Auf den Parkflächen unmittelbar am Alpenwarmbad werden bereits Parkgebühren erhoben. An den etwas weiter hinten rund um den Sportplatz (im Hintergrund) gelegenen Flächen noch nicht. Doch das soll sich nun ändern
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Auf den Parkflächen unmittelbar am Alpenwarmbad werden bereits Parkgebühren erhoben. An den etwas weiter hinten rund um den Sportplatz (im Hintergrund) gelegenen Flächen noch nicht. Doch das soll sich nun ändern

Thema im Gemeinderat

Benediktbeuern beschließt Parkgebühren für Wanderparkplätze

  • Franziska Seliger
    vonFranziska Seliger
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Die Gemeinde Benediktbeuern will künftig auf ihren Wanderparkplätzen Gebühren erheben. Außerdem sollen für einige Straßen im Dorf Parkverbote ausgesprochen werden - und auch die Kontrollen werden intensiviert.

Benediktbeuern – So schlimm wie in Kochel sei die Situation in Benediktbeuern im vergangenen Jahr zwar nicht gewesen, sagte Bürgermeister Anton Ortlieb in der jüngsten Gemeinderatssitzung. Doch auch hier habe die Zahl der Tagesausflügler – mit verursacht durch die Corona-Pandemie mit ihren Reisebeschränkungen – enorme Ausmaße angenommen.

Die Folge waren auch im Klosterdorf Wanderparkplätze überlaufen und Straßen zugeparkt. Dieses Chaos möchte die Gemeinde nun ordnen und so die Wohnqualität für die Anwohner anheben, den Verkehr besser steuern und die Sicherheit für die Verkehrsteilnehmer erhöhen.

Tagesticket soll fünf Euro kosten

Wie Ortlieb ausführte, würden derzeit nur an den beiden großen Parkplätzen unmittelbar am Alpenwarmbad Parkgebühren erhoben, nicht aber an den nördlich davon gelegenen drei Parkflächen rund um den Sportplatz, von wo aus viele Wanderer zu Touren etwa auf die Benediktenwand aufbrechen. Hier könne man derzeit ebenso kostenlos parken wie auf dem großen Wanderparkplatz sowie den beiden kleineren Parkplätzen am Eingang zum Lainbachtal (Mariabrunn). Die Gemeinderäte waren sich einig, dass das nicht so bleiben könne, und beschlossen einstimmig, künftig zwischen 7 und 18 Uhr Gebühren einzufordern. Ein Tagesticket solle 5 Euro kosten, so Ortlieb. Die Einnahmen sollen für die Pflege der Plätze verwendet werden.

Gemeinde bestellt nun acht Parkscheinautomaten

Noch nicht ganz klar ist laut Ortlieb, ob Besucher des Alpenwarmbads künftig einen Teil ihrer Parkgebühren mit dem Eintritt verrechnet bekommen. Auch für Besucher von Sportveranstaltungen auf dem nahen Sportplatz könnte es Ermäßigungen geben – welcher Art und ob überhaupt, sei aber noch unklar. Es werde da noch Gesprächsbedarf geben, so Ortlieb.

In einem ersten Schritt stimmte der Gemeinderat in der Sitzung der Bestellung von acht neuen Parkautomaten zu. Ein Teil davon soll aber bereits bestehende Automaten ersetzen.

Parkverbot an einigen Straßen im Klosterdorf

Im Zuge der Einführung der Parkgebühren sollen einige Straßen in der Gemeinde mit einem Parkverbot belegt werden. Welche genau, das müsse zwar noch diskutiert werden, so Ortlieb auf Nachfrage. In der Sitzung fielen aber bereits erste Namen: darunter die Don-Bosco-Straße als wichtige Rettungszufahrt zum Kloster sowie die Prälatenstraße oder die Asamstraße.

Außerdem votierten die Räte einstimmig dafür, dass die Kommune dem Zweckverband Kommunale Verkehrsüberwachung beitritt. Wie Ortlieb ausführte, kostet eine Überwachungsstunde des ruhenden Verkehrs die Gemeinde 30 Euro (zuzüglich 6 Euro je Fall). Für eine Überwachungsstunde des fließenden Verkehrs verlange der Verband 100 Euro (zuzüglich 6 Euro pro Fall).

Gemeinde wird Mitglied im Zweckverband

Gemeinderat Ralph Seifert verwies in diesem Zusammenhang auf Personalprobleme beim Zweckverband und bezweifelte, ob der Verband derzeit überhaupt noch zusätzliche Überwachungsstunden leisten könne.

Rathaus-Geschäftsleiter Michael Herrmann beruhigte: „Gebuchte Überwachungsstunden der Mitgliedsgemeinden sind garantiert.“ Schon bei der nächsten Zweckverbandsversammlung im März könnte Benediktbeuern als Mitglied aufgenommen werden, so Ortlieb.

Ähnliche Pläne wie in Benediktbeuern gibt es auch in Lenggries: Gemeinde Lenggries will 14 Wanderparkplätze pachten - und dann auch Gebühren erheben und auch in Kochel am See gibt es Bestrebungen, Tagestouristen künftig zur Kasse zu bitten: Nach Besucheransturm am Walchensee: Gemeinde will Tagestouristen künftig abkassieren - erster Entwurf vorgestellt

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