S-Bahn-Ärger auf der Stammstrecke: Feuerwehreinsatz - Ein Bahnhof ist gesperrt 

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Der belastete Aushub am Baugebiet „Westlich der Bahn“ ist nur teilweise abgedeckt. Anlieger in Benediktbeuern sorgen sich wegen der Altlasten. 

„Schön wohnen am Klostergarten“

Baugebiet „Westlich der Bahn“: Ärger um Aushub

Fünf Doppelhäuser und ein Dreispänner sollen auf dem neuen Baugebiet „Westlich der Bahn“ an der Meichelbeckstraße in Benediktbeuern entstehen – ein Vorhaben, dem viele Anwohner kritisch gegenüberstehen. In der jüngsten Gemeinderatssitzung stellte der Bauträger die Pläne vor.

Benediktbeuern „Schön wohnen am Klostergarten“: Unter diesem Motto will die Firma Keval aus Grünwald, die 2018 das Areal unmittelbar gegenüber dem Bahnhof erworben hat, neuen Wohnraum schaffen. Zahlreiche Anwohner waren zur Sitzung am Mittwoch erschienen, in der Keval-Geschäftsführer Andreas Huber konkrete Pläne vorstellte. Sehr ins Detail ging er dabei allerdings nicht. Huber ging lediglich darauf ein, dass sich die Gebäude in ihrem Aussehen an den bestehenden Gebäuden im Dorf orientieren sollen: Vorgesehen seien darum Fensterläden und Gauben sowie viel Holz und eine „dezente Farbgestaltung“ der Fassaden.

Auf die Nachfrage von Rudi Mühlhans, was denn konkret mit dem belasteten Bodenaushub passieren solle, erläuterte Huber, dass diese Arbeiten bereits im Gange seien. „Der Oberboden wird abgetragen“, so Huber. Das Material werde anschließend beprobt und dann – je nach Belastung – auf den entsprechenden Deponien entsorgt. „Belastetes Material wird entfernt“, beruhigte Huber. Die Arbeiten würden von den entsprechenden Fachstellen im Landratsamt begleitet. Wie tief der Boden ausgehoben werde, variiere dabei stark je nach Belastung. Überwiegend betrage die Aushubtiefe 30 bis 35 Zentimeter. Das werde auch nicht mehr aufgefüllt. „Aber an einigen Stellen wird deutlich tiefer ausgehoben.“

Wie berichtet äußerten einige Behörden bereits bei der Aufstellung des Bebauungsplans Bedenken wegen der Altlasten im Boden. 2015 wurden hier laut dem Sachgebiet Bodenschutzrecht des Landratsamts belasteter Gleisschotter und Schlackenreste bis in etwa 1,40 Meter Tiefe gefunden. Vorgabe war es, das ausgehobene belastete Material in Erdhaufen zu lagern und mit Folie abzudecken, um sie vor Witterungseinflüssen zu schützen und beispielsweise zu verhindern, dass Giftstoffe durch Regen und Schnee wieder ins Erdreich gespült werden. Wie einige Anwohner nach der Sitzung kritisierten, seien derzeit nicht alle die Erdhaufen abgedeckt.

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Was den Anwohnern außerdem Sorge bereitet, sind der fehlende Gehweg im Bereich des Neubaugebiets und die damit erhöhte Gefährdung für Fußgänger. Mühlhans überreichte einen offenen Brief sowie eine Liste mit den Unterschriften von 101 Bürgern. Damit wollen sie ihrer Forderung nach dem Bau eines Gehwegs Nachdruck verleihen. Wie Zweiter Bürgermeister Hanns-Frank Seller sagte, sei prinzipiell genug Fläche zur Schaffung eines Gehwegs vorhanden, da das Bebauungsplan-Gebiet nicht bis zum Rand bebaut werde. „Ich unterstreiche den Willen der Gemeinde, da eine Lösung zu finden“, sagte Seller. Wie Seller ergänzte, habe Bürgermeister Hans Kiefersauer noch für die neu entstehenden Gebäude ein Vorkaufsrecht für Benediktbeurer ausgehandelt.

Für den Bau dieser Häuser samt Garagen und Stellplätzen im Genehmigungsfreistellungsverfahren erteilten die Räte anschließend das gemeindliche Einvernehmen. Für Seller sehen die Gebäude „durchaus apart“ aus. „Das könnte ein schnuckeliges Wohngebiet werden.“fn

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