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Dynamit macht Weg zur „Benewand“ frei

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Von: Alois Ostler

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Nach Felsblock-Sprengung stehen Helfer vor der Tutzinger Hütte unter der Benediktenwand.
Bei der Felsblock-Sprengung halfen Alpenverein, Polizei, Bergwacht und Experten des Technischen Hilfswerks mit. © Foto: Gemeinde

Der Westaufstieg zur Benediktenwand ist wieder frei. Experten haben am Samstagvormittag den Felsbrocken gesprengt, der seit über drei Wochen den sogenannten Schafsteig blockiert hat.

Benediktbeuern – Es hat ordentlich gerumpelt am Samstag. Gut 500 Gramm Dynamit wurden gegen 10 Uhr mit einer Funkzündung zur Explosion gebracht und haben den zwölf Kubikmeter großen Gesteinsbrocken gesprengt, der sich – wie mehrfach berichtet – im Schafsteig verkeilt hatte.

„Da oben hat der Boden gehörig gewackelt“, berichtet Axel Reisacher. Der Vorsitzende der Alpenvereinssektion Tutzing war zu dem Zeitpunkt in gebührendem Abstand. In der Tutzinger Hütte unterhalb der Benediktenwand hörte man nur noch ein Rumpeln. Von dort aus wurde der nicht alltägliche Bergeinsatz koordiniert.

Bei der Organisation waren mit dabei: die Fachgruppe Sprengen vom Technischen Hilfswerk (THW) Miesbach und Augsburg, die alpine Einsatzgruppe der Polizei, die Bergwachtbereitschaft Benediktbeuern und Mitglieder der Alpenvereinssektion Tutzing. Ein Hubschrauber brachte die Einsatzkräfte schon am frühen Samstagmorgen zum Einsatzort. „Ab 6 Uhr haben die Helfer alles in einem Sicherheitsradius von gut 300 Metern gesperrt“, so Reisacher.

Lose Felsbrocken kommen erst unterhalb des Wanderswegs zum Ruhen

Die Öffentlichkeit war von der Aktion nicht informiert, „um keine Schaulustigen anzulocken“, berichtet der Benediktbeurer Bürgermeister Toni Ortlieb. Gegen 10 Uhr konnte der Felsen erfolgreich gesprengt werden, heißt es in einer Pressemitteilung des Rathauses. Das Ergebnis habe gezeigt, dass die Sperrung des Westaufstiegs in den vergangenen Wochen gerechtfertigt und notwendig war. Die losen Felsbrocken reichten bis zur Aufstiegsroute und kamen teilweise erst unterhalb des Wanderweges zum Ruhen, so der Bürgermeister.

Im Anschluss habe die Bergwacht den kompletten Bereich des Schafsteigs geräumt und loses Felsmaterial entfernt. Etliche Brocken seien über die Felswände gekugelt „und haben sich dabei pulverisiert“, so der Sektions-Vorsitzende. Ab 13 Uhr haben dann Alpenvereins-Helfer die Umleitungsschilder abgebaut, und schon um 14 Uhr sind laut Reisacher die ersten Wanderer wieder durch den Schafsteig zur Benediktenwand gegangen.

Bürgermeister Ortlieb: „Super geplant, hervorragend geklappt“

Bei der Abschlussbesprechung dankten sowohl der Bürgermeister als auch der Sektions-Vorsitzende allen beteiligten Organisationen. „Das war super geplant und hat hervorragend geklappt“, sagt Reisacher. Von einem „hervorragenden Zusammenspiel“ schwärmt Ortlieb. „Hier waren ausnahmslos die richtigen Leute im Einsatz.“

Für die gezielte Sprengung hatte sich vergangene Woche ein Experte des Bayerischen Landesamts für Umwelt ausgesprochen. Nur so sei die Sicherheit für den beliebten Aufstiegsweg zur Benediktenwand zu sichern, so sein Urteil. Die Gemeinde Benediktbeuern hatte sich daraufhin mit den Bayerischen Staatsforsten als Grundeigentümer abgestimmt.

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