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Südtiroler Virtuose: Herbert Pixner an der Diatonischen verzaubert seine Zuhörer im Maierhof.

Auftakt des Konzertsommers im Maierhof

Herbert-Pixner-Fans trotzen tapfer dem Regen in Benediktbeuern

Herbert Pixner und seine drei Kollegen sorgten für einen ausverkauften Maierhof am Freitagabend in Benediktbeuern. Am Ende erhielten aber die Fans von den Musikern Applaus, weil sie im strömenden Regen ausgeharrt hatten.

Benediktbeuern Die Musiker verwöhnten ihr Publikum mit Stücken aus inzwischen fünf Alben. Der Erfolg der vier Südtiroler liegt in ihrer Kunst, die alpenländischen Weisen wie Walzer, Polka oder Zwiefacher mit Rhythmen und Klängen aus der ganzen Welt zu vermischen, ohne die Originale zu verraten. Außerdem sind Heidi Pixner (Harfe), Manuel Randi (Gitarre), Werner Unterlercher (Kontrabass) und Herbert Pixner (Diatonische, Klarinette, Trompete, Saxofon) Virtuosen. Über ein Dutzend Saiten- und Blasinstrumente haben sie zur Hand. Wenig verwunderlich, dass sie ab Oktober mit den Berliner Symphonikern auf die „Symphonic-Alps-Tour“ gehen.

Konzertauftakt im Trockenen: Im Verlauf des Openairs setzten kräftige Regenschauer ein.

Von kräftigem, erdenschwerem Rhythmus, mit Stampfen verstärkt, über die rockige E-Gitarre bis zu zerbrechlichen Soli von Harfe und Trompete reicht die musikalische Vielfalt des Herbert-Pixner-Projekts. Mit dem „Perchtentanz“ stimmten sie mit einer sehr traditionellen Weise ein. Allerdings waren zu diesem Zeitpunkt noch nicht alle Zuschauer durch den einzigen Sicherheitseinlass gelangt. Pixner kommentierte trocken: „Wir spielen inzwischen ein bisschen Einlassmusik.“

Beim „Sommernachtswalzer“ mischte Randi mit der Gitarre erste südländische Klänge in den gemütlichen Walzer. Beim „Tango to go“ zeigten alle vier mit Soli ihr Können. Randi legte auf der Flamencogitarre ein flammendes Intro vor, dem die schnelle und elegante Melodie folgte. Helle, schwebende Klänge trug Heidi Pixner auf der Harfe bei. Pixner und Randi lockten einander, antworteten sich, musikalisch wie mimisch. Diese Leidenschaft und Freude am Spielen lieben die Fans. In „Könige der Nacht“ und „Hirtabua“ verwandelte sich Pixner in den lässigsten Bluestrompeter der Alpen, zurückgelehnt, in blaues Licht und Nebel getaucht. „Hirtabua“ wollten sie eigentlich nach sieben Jahren nicht mehr jedes Mal spielen. Dann hätten sie aber nicht die Fans online befragen dürfen. Die gaben Bescheid, dass genau das nie fehlen dürfe. Die Vertonung der schaurigen Legende der Sennenduntschi, die auf der Alm grausam Rache an drei Hirten nimmt, ist inzwischen ein „Klassiker“.

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Ausgerechnet bei „Morgenrot“, dem ersten großen Erfolg der Gruppe, setzte der Regen ein. Das Stück wurde gestört von den sich Regencapes überziehenden Menschen. Auch die vier Musiker blickten traurig auf das Schauspiel.

Der prasselnde Regen verstärkte die Wirkung der Stücke wie „Summer-Bossa“ und „Nur für dich allein“ – sie luden zum Träumen ein, nämlich vom Sommer. Pixner verkündete, auf die Pause zu verzichten. Nach weiteren drei Stücken fragte er fürsorglich: „Sollen wir noch spielen?“ Johlende Zustimmung. Der Regen wurde zum silbernen Vorhang vor der Bühne, wenn die Scheinwerfer aufs Publikum glitten. Das Wetter war besser zu ertragen mit den rockigen und schnellen Stücken „Electrifying Overture“ und „Serpent“ vom jüngsten Album „Lost Elysion“, als mit langsamen Weisen.

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„Alps“ präsentierte die Band ebenfalls vom neuen Album, ein melanchonisches Stück, das auf der Bühne großen Klang entfaltete. Pixners leidenschaftlich klagendes Trompeten-Solo erzählte von der Einsamkeit auf 2500 Metern, aber auch von der Schönheit und dem anstrengenden Weg dorthin. An diesem Abend wurde es zur Ode über die Treue der Fans, die im strömenden Regen ausharrten. Nach zwei erklatschten Zugaben spendeten die Musiker dem Publikum dankbar Applaus dafür. (bib)

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