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Amtsgericht 

„Ich hau dich tot“

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Wegen Bedrohung und übler Nachrede musst sich ein Benediktbeurer (49) vor Gericht verantworten. Sein mutmaßliches Opfer brach allein durch seine Anwesenheit in Tränen aus. 

Benediktbeuern/Wolfratshausen Die Frau konnte den Mann auf der Anklagebank nicht anschauen. Als sie sich vor Beginn der Verhandlung für einen Moment in die Zuschauerreihe setzte, während sie darauf wartete, vom Richter über ihre Zeugenpflichten belehrt zu werden, drehte sie ihren Stuhl quer, um den Anblick zu vermeiden. Tränen liefen über ihre Wangen. Aussagen musste die Jobcenter-Mitarbeiterin jedoch nicht. Das Verfahren gegen den Benediktbeurer (49), der sich wegen Bedrohung, falscher Verdächtigung und übler Nachrede verantworten musste, wurde vorher eingestellt.

Am 20. Juli vorigen Jahres gegen 9.30 Uhr soll der Benediktbeurer (49) sich am Schreibtisch der Jobcenter-Mitarbeiterin aufgebaut und gedroht haben: „Ich hau dich tot.“ Dann habe er das auf dem Tisch liegende Telefon genommen und angedeutet, es nach der Frau zu werfen. Einen Tag später erhielt das Job-Center zwei Briefe: Der Angeklagte reichte damit eine Dienstaufsichtsbeschwerde ein, ein Brief trug die Unterschrift der Ehefrau des Angeklagten. Die Gattin warf der Mitarbeiterin vor, sie stehe ihr und ihrem Mann feindselig gegenüber, weil sie Moslems seien, und sie habe ihr vorgeworfen, dass sie ein Kopftuch trage. Der Ehemann hatte der Sachbearbeiterin ebenfalls Feindseligkeit unterstellt. Zudem habe sie Bescheide an ihn manipuliert, um ihm zu schaden und sich mit einer Kollegin darüber unterhalten, „wie sie uns loswerden“.

Nachdem die Anklageschrift verlesen war, bat der Verteidiger um ein Rechtsgespräch. Wenig später war die Sache erledigt. „Das Gericht und die Staatsanwaltschaft haben dem Angeklagten in Aussicht gestellt, im Falle einer Entschuldigung sowie einer Zahlung von 1000 Euro das Verfahren einzustellen“, diktierte Richter Helmut Berger das Ergebnis des Gesprächs ins Protokoll. „Entschuldigung, es tut mir leid“, sagte der Mann, der in feinem Anzug mit Weste und Krawatte vor Gericht erschienen war.

Die 1000 Euro Geldauflage muss der Angeklagte an den Verein Brücke Oberland zahlen. „Derartige Schreiben können in keinem Fall geduldet werden“, machte Berger dem Angeklagten klar. Die Verfahrenseinstellung sei eine einmalige Sache, unter anderem, weil sich der Beschuldigte bisher nichts habe zuschulden kommen lassen.

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