Dorfplatz in Benediktbeuern
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Die Sanierung des Dorfplatzes zählt zu den wichtigsten Projekten, für die die Gemeinde Benediktbeuern auf Fördergelder aus dem Dorferneuerungs-Programm hofft. (Archivfoto)

Gemeinderat

Benediktbeuern: Corona stellt Dorferneuerung in Frage

  • Christiane Mühlbauer
    vonChristiane Mühlbauer
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Stehen wegen der Corona-Krise die Sanierung von Dorfplatz und Dorfstraße auf dem Spiel? Darüber macht man sich in Benediktbeuern Sorgen.

Benediktbeuern - Dass die Corona-Krise möglicherweise auch finanzielle Auswirkungen auf das Förderprogramm der Dorferneuerung hat, darüber macht man sich derzeit schon Gedanken in Benediktbeuern. Bürgermeister Toni Ortlieb hat beim Blick in die Zukunft Sorgenfalten auf der Stirn. „Ich fürchte, die Steuereinnahmen werden in den kommenden Jahren nicht mehr so sprudeln“, sagt er. Doch gerade mit der Dorferneuerung, genauer gesagt durch das finanzielle Förderprogramm des Amts für Ländliche Entwicklung, will man im Klosterdorf einiges anpacken, zum Beispiel Sanierung von Dorfplatz und Dorfstraße. Aufgrund der Pandemie blieb jedoch einiges, was man hätte besprechen müssen, auf der Strecke. Ein wichtiger Baustein des Programms ist auch die Bürgerbeteiligung, etwa in Form von Arbeitsgruppen und Versammlungen. Die Koordination und Begleitung liegt hier in den Händen des Amts für Ländliche Entwicklung. „Es ist alles sehr schwierig. Bislang hat man auch dort abgewartet in der Hoffnung, dass die Pandemie rasch wieder abklingen würde“, sagt Ortlieb.

Ein gutes Stück weiter ist man immerhin schon mit der Sanierung der Asamstraße. Auch sie wird von der Dorferneuerung gefördert, und die Bürger konnten sich an der Neuplanung schon beteiligen. Derzeit beschäftigt sich die Gemeinde mit der Änderung des Flächennutzungsplans. Wie berichtet, sollen im Gewerbegebiet am Lainbachwald fünf überdachte Schüttgutboxen errichtet werden. Hier soll der Bodenaushub, der sowohl bei Bauarbeiten in der Asamstraße als auch später in der Dorfstraße anfällt, zwischengelagert werden, bevor er entsorgt wird. „Ohne diese Zwischenlagerflächen können wir nicht anfangen zu sanieren“, sagt Ortlieb.

Absage von Christkindlmarkt und Leonhardifahrt hat Benediktbeuern sehr weh getan

Blickt der Bürgermeister auf 2020 zurück, spricht er von einem schwierigen und durchwachsenen Jahr. Dass Leonhardifahrt und Christkindlmarkt abgesagt werden mussten, „habe Benediktbeuern sehr weh getan“. Der Gemeinderat habe versucht, die laufenden Projekte so gut es ging umzusetzen. Großes Lob zollt Ortlieb den Mitarbeitern von Verwaltung und gemeindlichen Einrichtungen. „Sie standen unter großem Druck und haben viele Herausforderungen gemeistert.“ Auch für die zahlreichen Vereine sei es ein schwieriges Jahr gewesen. „Einnahmen sind weggebrochen, doch die Fixkosten sind geblieben.“

Für 2021 hat die Gemeinde schon einige Projekte in die Wege geleitet. Am Schwimmbad gibt es ein neues, modernes Kassensystem. „Wir hoffen, dass wir das Bad im Mai ohne Corona eröffnen können.“ Voranschreiten wird auch die Erneuerung der Wasserleitungen im Dorf. Zudem werden auf dem großen Areal westlich des Feuerwehrhauses die ersten Bürger mit dem Bauen anfangen. Fast alle Flächen sind vergeben, die letzten fünf Verträge werden in Kürze bei einem Notar unterzeichnet. Ortlieb hofft zudem, dass Dorferneuerungs-Planer Bertram Mooser demnächst die ersten Ideen zur Neugestaltung von Dorfstraße und -platz vorstellen kann.

Heizung und Straßenbeleuchtung sind Themen fürs neue Jahr

Im neuen Jahr wird zudem die Benediktbeurer Straßenbeleuchtung komplett auf LED umgestellt. Zudem will die Gemeinde prüfen, wie man das Heizungssystem für Rathaus, Kindergarten und Bauhof auf regenerative Energien umstellen kann – das war schon vor einiger Zeit im Gespräch. Wenn es rentabel ist, sollen auf dem Schuldach und in der Kläranlage Fotovoltaikanlagen errichtet werden.

Im Fokus wird außerdem ein Konzept für die Sanierung der Brücken stehen. Es wurde 2020 erstellt, die Schäden bewegen sich laut Ortlieb „im erwarteten Rahmen“. Bei zwei Brücken wurde man schon tätig, nämlich am Wanderweg an der Kohlstatt und am Triftkanal im Moos. Für die weiteren Brücken soll eine Prioritätenliste erstellt werden, zudem muss die Sanierung mit den Anliegern besprochen werden.

Die für Ende Oktober geplante Bürgerversammlung musste die Gemeinde aus Pandemie-Gründen absagen. Ähnlich wie andere Kommunen auch, veröffentlicht Benediktbeuern die Infos auf der Internetseite (www.benediktbeuern.de/aktuelles). Fragen beantwortet Ortlieb per Mail (ortlieb@benediktbeuern.de) oder am Telefon 08857/69130).

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