Landgericht

Anlagebetrug: Benediktbeurer (61) muss fast sechs Jahre ins Gefängnis

Mit seinem Partner hatte er 2,7 Millionen Euro illegal kassiert. Wegen Anlagebetrug muss ein 61-jähriger Benediktbeurer nun fünf Jahre und zehn Monate ins Gefängnis. 

Iffeldorf/Benediktbeuern – Sie versprachen eine geniale Rendite und leisteten eigentlich gar nichts: Wegen Betrugs beziehungsweise Beihilfe zum Betrug müssen zwei Männer aus Benediktbeuern (61) und Gilching (74) ins Gefängnis oder Wiedergutmachung leisten. Das Landgericht München II verhängte gegen den 61-Jährigen eine Haftstrafe von fünf Jahren und zehn Monaten. Der Ältere kam mit einer Bewährungsstrafe von zwei Jahren davon. Als Auflage muss er 6000 Euro zahlen. Das Duo hatte lange an das propagierte Anlagesystem geglaubt (wir berichteten) – der 61-Jährige sogar noch über sein Geständnis hinaus.

„Die beiden Angeklagten sind Betrüger“, begann die Vorsitzende Richterin Michaela Welnhofer-Zeitler ihre Urteilsbegründung. Über ein Schweizer Unternehmen mit Niederlassung in Iffeldorf hatten sie zwischen 2009 und 2013 eine Verzinsung der Anlagegelder in Höhe von drei bis fünf Prozent pro Monat versprochen. Die Einlagen ließen nicht lange auf sich warten. Am Ende kassierten die Angeklagten 2,7 Millionen Euro. Einen Teil davon gaben sie im Schneeballsystem an die Anleger weiter – quasi zur Beruhigung. Doch irgendwann brach das System zusammen, die Männer landeten schließlich in Untersuchungshaft.

Der 74-Jährige hatte 2012 große Zweifel an dem Angebot gehegt. Er nahm aber in Kauf, dass es falsch ist, was er den Anlegern erzählte, er meldete seine Bedenken allerdings nicht. Es fehlte wohl an „kommunikativem Austausch“, mutmaßte die Richterin. 

Angela Walser

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