Routiniert und mit Gefühl kürzen die Sensenmänner die Kloster-Wiesen: (von vorne) Christof Lorenz, Arnold Palmer Nikolaus Pfannkuch und Werner Kleemann. 
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Routiniert und mit Gefühl kürzen die Sensenmänner die Kloster-Wiesen: (von vorne) Christof Lorenz, Arnold Palmer Nikolaus Pfannkuch und Werner Kleemann. 

Mit der Sense auf der Walz 

Die Sensenmänner sind in Benediktbeuern

  • Felicitas Bogner
    vonFelicitas Bogner
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Fünf Sensenmänner sind auf der Walz durch Oberland. Auch im Kloster Benediktbeuern bekamen sie Unterschlupf für ihre Unterstützung bei der Mahd. 

Benediktbeuern – Normalerweise läuft einem ein Schauder über den Rücken, wenn man vom „Sensenmann“ hört. Ihn gar zu sehen – für viele ein Albtraum. Aber vor den Sensenmännern Nikolaus Pfannkuch aus Penzberg, Christof Lorenz aus Schöllkrippen, Arnold Palmer aus Baden, Werner Kleemann aus Weißenburg und Georg Mahn aus Großhartpennig braucht man wahrlich keine Angst zu haben. Ganz im Gegenteil. Vor allem Landwirte haben Grund zur Freude, wenn sie die Sensenmänner sehen. Sie helfen bei ihrer besonderen Wanderung durchs Oberland bei der Mahd. Momentan verweilen sie auf ihrer Walz noch in Benediktbeuern und mähen dort per Hand die Wiesen des Klosters.

Fünf „Sensenmänner“ mähen die Wiesen im Kloster Benediktbeuern 

Sie beherrschen die uralte und ökologisch schonendste Methode der Wiesenmahd – ganz ohne Maschine oder Motor. Sie brauchen nur ihre Sense und einen Schleifstein zum Wetzen. Im Gepäck haben sie sonst nur Wasser, Werkzeug, Ziach und Schreibzeug.

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Am Wochenende ziehen sie weiter. Richtung Holzkirchen. Die Walz geht noch bis Sonntagabend. „Wir wollen das nun zwei mal im Jahr für eine Woche machen“, erklärt Christof Lorenz, selbst ausgebildeter Sensenlehrer. Für die kommenden Wanderungen haben sie jedoch weitere Ziele. Sie wollen quer durch Deutschland. „Bis nach Flensburg“, sagt Lorenz und stützt sich lachend auf den Stiel seiner Sense. „So können wir Wissen aus anderen Regionen aufnehmen und unseres weiter geben“, erklärt er.

Nächster Halt auf der Walz: Holzkirchen 

Angetrieben werden die Männer von ihrer Leidenschaft zum Mähen und zur Natur. „Mit der Sense kann man die Wiesen nachhaltig kürzen. Man kann zum Beispiel Blühblumen stehen lassen“, sagt Lorenz. Ein Rasenmäher oder gar Mähroboter zerstört dagegen die gesamte Fauna auf den Wiesen. Die Folge ist Insektensterben. Neben den ökologischen Gründen hat das Mähen per Sense noch einen Vorteil. „Ich kann dabei entschleunigen und abschalten. Das Gras gibt mir den Takt an“, sagt Kleemann.

Sensenmahd ist nachhaltig und ökologisch 

Die meisten beherrschen das Handwerk noch, weil sie es von ihren Vätern und Großvätern gelernt haben. „Da die Mahd per Sense durch die Technik zurückgegangen ist, ist es wichtig, das Wissen anderen Generationen weiterzugeben“, sagt Lorenz. Durch die derzeit erhöhte Aufmerksamkeit auf Nachhaltigkeit hoffen die Männer auf einen Interessen-Aufschwungfür die Sensenmahd. 

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