Trägt Spitznamen und Lebensmotto auf dem Hosenträger seiner „Kurzn“: David „Gschmeidig“ Schumann.
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Trägt Spitznamen und Lebensmotto auf dem Hosenträger seiner „Kurzn“: David „Gschmeidig“ Schumann.

Interview

Der „Gschmeidig“ freut sich über gschmeidige Schlagzeile

  • Andreas Steppan
    vonAndreas Steppan
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Wie der Spitzname von David Schumacher (20) aus Benediktbeuern zum inoffiziellen bairischen „Wort des Jahres“ wurde.

Benediktbeuern – Eine Schlagzeile im Bayernteil unserer Zeitung sorgte vor ein paar Tagen in einer Benediktbeurer Familie für Heiterkeit. Als Bairisch-Experte Karl Simon, Mitglied des Fördervereins Bairische Sprache und Dialekte, sagte: „Gschmeidig ist für mich das Wort des Jahres“, da fühlte sich David Schumann (20) unmittelbar angesprochen, „Gschmeidig“ ist nämlich der Spitzname, den er sogar in gestickter Form auf dem Hosenträger seiner Lederhose stehen hat. Der 20-Jährige studiert Wirtschafts- und Sozialwissenschaften – eigentlich in Wien, doch weil zurzeit nur Online-Vorlesungen stattfinden, hält er sich in Benediktbeuern auf.

Herr Schumann, eine Überschrift im Tölzer Kurier hat Sie dieser Tage zum Lachen gebracht. Wie war das genau?

Das war lustig. Mein Vater hat mich geweckt und mir am Frühstückstisch den Zeitungsartikel „Gschmeidig ist das Wort des Jahres“ auf denPlatz gelegt. Ich war sehr erstaunt, denn ich werde von allen „Gschmeidig“ genannt. Ich habe das auch ein paar Freunden geschickt, die fanden es auch alle sehr witzig. Diese Zeile hat für viel Freude in diesen Zeiten gesorgt, in denen es sonst nicht so viel zu lachen gibt.

Wie sind Sie denn zu diesem ungewöhnlichen Spitznamen gekommen?

Wir fahren jedes Jahr nach Italien in den Urlaub, zusammen mit anderen Familien. Einmal wurde ich abgestellt, um auf einige kleinere Kinder beim Federballspielen aufzupassen und habe ihnen Tipps gegeben, wie sie spielen sollen: „gschmeidig“ eben. Später haben die Kinder dann gefragt: Wie heißt der „Gschmeidig“ eigentlich mit richtigem Namen? So hat mich zuerst meine Familie im Scherz „Gschmeidig“ genannt, dann hat sich das auch im Jugendorchetser und im restlichen Freundeskreis verbreitet. Meine Mutter hat mit den Namen später sogar auf den Lesehosenträger gestickt.

Was bedeutet des Ausdruck „gschmeidig“ für Sie?

Unglaublich viel – ein Wort, dass verschiedenes beinhaltet. Da ist ein Teil Gemütlichkeit drin, Verbindlichkeit, nicht alles so ernst zu nehmen und auch das, was man in Tirol als „bärig“ bezeichnet.

Und sind Sie „gschmeidig“?

Ich hoffe, ich bin auf dem Weg, es zu werden.

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