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Fünf Studentenwohnheime gibt es derzeit in Benediktbeuern, nun sollen angrenzend drei weitere Häuser hinzukommen. Das Bistum Augsburg will die Pläne in Kürze dem Gemeinderat vorlegen.

48 neue Zimmer für Studenten?

  • Christiane Mühlbauer
    vonChristiane Mühlbauer
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Um die Wohnungsnot der Studierenden zu lindern, sollen in Benediktbeuern neue Appartements errichtet werden. Geplant sind Neubauten im Bereich des bestehenden Studentenheims.

Benediktbeuern – „Wir haben die Situation der Studenten im Blick“, sagt Franz Pany. Der Stiftungsdirektor der Katholischen Bildungsstätten für Sozialberufe in Bayern – die Stiftung ist die Trägerin der Hochschule – hat sich nach dem Bericht im Tölzer Kurier über die Wohnraumnot der Studenten an unsere Zeitung gewandt. Pany betont, dass der Standort der Hochschule in Benediktbeuern nicht in Gefahr sei – ganz im Gegenteil. Die Pläne für mehr Wohnraum sollen in Kürze dem Gemeinderat vorgelegt werden.

Pany zufolge sind die Studentenzahlen seit Einführung des neuen Studiengangs „Religionspädagogik und kirchliche Bildungsarbeit“ 2016/17 gestiegen. Auch die „Musikpädagogische Zusatzausbildung“ (Muza) laufe „extrem gut“: „Die Nachfrage ist größer als die Anzahl der Plätze.“ Man habe nicht damit gerechnet, dass das Interesse so groß sein werde. Beide seien für Benediktbeuern „absolute Alleinstellungsmerkmale“. Es gebe, sagt Pany, schon seit längerer Zeit Überlegungen, in Benediktbeuern und Bichl neue Wohnplätze zu schaffen, doch einige Ideen hätten sich zerschlagen. Nun möchte man angrenzend an die bestehenden Studentenheime an der Prälatenstraße Neubauten errichten.

Trägerin wird das St. Ulrichswerk sein, das zum Bistum Augsburg gehört. Dem Bistum gehört auch das Grundstück. Die Pressestelle bestätigt den Neubau von drei Gebäuden mit insgesamt 42 Appartements, in denen Platz sein soll für 48 Bewohner. „Unter dem Dach soll es Doppel-Belegungen geben, und im Erdgeschoß wird an eine behindertengerechte Ausstattung gedacht“, ergänzt Pany. Erste Pläne seien schon dem Tölzer Landratsamt vorgelegt worden, von dort gab es keine Einwände. „In Abstimmung mit der Gemeinde soll das Baugesuch in Kürze eingereicht werden“, teilt Nicolas Schnall von der Pressestelle des Bistums Augsburg mit. Zum Investitionsvolumen gebe es „noch keine belastbaren Zahlen“.

Bistümer stehen hinter Standort in Benediktbeuern

Stiftungsdirektor Pany und Michael Greppmair, zuständig für den Bereich Finanzen der Stiftung, machten beim Gespräch mit dem Tölzer Kurier deutlich, dass die Katholische Stiftungshochschule (KSH) auch weiterhin einen Campus in Benediktbeuern betreiben wird. Der Hauptsitz der KSH ist in München. Die KSH wird von einer Stiftung getragen, hinter der wiederum die sieben bayerischen Bistümer stehen. Die Finanzierung läuft sowohl über die Bistümer (20 Prozent) als auch über den Freistaat Bayern (80 Prozent). Von keiner Seite werde der Standort der Hochschule in Benediktbeuern in Frage gestellt, sagt Greppmair.

Die KSH ist der größte Mieter im Kloster Benediktbeuern. Dort mehr Wohnraum zu schaffen, sei nicht möglich. „Die Salesianer haben im Westflügel schon alles zur Verfügung gestellt, was geht, aber es reicht nicht“, sagt Greppmair, der selbst in Benediktbeuern studiert hat.

Stiftung wünscht sich Hinweis auf dem Ortsschild

Derzeit gibt es in Benediktbeuern knapp 600 Studenten, 30 Verwaltungsangestellte und viele Lehrbeauftragte, die an beiden KSH-Standorten unterrichten. Das Volumen der Personalkosten beträgt laut Pany 2,5 Millionen Euro. „Angesichts dieser Fakten würden wir uns freuen, wenn der Gemeinderat nochmal über den Zusatz ,Hochschulgemeinde‘ auf dem Ortsschild diskutiert“, sagt Pany mit einem Lächeln auf den Lippen. 2007 hatte der Benediktbeurer Gemeinderat diese Diskussion sehr emotional geführt, die Idee aber letztlich mit vier Gegenstimmen abgelehnt.

Benediktbeuerns Bürgermeister Toni Ortlieb ist über die Neubau-Pläne bereits informiert. „Wir warten auf die Einreichung der Unterlagen“, sagt er. 48 neue Wohnplätze seien „ein großer Schritt zur Entlastung des Dorfs“.

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