater Lothar Bily beim Requiem für den kürzlich im Alter von 91 Jahren Verstorbenen in der Benediktbeurer Basilika. Die Erfahrungen während seines Kriegsdienstes und der mehrmonatigen Gefangenschaft hätten dann aber wohl in ihm den Wunsch geweckt, Priester zu werden „und für das Heil der Menschen zu arbeiten“. Es war die richtige Entscheidung: Durch viele Vorträge, Kunstführungen und Veröffentlichungen, aber auch durch seine humorvolle und menschliche Art sei er zu einer Institution im Oberland geworden.

Abschied von einem Kameraden: Mitglieder der Anlass-Schützenkompanie Benediktbeuern am Sarg.

1970 habe Pater Leo zum Doktor der Theologie im Fach Kirchengeschichte promoviert und 1983 zum Doktor der Philosophie im Fach Kunstgeschichte. Von 1970 bis 2000 war der „doppelte Doktor“ als Nachfolger des großen Klosterhistorikers Pater Karl Mindera als Dozent und später als Professor tätig. „Als kompetenter, engagierter und ebenso geistreicher wie humorvoller Wissenschaftler prägte er Generationen von angehenden Priestern und Laientheologen“, so Bilys Resümee. Pater Leos Forschungsgebiete umfassten vor allem das Kloster, die christlich-barocke Kultur, die Geschichte und Tradition der bayerischen Gebirgsschützen, aber auch Franz Marc und den Künstlerkreis des „Blauen Reiters“.

Speziell mit den Gebirgsschützenkompanien verband Pater Leo ein freundschaftliches Verhältnis – was diese mit Dankbarkeit erfüllt: „Mit Akribie und Leidenschaft hat er die Einsetzung und den Werdegang der Gebirgsschützen zurückverfolgt. Ohne Pater Leo wüssten wir gar nicht, welch tragendes Element der Gesellschaft wir waren“, resümierte Landeshauptmann Martin Haberfellner in seinem Nachruf in der Basilika.

Unerschöpfliche Energie

„Seine Energie schien unerschöpflich“, erinnerte Bürgermeister Toni Ortlieb an das Wirken des Ordensmannes. Sein Wissen sei von vielen Seiten nachgefragt worden. Neben der Feuerwehr und den Ortsvereinen seien Pater Leo der Don Bosco Club und die Pfadfinder wichtig gewesen. Wenn ihm etwas auf den Nägeln gebrannt habe, habe er auch selbst mit Hand angelegt. Andreas Klinkhardt, Präsident des Rotary Club Bad Tölz, blickte ebenso wie Landrat Josef Niedermaier mit persönlichen Erinnerungen auf die „menschliche Nähe“ und die bereichernden Erlebnisse mit Weber zurück.

Nach dem Gottesdienst führte ein langer Zug mit vielen Fahnenabordnungen hinaus auf den Friedhof der Salesianer. Dort wurde – traditionsgemäß zum Lied vom „Guten Kameraden“ und drei Böllerschüssen – der Sarg in die Erde gesenkt. (Rosi Bauer)

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