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Beliebter Moosrundweg zum Teil gesperrt

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Der Moosrundweg 1 gehört zu den meistgenutzten Wander- und Radwegen in Benediktbeuern. Seit Freitag ist er zum Teil gesperrt – aus Sicherheitsgründen. Deswegen steht auch eine Verlegung des Teilstücks entlang der Loisach im Raum.

Benediktbeuern – Die Gemeinde Benediktbeuern reagierte schnell: Am Freitag rief ein besorgter Mitarbeiter der Flussmeisterstelle an. Noch am selben Tag beschloss Bürgermeister Hans Kiefersauer, ein Teilstück des Moosrundwegs 1 bis auf Weiteres zu sperren. Die Gemeinde kann auf dem Teilstück entlang der Loisach die Sicherheit von Fußgängern und Radfahrern nicht mehr gewährleisten.

Dafür gibt es laut dem Rathaus-Chef zwei Gründe: „Zum Teil bricht die Uferböschung weg.“ Gerade in der Dämmerung und bei Dunkelheit könnte dieser Umstand für Benutzer des Wegs gefährlich werden. Die Gemeinde kann und will die Haftung nicht übernehmen.

Dann ist da noch das viele Totholz. Schon beim leichtesten Windhauch könnte es abbrechen, so die Befürchtung. Gefahr droht auch von lebenden Bäumen. Manche hat der Biber so stark angenagt, dass sie jeden Moment auf den Weg stürzen könnten. Sobald es geht, sollen sie gefällt werden. Allerdings dürfen Bäume wegen der beginnenden Brutzeit der Vögel nur bis Ende Februar umgeschlagen werden. „Ausnahmen muss die Untere Naturschutzbehörde genehmigen“, erklärt Kiefersauer.

Einen entsprechenden Antrag will die Gemeinde nach einem Ortstermin kommende Woche stellen. Auch das Totholz soll sobald wie möglich entfernt werden. Der Bürgermeister sieht in diesen Schritten aber keine endgültige Lösung. Mittelfristiges Ziel sei es, den Weg entlang der Loisach künftig um mindestens vier bis Meter nach Osten zu verschieben. Das wäre auch im Sinne des Wasserwirtschaftsamtes beziehungsweise der Flussmeisterstelle, weiß Kiefersauer.

Andere sehen diesen Plan eher kritisch, zum Beispiel Pater Karl Geißinger. Der Rektor des Zentrums für Umwelt und Kultur (ZUK) versteht zwar, warum die Gemeinde und die Behörde so eine Verlegung des Wegs anstreben. „Dann kommt man aber in die hochsensiblen Gebiete der Wiesenbrüter hinein.“ Pater Geißinger denkt zum Beispiel an Hundebesitzer, deren Vierbeiner die brütenden Tiere aufschrecken könnten.

Dieser Problematik ist sich Bürgermeister Kiefersauer bewusst. „Das wird nicht einfach.“ Nichtsdestotrotz will er mit der Unteren Naturschutzbehörde und den privaten Grundstückseigentümern Kontakt aufnehmen. Der Weg entlang der Loisach gehört nämlich nur zum Teil der Gemeinde. Neben einigen Privatleuten nennt auch das ZUK einen Teil davon sein Eigen.

Dass die Gemeinde nun einen Abschnitt gesperrt hat, nimmt Pater Geißinger gelassen auf. Ihm kommt es darauf an, dass Einheimische und Touristen beliebte Angebote wie den Klang- oder den Moorpfad erreichen können. Und dass der Radweg nach Sindelsdorf und Penzberg offen ist. Die Umleitung weiter östlich parallel zur Bahntrasse nennt er „erträglich“.

Warum die Gemeinde das Teilstück bis auf Weiteres komplett gesperrt hat, ist ihm allerdings ein Rätsel. „Das kann ich so nicht ganz nachvollziehen.“ Aus seiner Sicht hätte es gereicht, an den Stellen, wo die Böschung abbricht, Warnschilder aufzustellen. Totholz und angenagte Bäume müssten zwar auf jeden Fall entfernt werden. Eine komplette Sperre hält er aber nur für notwendig, wenn ein starker Wind die Gefahr erhöhe, dass Äste auf den Weg fallen könnten.

Besonders am Herzen liegt Pater Geißinger das Thema Totholz. Dieses sei für die Vielfalt der Ufervegetation an der Loisach „enorm wichtig“. Der Weißrücken- oder der Kleinspecht beispielsweise seien darauf angewiesen. Deshalb hofft er, dass kein kompletter Kahlschlag geplant sei. Einerseits die Sicherheit der Erholungssuchenden zu gewährleisten und andererseits den Lebensraum von Tieren und Pflanzen nicht zu zerstören – diese Gratwanderung muss die Gemeinde nun hinbekommen.

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