Die Teilnehmer der „Don Bosco Volunteers Akademie“ mit ihren Betreuern vom Aktionszentrum.
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Die Teilnehmer der „Don Bosco Volunteers Akademie“ mit ihren Betreuern vom Aktionszentrum Pater Stefan Stöhr, Niklas Gregull und Francesco Bagiolini (unter dem Türrahmen, v. li.). Auf den Würfeln sind die „Nachhaltigkeitsziele 2030“ notiert – das Schwerpunktthema der sechsmonatigen Akademie. Die jungen Menschen durften für das Gruppenfoto ohne Maske so nahe beieinander stehen beziehungsweise knien, weil sie laut Pater Stöhr im Jugendzentrum des Klosters zusammenleben und deshalb als Wohngemeinschaft gelten. Foto: Seliger

Wegen Pandemie

Alternative zum Freiwilligendienst im Ausland: Salesianer gründen „Don Bosco Volunteers Akademie“

  • Franziska Seliger
    vonFranziska Seliger
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Reisen sind wegen Corona derzeit fast nicht möglich. Davon betroffen sind auch Jugendliche, die einen Auslandsfreiwilligendienst absolvieren wollten. Die Salesianer haben für sie die „Don Bosco Volunteers Akademie“ initiiert.

Benediktbeuern – Seit rund 25 Jahren engagieren sich die Salesianer Don Boscos im Freiwilligendienst, bei dem junge Menschen in Einrichtungen des Ordens ein Jahr ehrenamtlich tätig sind. Innerhalb Deutschlands ist das trotz Corona möglich. Doch die jungen Erwachsenen, die ihren Dienst bei Projekten der Salesianer im Ausland absolvieren wollten, konnten wegen der Pandemie bisher nicht zu ihren Zielen in Asien, Afrika oder Osteuropa reisen. Für sie haben Mitarbeiter der Jugendbildungsstätte Aktionszentrum (AZ) in Benediktbeuern das Alternativ-Angebot der „Don Bosco Volunteers Akademie“ entwickelt.

Das Projekt ist kürzlich im Kloster gestartet. 25 junge Leute aus ganz Deutschland nehmen daran teil. Eine von ihnen ist Sara aus Donauwörth. Eigentlich wollte sie am 1. September zu ihrem Auslandsdienst nach Benin in Afrika reisen – was wegen der Reisebeschränkungen derzeit unmöglich ist. „Aber ich wollte meinen Traum nicht aufgeben“, begründete die 18-Jährige, warum sie sich dazu entschlossen hat, bei der „Don Bosco Volunteers Akademie“ mitzumachen.

Drei Wochen verbringen die Teilnehmer dafür zunächst im Kloster Benediktbeuern, wie Niklas Gregull, Referent für internationale Jugendarbeit im AZ, bei einem Pressegespräch zur Vorstellung des neuen Angebots erläuterte. Wie Jakob (22), ein weiterer Freiwilliger berichtete, bekommen Teilnehmer in Benediktbeuern bei Vorträgen, Workshops und Co. unter anderem pädagogisches Wissen vermittelt, sprechen über Menschenrechte oder das Thema Nachhaltigkeit – denn die „Nachhaltigkeitsziele 2030“ sind das Schwerpunktthema der Akademie.

Praktika innerhalb Deutschlands

Ausgestattet mit diesem Wissen geht es für die jungen Menschen dann zu Praktika in verschiedene Einrichtungen der Salesianer in Deutschland, wo sie beispielsweise ihre neu erworbenen Kenntnisse zum Klimaschutz an Kinder und Jugendliche weitergeben sollen. Einige werden zum Beispiel im Don-Bosco-Kindergarten im Klosterdorf arbeiten. Zwischendurch werden die Freiwilligen immer wieder zu Lerneinheiten an die Akademie nach Benediktbeuern kommen. Dass sie vielleicht doch noch zu ihren eigentlichen Einsatzorten ins Ausland reisen können, hoffen natürlich sowohl Teilnehmer als auch Betreuer. Doch anders als andere Träger von Freiwilligendiensten hätten sich die Salesianer bewusst dafür entschieden, den jungen Menschen ein Alternativangebot zu machen, statt ganz abzusagen, betont Pater Stefan Stöhr, Koordinator für Freiwilligendienste bei den Salesianern Don Boscos in Deutschland. In der Akademie sollen die Teilnehmer möglichst viel Neues lernen und erfahren. Nach dem Motto: „Aus der Not eine Tugend machen.“ Das Ziel sei es, die Zeit trotz Corona möglichst gut zu nutzen.

Bis maximal Ende Februar 2021 ist die Akademie befristet, sagt Gregull. Sollten die Auslandseinsätze, die eigentlich bis September 2021 dauern sollten, bis dahin immer noch nicht möglich sein, möchten die Salesianer die jungen Freiwilligen weiter begleiten und ihnen Alternativangebote aufzeigen, so Stöhr. Ob die Akademie ein einmaliges Angebot bleibt oder für die nächsten Freiwilligen wiederholt wird, stehe noch nicht fest. Möglicherweise, sagt Stöhr, entwickle sich aus der Akademie aber ein zusätzliches Angebot für die künftigen Teilnehmer am Don-Bosco-Auslandsfreiwilligendienst.

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