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Nach tagelanger Suche: Jetzt gibt es traurige Gewissheit über den Verbleib von Christian S.

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Von: Klaus-Maria Mehr, Silke Scheder

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Vermisst und vermutet an der Benediktenwand: Christian S.(23) aus Regensburg.
Vermisst und vermutet an der Benediktenwand: Christian S. (23) aus Regensburg. © privat

Seit Donnerstag wurde Christian S. (23) aus Regensburg vermisst. Offenbar wollte er in Sandalen auf die Benediktenwand. Nach einer erneuten Suchaktion am Mittwoch bestätigten sich die schlimmsten Befürchtungen.

Update, Freitag, 10.15 Uhr: Die Ermittlungen um die Absturzursache dauern an. Angehörige und Freunde waren extra nach Benediktbeuern gereist, konnten vermutlich nicht untätig in der Oberpfalz bleiben, während Christian S. in Oberbayern als verschollen galt. Seine Familie hatte Christian S. am Samstag als vermisst gemeldet. Zuletzt wurde er am vergangenen Donnerstag in seiner Heimat Regensburg gesehen. Die Polizei geht davon aus, dass er an diesem Tag in einen Zug in Richtung Berge gestiegen ist – nicht ahnend, dass es seine letzte Reise werden sollte.

Update, Donnerstag, 12.25 Uhr: Die Absturzursache ist bei dem tödlichen Sturz von Christian S. weiterhin unklar. Die Kripo Weilheim ermittelt weiter. 

Bergungsaktion unterstützt von vielen Helfern aus Bevölkerung

„Vor Ort waren außerdem 25 Suchhunde der Polizei und von Rettungshundestaffeln aus dem gesamten südbayerischen Raum“, sagt Steffen Wiedemann, Chef der Polizeistation Kochel am See und Einsatzleiter. Ein Hubschrauber war ebenfalls im Einsatz. Unterstützung hatten die überwiegend ehrenamtlichen Rettungskräfte auch von freiwilligen Helfern aus der Bevölkerung bekommen. 

„Wir sind begeistert von dem Engagement und der Hilfsbereitschaft der Menschen“, sagt Wiedemann. „Das war nicht das erste Mal und ist ein Zeichen für den guten Zusammenhalt in der Region.“ Trotz aller Bemühungen: Der erste Tag der Suchaktion verlief ergebnislos. Nach achteinhalb Stunden brachen die Rettungskräfte die Suche mit Beginn der Dunkelheit um 17.30 Uhr ab. Gestern um 9 Uhr ging es weiter. Rund zwei Stunden später die traurige Nachricht: 

Mitglieder der Bergwacht Benediktbeuern fanden den leblosen Körper in 1400 Metern Höhe. Sie konnten nichts mehr für ihn tun, sagt Wiedemann. „Er war bereits tot.“ Mit dem Hubschrauber wurde die Leiche aus dem unwegsamen Gelände geborgen. Zeitgleich überbrachten Rettungskräfte die Nachricht vom Tod des erst 23-Jährigen. 

Update, Mittwoch. 14.50 Uhr: Die schlimmsten Befürchtungen zum Schicksal des vermissten Christian S. haben sich bestätigt: Der 23-Jährige wurde am Mittwoch gegen 11 Uhr bei einer Suchaktion tot aufgefunden. Helfer fanden den Regensburger am Fuß der Benediktenwand in einer Höhe von 1400 Metern. Das teilt die Polizei mit.

Rund 150 Helfer von Bergwacht, Rettungsdienst, Hundeführern, Feuerwehr und Polizisten habe am Mittwoch erneut die Suche aufgenommen, heißt es. Auch ein Polizeihubschrauber kreiste um das Gebiet. 

Warum Christian S. abstürzte, sei bislang ungeklärt. Die Kripo Weilheim hat Ermittlungen aufgenommen. Der 23-Jährige war seit 27. September vermisst. An diesem Tag wollte er die Benediktenwand besteigen. 

