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Wenn die Eltern sich trennen, ist das für die Kinder keine leichte Situation.

Neues Angebot an der Benediktbeurer Schule

Bei der Trennung nicht alleine sein

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Wenn Eltern sich trennen, ist es für Kinder nicht leicht. Um zu lernen, wie man mit dieser Situation zurecht kommt, gibt es nun an der Schule in Benediktbeuern erstmals ein pädagogisches Angebot.

Benediktbeuern– Ständige Streitereien, Trennung, vielleicht sogar ein Wohnungs- und Ortswechsel: Für Kinder ist es schmerzhaft und schwierig, wenn die Eltern beschließen, getrennte Wege zu gehen. Häufig fühlen sie sich ohnmächtig und hilflos, nicht selten geben sie sich eine Mitschuld.

An der Grundschule in Benediktbeuern gibt es seit diesem Schuljahr erstmals eine Trennungs- und Scheidungskindergruppe. Die Schule arbeitet hier mit der Ökumenischen Erziehungsberatungsstelle zusammen, berichtet Jugendsozialarbeiterin Anja Seigies. Ähnliche Angebote gibt es in Bad Tölz und Geretsried. „Auch in Benediktbeuern war es schon länger geplant, es war eine Herzensangelegenheit unserer ehemaligen Rektorin Ursula Kirsch“, sagt Seigies.

Das Angebot richtet sich an Kinder zwischen sieben und zehn Jahren. Die Gruppe trifft sich zehnmal für zwei Stunden am Nachmittag in der Schule. Geleitet wird sie von Pädagogen der Ökumenischen Beratungsstelle. „Eigentlich könnten wir das Angebot auch sehr gut für Mittelschüler gebrauchen, aber dafür müsste man inhaltlich pädagogisch ein anderes Konzept erarbeiten“, sagt Seigies.

Die teilnehmenden Kinder sollen lernen, wie sie mit der geänderten Lebenssituation zurecht kommen können. Es geht zum Beispiel darum, sich mit Gefühlen und Wünschen auseinanderzusetzen, am eigenen Selbstwertgefühl zu arbeiten und Verhaltensstrategien zu lernen. Pädagogische Spiele sollen den Kindern helfen, zu anderen Menschen wieder Vertrauen aufbauen zu können. „Ich denke, für die Kinder ist es sehr wichtig, unter Gleichgesinnten zu sein“, sagt Seigies. Nicht selten komme es vor, dass Kinder sich schämten, wenn die Eltern sich trennen, und sich ganz in sich zurückziehen. „Häufig führt das dann auch zu Schulproblemen.“

In die Gruppenarbeit werden auch die Eltern miteinbezogen – die Erziehungsberatungsstelle legt Wert darauf, dass beide Partner am Elternabend teilnehmen. Bei der Arbeit mit Mutter und Vater geht es darum, sie für die Bedürfnisse der Kinder zu sensibilisieren, die Kommunikationsstrategien zu verbessern und zu versuchen, Spannungen in der Familie zu reduzieren.

Und nicht zuletzt geht es darum, Kindern und Eltern Wissen zu vermitteln, wie Trennung und Scheidung eigentlich ablaufen, und welche Einrichtungen daran beteiligt sind.

Die Teilnehmer für den ersten Kurs hat Seigies persönlich angesprochen und auf das Angebot aufmerksam gemacht. Auf dem Land, sagt die Jugendsozialarbeiterin, sei beim Thema Trennung schnell Schamgefühl zu spüren. Die aktuelle Gruppe wird sich noch mehrere Male bis Mitte Dezember treffen. Ob es im Frühjahr beziehungsweise im kommenden Schuljahr eine Neuauflage gibt, wird sich zeigen. „Es kommt darauf an, wie groß der Bedarf ist“, sagt Seigies.

Weitere Infos

Eltern, die Fragen zum Angebot der Kinder- und Jugendhilfe haben, können sich vertraulich per E-Mail an Anja Seigies wenden: Jugendsozialarbeit.Benediktbeuern@kijuhi.awo-obb.de.

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