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Gemeinsame Ausflüge stehen damals wie heute bei den Jugendlichen hoch im Kurs. Dieses Bild entstand vor Kurzem bei einer Fahrt in den Skyline-Park im Allgäu. „Das Geld dafür haben sich unsere Jugendlichen selbst erarbeitet“, freut sich Clubleiterin Sabine Maier (hi., 5. v. li.).

Am Kloster Benediktbeuern

40 Jahre jung: Don-Bosco-Club feiert am Freitag Geburtstag

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Mit einem bunten Fest wird am 15. Juni das 40-jährige Bestehen des Don-Bosco-Clubs gefeiert. Die Einrichtung war und ist vielen eine zweite Heimat. Dabei war es nicht immer leicht, den Club am Leben zu erhalten. Auch die pädagogische Arbeit selbst hat sich verändert.

Benediktbeuern/Bichl– Dreht man die Zeit 40 Jahre zurück, wird deutlich, dass man auch 1978 intensiv diskutierte, „wo denn die Jugendlichen hinsollen“. Wichtigster Treffpunkt war damals der Platz vor der Mädchen-Jugendherberge, erinnern sich Erwachsene heute schmunzelnd. Gewünscht wurde jedoch ein Platz, „wo man immer hingehen kann“, unter sich ist und Freunde treffen kann. Auf Initiative der Salesianer Don Boscos setztenengagierte Bürger, auch aus Reihen der Kirchenverwaltung, schließlich die Gründung einer „Jugendfreizeitstätte“ in Räumen des Klosters in die Tat um. Am Christkönig-Sonntag im November 1978 war es soweit.

Seither ist der Club in den Räumen der Alten Schäfflerei westlich des Klosters. Bis man damals einziehen konnte, war es ein langer Weg. Das Gebäude musste erstmal hergerichtet werden. „Der Fußboden musste ausgeschachtet werden, und dabei wurde der alte Klosterbrauereikessel freigelegt“, erinnert sich Pater Franz-Ulrich Otto. Mitbruder Pater Leo Weber, schon damals ein sehr engagierter Denkmalschützer, verfügte einen sofortigen Arbeitsstopp. „Aber dann hat er selbst mit den Jugendlichen weitergegraben“, sagt Otto schmunzelnd. Viele Stunden Arbeit waren notwendig. „Die Begeisterung der Jugendlichen sprang teilweise auf ihre Eltern über, die kamen und haben mit Hand angelegt.“ Beim Festgottesdienst zur Einweihung war die Hauskapelle im Kloster überfüllt.

Der Don-Bosco-Club wurde zum Dreh- und Angelpunkt der Jugend. Träger war damals die Pfarrei Benediktbeuern-Bichl, und insbesondere dem langjährige Pfarrgemeinderatsvorsitzenden Manfred Pfohl hat der Club viel zu verdanken Es gab die Clubzeitschrift „Durchblick“, einen „Arbeitskreis Frieden“, Discos, Theaterabende und Tanzkurse, Freizeitfahrten an den Chiemsee oder an den Rhein. „Berüchtigt waren die Freitagabende, wenn die Feuerwehr-Jugend kam. Dann war die Bude rappelvoll“, erinnert sich Cordula Sindlhauser. Sie studierte damals Soziale Arbeit an der Katholischen Hochschule und machte 1985 im Club ihr erstes Praktikum. Sindlhauser blieb dem Club jahrzehntelang verbunden, bei Gründung des Trägervereins wurde sie dessen Geschäftsführerin und blieb das bis 2013. Die pädagogische Arbeit, die im Sinne des Ordensgründers der Salesianer, Johannes Bosco, im Club geleistet werde, sei wertvoll und wichtig, sagt Sindlhauser. „Jugendliche können sich hier ausprobieren, sich entdecken, erwachsen werden“, sagt sie. Einzig der spirituelle Gedanke ist ihrer Meinung nach in den vergangenen Jahren auf der Strecke geblieben. „Das hat sich leider verändert.“ Ignaz Dreyer, langjähriger Vorsitzender des Trägervereins, gibt Sindlhauser im Prinzip recht, sagt aber auch: „Es ist unsere Gesellschaft, die sich verändert hat.“ Im Club sei jeder Jugendliche willkommen, ob er nun einer Religion angehöre oder nicht. „Auch das ist Arbeit im Geiste Don Boscos.“

Alle in der Jugendarbeit Engagierten erlebten Höhen und Tiefen im Club, zum Beispiel schwankende Besucherzahlen und Diskussionen ums Geld. Auffallend ist, dass es früher die Unterscheidung „die Jugendlichen im Club“ und „die Jugendlichen in Vereinen“ nicht so stark gab wie heute. „Früher war jeder im Club. Es hat keine Rolle gespielt, ob man sich auch beim Trachtenverein oder im Fußballclub engagierte“, sagt Sindlhauser.

Verändert hat sich jedoch die Art und Weise, warum Jugendliche in den Club kommen. Ging man früher dorthin, um Freunde zu treffen, tut man es heute, weil man schon weiß, dass sie dort sind. „Die Kommunikationswege haben sich verändert“, sagt Tini Schwarm, die sich als mobile Jugendarbeiterin (Streetwork) heute zusammen mit Clubleiterin Sabine Maier und Pius Grzeski um die Jugendlichen kümmert. Doch egal, wie man sich nun verabredet – wichtig bleibt der Don-Bosco-Club allemal, sagt Ignaz Dreyer: „Ein offener Raum, in dem man rumhängen, aber trotzdem wachsen kann, in dem man gesehen und begleitet wird – das ist auch in Zukunft unverzichtbar.“

Mit einem bunten Programm wird am Freitag, 15. Juni, ab 16 Uhr Geburtstag gefeiert. Das Fest findet nicht im Club, sondern im BUK-Saal im Maierhof (ZUK) statt. Es gibt u. a. musikalische Einlagen von Jugendlichen und Ehemaligen, eine Einlage des Don-Bosco-Clubs zum Thema Mobbing, Essen und Musik.

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