Ein Live-Gottesdienst aus der Basilika mit Pater Norbert Schützner (zweite Reihe, 2. v. li.) sowie ein außergewöhnlicher Online-Treff kennzeichneten die Feier.
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Ein Live-Gottesdienst aus der Basilika mit Pater Norbert Schützner (zweite Reihe, 2. v. li.) sowie ein außergewöhnlicher Online-Treff kennzeichneten die Feier.

KSH Benediktbeuern

Auch am Bildschirm kann man gut feiern: Absolventen der Stiftungshochschule verabschiedet

  • Christiane Mühlbauer
    vonChristiane Mühlbauer
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In einer Bachelorfeier der besonderen Art wurden 46 Absolventen des Studiengangs Soziale Arbeit sowie Religionspädagogik und kirchliche Bildungsarbeit an der Katholischen Stiftungshochschule (KSH) in Benediktbeuern verabschiedet.

Benediktbeuern – Trotz räumlicher Distanz wurde würdig miteinander gefeiert und den über das Netz miteinander verbundenen Absolventen viel Glück und Erfolg auf ihren wichtigen beruflichen Weg mitgegeben. Der Festgottesdienst in der Basilika wurde per Zoom live auf die Bildschirme der Absolventen übertragen, berichtet Alexandra Hessler, Pressesprecherin der KSH in Benediktbeuern. Die Studenten konnten sich live einbringen. So wurden beispielsweise auf dem Online-Dienst „Menti“ die Fürbitten eingetragen und erschienen dann in Echtzeit auf einer großen Leinwand neben dem Altar. Selbst Pater Norbert Schützner hatte sein Smartphone in der Hand: „Das ist für mich recht ungewöhnlich während eines Gottesdienstes, aber es ist eben wie im echten Leben.“

Das abschließende Treffen fand komplett im virtuellen Raum statt, nämlich auf der Online-Plattform „Gathertown“, auf der man als „Avatar“ über den Klostercampus laufen und andere Mitstudierende treffen konnte. Sektgläser wurden in Kameras gehalten, um sich damit zuzuprosten. „Die feierlich gelöste Stimmung übertrug sich tatsächlich auch im Internet“, berichtet Hessler. „Die meist gestellte Frage war: ,Wie findest du die Feier?‘, und die Antwort war meistens: ,Ich bin überrascht, wie lebendig es ist‘.“

Das Organisationsteam rund um Magdalena Mai und Oliver Adam hatte trotz Planungsunsicherheit in kurzer Zeit ganze Arbeit geleistet und in Absprache mit der Hochschulleitung eine besondere Feier auf die Beine gestellt, die sicher in bester Erinnerung bleiben werde, so Hessler: „Es gab viele Musik- und Videoeinspielungen der Studierenden und Bilder von Absolventen zu sehen, die zuhause mit ihren vorab zugesandten Zeugnissen an festlich gedeckten Tischen sitzen.“

Viele der Bachelorarbeiten beschäftigen sich heuer mit digitalen Themen, berichtet Hessler und nennt als Beispiel unter anderem „Die Relevanz der Onlineberatung in der Sozialen Arbeit am Beispiel der Caritas Garmisch-Partenkirchen“ oder „Möglichkeiten digitaler Technik für Menschen mit Behinderung“. Geschrieben wurde aber auch über klassische Themen der Sozialen Arbeit, etwa „Trauerbegleitung von Kindern und Jugendlichen“.

Prof. Ursula Mosebach, die Vorsitzende der Prüfungskommission, äußerte sich lobend über die guten Leistungen, die an die Erfolge anderer Jahrgänge anknüpften. Und Hochschulpräsident Professor Hermann Sollfrank freute sich, dass es auch für die diesjährigen Absolventen kein Problem darstelle, einen guten Job zu finden. „Fachkräfte wie Sie werden dringend gesucht.“ Gleichzeitig wies er auf die Defizite in der finanziellen Vergütung von Berufen in der Sozialen Arbeit hin.

Studiendekan Prof. Pater Bernhard Vondrasek betonte, wie wichtig es in der zukünftigen Arbeit der Absolventen sei, Menschen zu befähigen, ihr eigenes Leben gut gestalten zu können: Die Studierenden selbst zogen ebenfalls eine positive Bilanz ihrer Zeit am Campus, in der sie vor allem viel über Mut und Engagement gelernt hätten. Ein frischgebackener Bachelor meinte: „Überall dort, wo Rassismus, Hass, Ungerechtigkeit herrscht, können wir dazu beitragen, etwas dagegen zu tun, wir werden gebraucht.“  

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