Das Gelernte umsetzen konnten die Teilnehmer um Franziska Ruhdorfer beim Sensologen-Kongress in Benediktbeuern.
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Das Gelernte umsetzen konnten die Teilnehmer um Franziska Ruhdorfer beim Sensologen-Kongress in Benediktbeuern.

5. Sensologen-Kongress 

Von Sensenmännern und -frauen

  • Patrick Staar
    vonPatrick Staar
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So eine Stimmung wie am Samstag erlebt man rund um das Kloster Benediktbeuern selten: Fans schreien, klatschen, feuern an, rufen „Hey, hey, hey!“, „Hau rein!“ und „Super – zieh durch!“ Klingt fast wie bei einem Fußballspiel, war aber tatsächlich das unterhaltsame Finale des 5. Sensologen-Kongresses.

Benediktbeuern – Ausgeloste Vierer-Teams traten gegeneinander an, um zu ermitteln, wer ein Stück der Streuobst-Wiese am schnellsten mit der Sense mähen kann. Es war der ungewöhnliche Schlusspunkt einer ungewöhnlichen Veranstaltung – die eigentlich anders hätte ablaufen sollen. Geplant war unter anderem ein einstündiger Vortrag im Kloster, garniert mit Dias, Fotos und Filmen. Doch dieser Programmpunkt musste aufgrund der Corona-Auflagen entfallen. Die rund 40 Teilnehmer erhielten im Freien Einblick in fünf verschiedene Dengelmethoden, lernten das richtige Schärfen der Sense mit dem Wetzstein, aber auch, wie die Sense körper- und mähgerecht eingestellt wird. Die richtige Einstellung und Schärfe der Sense konnten sie dann auf der Wiese testen.

Geduld und Sorgfalt nötig 

„Dengeln ist eine ganz entscheidende Sache“, betont Kurs-Leiter Otto Gion (siehe Interview). „Der Beste kann nicht mähen, wenn die Sense nicht scharf ist.“ Um eine Sense zu dengeln – also zu schärfen –, sei Geduld und Sorgfalt nötig. „Es kommt auf die Genauigkeit an, man darf nicht hudeln.“ Wenn man die Sense durch einen Maulwurf- oder Ameisenhaufen zieht, sei die Schneide kaputt: „Saubermachen, wetzen, dann geht’s wieder weiter.“

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Einer seiner Co-Referenten war Christian Thim, der mittlerweile ein echter Experte in Sachen Sensen-Mahd ist. Dabei habe er vor fünf Jahren überhaupt noch nicht gewusst, wie man eine Sense richtig einstellt und wie man sie dengelt. „Aber dann war ich bei Hinz und Kunz und bin bis nach Südtirol gefahren, um von den ganzen Großmeistern der Sensenmahd zu lernen. Die mähen drei Hektar pro Saison – da fliegt die Sense.“ Das erworbene Wissen versuche er nun weiterzugeben. Und er wendet es auch selbst beruflich an: Thim ist Teil einer neu aufgebauten Sensen-Mäh-Mannschaft am Tegernseer Bauhof.

Sensen-Mahd als nachhaltige und umweltfreundlich Art das Gras zu kürzen 

Die Vorteile dieser Art zu mähen liegen für ihn auf der Hand: „Die Sensen-Mahd ist nachhaltig, insekten- und umweltfreundlich. Man macht keinen Krach, verbraucht kein Benzin, und es ist ein schönes, leichtes Arbeiten – wenn man weiß, wie es geht.“

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Susanne Spensberger aus Ried hatte beim Sensologen-Kongress einige Aha-Erlebnisse: „Mir war gar nicht klar, dass die Schneide so dünn und biegsam sein muss, wie bei einer Rasierklinge. Ich hab’ das mit dem Fingernagel nachkontrolliert – das ist der Wahnsinn.“ Ihr neu gewonnenes Wissen will sie nun zu Hause anwenden: „Wir haben öfter hohes Gras auf dem Grundstück zu mähen. Das macht momentan meine Mama, aber jetzt kann ich sie vielleicht unterstützen.“

Auf die richtige Pflege kommt es an: Co-Referent Christian Thim erklärt, wie man die Sense dengelt. 

Auch der Neubiberger Bernhard Hofer will nun öfter zur Sense greifen. „Vor 30 Jahren hab’ ich das zum letzten Mal gemacht, dann hab’ ich es zugunsten eines Rasenmähers aufgegeben.“ Gleichwohl empfindet er das Mähen mit der Sense als faszinierend: „Mit Training und dem richtigen Kurs geht das richtig gut.“ Entscheidend seien das Dengeln und eine scharfe Schneide: „Alles andere macht keinen Sinn. Ich hab’ mir mal eine Sense im Baumarkt gekauft, die hat gar nicht funktioniert.“

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