Update, Mittwoch, 14 Uhr: Noch immer gibt es keine offiziellen Neuigkeiten zu dem vermissten Bergsteiger. Die Polizei hält es unterdessen für möglich, dass Christian S. verunglückt ist - und das wäre fatal. „Sollte der Vermisste abgestürzt sein, müsste man mit dem Schlimmsten rechnen“, zitiert mittelbayerische.de einen Polizeisprecher.

Sandalen-Bergsteiger wird vermisst: Darum ist die Suche so schwierig

Update, Dienstag, 18.35 Uhr: Am Dienstag konnte der vermisste Bergsteiger Christian S. nicht gefunden werden. Die Bergwacht hatte bis zum Einbruch der Abenddämmerung nach ihm gesucht. Steffen Wiedemann, Dienststellenleiter der Polizeistation Kochel am See, sagte unserer Redaktion, dass die Suche am morgigen Feiertag fortgesetzt werde. 

Die Suche nach dem möglicherweise abgestürzten 23-Jährigen gestaltet sich schwierig. „Es ist ein riesiges Gebiet, sehr weitläufig, zum Teil hochalpin und ab 1500 Meter liegt schon Schnee“, beschreibt Wiedemann die Herausforderungen bei der Vermisstensuche. 

Zeuge hat den gesuchten Wanderer gesehen

Update, Dienstag, 14.37 Uhr: Die Suchaktion mit Bergwacht und vielen anderen Helfern läuft rund um die Benediktenwand auf Hochtouren. Inzwischen hat die Polizei Kochel auch einen Zeugen gefunden, der Christian S. gesehen hat, wie er in Richtung Tutzinger Hütte angestiegen ist.

Das ist allerdings einige Tage her. In der Nacht auf Dienstag hat es geschneit.

Suchaktion in den frühen Morgenstunden gestartet

Update, Dienstag, 13.55 Uhr: Seit den frühen Morgenstunden läuft die groß angelegte Suchaktion rund um die Benediktenwand. Ergebnis: offen. Die Informationen zum Verbleib von Christian S. sind mehr als dürftig. „Bisher wissen wir nur, dass sein Fahrrad in Regensburg am Bahnhof steht und er das vor hatte, da hinaufzugehen“, sagt Andreas Rohrhofer, Vizechef der Tölzer Polizei. Doch ob S. überhaupt in einen Zug gestiegen und jemals in Benediktbeuern angekommen ist, bleibt im Moment zumindest fraglich. Auch über eine mögliche Wanderroute weiß die Polizei nichts.

Um nochmals den Vergleich zu der wochenlangen Suche nach Jeff Freiheit zu ziehen, die ebenfalls überregional für Aufsehen sorgte: Da konnte die Polizei ihre Suche anhand Fotos, Zeugen und einer reservierten Übernachtung zumindest deutlich eingrenzen.

Erstmeldung, Montag, 17.28 Uhr

Benediktbeuern/Regensburg - In Regensburg wird der 23-jährige Christian S. vermisst. Die Polizei Kochel geht davon aus, dass er am Donnerstag mit Zug nach Benediktbeuern fuhr, um auf die Benediktenwand zu steigen. Seitdem gibt es kein Lebenszeichen mehr. Am Samstag meldete sich seine Familie bei der Polizei. 

In Sandalen auf die Benediktenwand

Die Vermutung liegt nahe, dass S. in alpinem Gelände gestürzt ist. Offenbar startete er mit Riemensandalen und Jutebeutel in die Bergtour. 

S. bestieg wohl schon einmal den Berg und wollte vor Wintereinbruch nochmal hinauf, weil „es da so schön war“. Der könnte ihn jetzt einholen. Die Polizei rechnet mit Schneefall in der Nacht auf Dienstag. Am Dienstagmorgen soll eine groß angelegte Suchaktion starten

In der Region gehören derartige Vermisstensuchen inzwischen zur traurigen Tagesordnung: Im Sommer suchten Retter über Wochen nach dem Kanadier Jeff Freiheit - mit tragischem Ende.

Auch dramatisch: Polizei lässt kompletten See abpumpen - dahinter steckt ein mysteriöser Fall.

Lesen Sie auch bei merkur.de*: Nicht von der Schule heimgekommen: Schüler (8) wird vermisst - Suchaktion läuft

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kmm

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