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Benediktbeurer (36) wegen Körperverletzung zu sieben Monaten auf Bewährung verurteilt

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Von: Rudi Stallein

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Der Verurteilte muss an den Verein Frauen helfen Frauen zahlen. dpa/A Angeklagter wurde ohne Führerschein erwischt
Der Verurteilte muss an den Verein Frauen helfen Frauen zahlen. dpa/A Angeklagter wurde ohne Führerschein erwischt © David-Wolfgang Ebener

Weil er seine Freundin geschlagen haben soll und ihr unter anderem einen Ohrring aus dem Ohr gerissen haben soll, musste sich ein Benediktbeurer nun vor Gericht verantworten.

Benediktbeuern – Ein Mann soll seine Freundin geschlagen, ihr eine Kette vom Hals und einen Ohrring aus dem Ohr gerissen haben. Vor Gericht, wo er sich wegen Körperverletzung und Sachbeschädigung verantworten musste, schwieg der Benediktbeurer (36). Die Frau, inzwischen die Verlobte des Beschuldigten, äußerte sich ebenfalls nicht mehr zu dem Vorfall. Trotzdem wurde der arbeitslose Kfz-Mechaniker zu einer Freiheitsstrafe von sieben Monaten verurteilt, die das Gericht für drei Jahre zur Bewährung aussetzt.

Benediktbeurer zu sieben Monaten auf Bewährung verurteilt: Nachbarin hörte laute Schreie aus dem Nachbarzimmer

Das Gericht stützte sein Urteil auf die Aussage einer Nachbarin, bei der die Geschädigte nach der Misshandlung durch ihren Freund Zuflucht gesucht hatte. Die Servicekraft (56) war quasi „live dabei“ und schilderte ausführlich, was sie über den Vorfall, der sich am 27. Dezember vorigen Jahres gegen 16 Uhr ereignete, mitbekommen hatte. Sie sei vom Einkaufen zurückgekommen und habe ihre Einkäufe weggeräumt, als sie „laute Schreie aus dem Nachbarzimmer“ hörte.

Die Mitbewohnerin sei schreiend aus ihrem Zimmer gekommen, habe sich hinter sie gestellt und gerufen: Er schlägt mich! „Sie zitterte, war völlig aus der Spur“, berichtete die Zeugin. Der Mann sei dazugekommen und habe die Frau lautstark als Hure beleidigt. Dann sei er ins Zimmer zurückgegangen und habe die Möbel demoliert. „Dass er sie geschlagen hat, habe ich nicht gesehen“, sagte die 56-Jährige, aber als sich die Situation beruhigt hatte, habe die Geschädigte erzählt, der Mann habe sie geschlagen und am Hals gepackt.

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Der Angeklagte brachte bereits mehrere Vorstrafen mit

Für den Angeklagten kam erschwerend hinzu, dass er bereits acht Vorstrafen von versuchter Strafvereitelung über Beleidigung bis zu mehreren Diebstahlsdelikten mitbrachte. Zuletzt war er im August vorigen Jahres zu einem Jahr Gefängnis verurteilt worden und steht seither unter offener Bewährung. Während er zu dem Streit mit seiner Verlobten nichts sagen wollte, gab er einen weiteren Vorwurf zu: Im Februar und im März dieses Jahres war er zwei Mal in Bichl ohne gültigen Führerschein erwischt worden, weshalb eine Anklage wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis hinzukam. „Es tut mir leid, was ich da gemacht habe“, erklärte der Mann kleinlaut. Er sei schon zur Fahrschule angemeldet gewesen. „Aber wegen Corona hat alles lange gedauert, deshalb habe ich zwei Mal eine Probefahrt gemacht.“

Der Verurteilte muss an den Verein Frauen helfen Frauen zahlen

Während sich für die Staatsanwältin durch die Beweisaufnahme sämtliche Tatvorwürfe „vollumfänglich bestätigt“ hatten, weshalb sie eine Freiheitsstrafe von sieben Monaten ohne Bewährung beantragte, hatte Verteidiger Burkhard Pappers hinsichtlich des Hauptanklagepunktes „erhebliche Zweifel, was sich in der Wohnung abgespielt hat“. Er beantragte, seinen Mandanten in diesem Punkt freizusprechen und ihm wegen der verbleibenden Autofahrten „eine Strafe zu geben, die ihm ermöglicht, bei der Geburt seines Kindes dabei zu sein.“

Richter Helmut Berger setzte die Freiheitsstrafe von sieben Monaten „mit Bedenken“ zur Bewährung aus. „Er scheint mir sehr impulsiv zu sein. Wenn er das nicht in den Griff bekommt, werden wir uns hier wiedersehen“, sagte Berger in seiner Urteilsbegründung. Die Bewährungszeit beträgt drei Jahre, als Auflage muss der Verurteilte 1500 Euro an den Verein Frauen helfen Frauen zahlen.

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