Die Natur in ihrer Umgebung kennen lernen, sollen Kinder in der „Draußenschule“.
+
Die Natur in ihrer Umgebung kennen lernen, sollen Kinder in der „Draußenschule“.

ZUK bittet Gemeinden um Zuschüsse für Projekt

Benediktbeuern: „Draußenschule“ fest im Unterricht?

  • Christiane Mühlbauer
    VonChristiane Mühlbauer
    schließen

„Draußenschule“ soll buchstäblich Schule machen: Das Projekt des Zentrums für Umwelt und Kultur (ZUK) wird an der Grundschule Benediktbeuern von den Kindern so gut angenommen, dass es dort fest etabliert werden soll. Das ZUK bittet jetzt allerdings die Gemeinden aus Benediktbeuern und Bichl um finanzielle Beteiligung.

Benediktbeuern/Bichl/Kochel am See – Kindern die Natur in ihrer Heimat näher bringen: Das ist das Ziel der „Draußenschule“. ZUK-Geschäftsführer Benedikt Hartmann stellte sie jüngst im Benediktbeurer Gemeinderat vor.

Bei dem Projekt gehen die ZUK-Pädagogen mit den Kindern ins Freie. Sie erklären ihnen Tiere und Pflanzen in der Heimat und machen mit ihnen kleine Aufgaben, zum Beispiel müssen die Schüler in der Natur etwas berechnen. Die Kleinsten sind zweimal im Sommer und zweimal im Herbst draußen, die älteren Grundschüler viermal im Sommer und zweimal im Herbst. Beteiligt sind derzeit Grundschüler aus Benediktbeuern, Bichl und Ried (Gemeinde Kochel).

„Das Projekt hat einen so guten Ruf bekommen, dass wir auch Anfragen aus anderen Gemeinden haben“, berichtete Hartmann. Man wolle sich jedoch erstmal auf die Schule in Benediktbeuern konzentrieren. Er legte den Räten eine Kalkulation vor und bat um einen Zuschuss in Höhe von 7 745 Euro.

Kinder lernen wie Entwässerung funktioniert

Die Räte hatten einige Fragen an den Geschäftsführer. Hanns-Frank Seller erkundigte sich nach den genauen Lehrinhalten, etwa inwieweit auch ein Bezug zur Benediktbeurer Heimatkunde und zur Geschichte des Moos’ hergestellt werde. Das werde es, sagte Hartmann. Man erkläre zum Beispiel Viertklässlern, wie Entwässerung funktioniere, und welche Konflikte mit der Landwirtschaft bestünden. Heimatkunde in konkretester Form, worauf Seller hinaus wollte, sei es jedoch nicht. „Wir müssen es auch mit dem Lehrplan abstimmen, sonst wird es nicht genehmigt.“

Vom Staat gefördert wurde das Projekt nur im Pilotjahr 2018, sagte Hartmann auf die Frage von Georg Bernböck. „Leider kürzen uns gerade alle die Gelder“, bedauerte der ZUK-Geschäftsführer. Er würde sich wünschen, wenn die Kommune das Projekt dauerhaft unterstützen würde.

„Kinder sind total happy, wenn sie nach Hause kommen“

„Es kommt wirklich sehr gut an. Meine beiden Kinder sind immer total happy, wenn sie nach Hause kommen. Am liebsten würden sie das einmal in der Woche machen“, sagte Sandra Rauchenberger. Auch Rudi Mühlhans findet das Projekt „außerordentlich unterstützungswürdig“: „Grundsätzlich ist es aber schade, wenn Kommunen Impulse fürs bayerische Bildungssystem geben müssen. Das sollte von innen kommen.“

Bürgermeister Toni Ortlieb will vor einem Beschluss aber noch Gespräche mit den Nachbarn in Bichl führen, wie sie zu dem Projekt stehen. Schließlich sei fast die Hälfte der Grundschüler aus Bichl. Hartmann sagte, er habe auch dort um einen Zuschuss gebeten, aber leider noch keine Antwort erhalten. Die Benediktbeurer Gemeinderäte wollen nun voraussichtlich in der Oktober-Sitzung eine Entscheidung fällen, ob sie sich an den Kosten beteiligen. Ins Protokoll wurde notiert, dass man dem Projekt „positiv aufgeschlossen“ gegenüberstehe.

Bad-Tölz-Newsletter: Alles aus Ihrer Region! Unser brandneuer Bad-Tölz-Newsletter informiert Sie regelmäßig über alle wichtigen Geschichten aus der Region Bad Tölz – inklusive aller Neuigkeiten zur Corona-Krise in Ihrer Gemeinde. Melden Sie sich hier an.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare