Der Don-Bosco-Club im Kloster Benediktbeuern: Dieser Jugendtreff ist ein zentraler Ort für die offene Jugendarbeit im Loisachtal. Nun beantragte der Trägerverein bei der Gemeinde dafür höhere Zuschüsse.
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Der Don-Bosco-Club im Kloster Benediktbeuern: Dieser Jugendtreff ist ein zentraler Ort für die offene Jugendarbeit im Loisachtal. Nun beantragte der Trägerverein bei der Gemeinde dafür höhere Zuschüsse.

Gemeinderat Benediktbeuern

Mehr Geld für Jugendarbeit: „Club wird langsam, aber sicher zu teuer“

  • Franziska Seliger
    vonFranziska Seliger
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Für einigen Unmut unter den Benediktbeurer Gemeinderäten sorgte in ihrer jüngsten Sitzung der Antrag des Trägervereins Kinder- und Jugendarbeit Loisachtal. Darin beantragte der Verein bei der Kommune einen Zuschuss für seine offene und mobile Jugendarbeit.

Benediktbeuern - Ein entsprechendes Ersuchen stellt der Verein, der unter anderem den Don-Bosco-Club im Kloster betreibt, zwar jedes Jahr. Wie Kämmerer Florian Hlawatsch erläuterte, ist für dieses Jahr jedoch ein deutlich höherer Zuschuss als im Vorjahr beantragt. 2020, so Hlawatsch, habe der Verein von Benediktbeuern einen Zuschuss in Höhe von rund 18 700 Euro erhalten. Für dieses Jahr wird nun ein Zuschuss in Höhe von 22 386 Euro erbeten.

Begründet wird die Erhöhung des Zuschusses mit höheren Personalkosten

Begründet wird diese Steigerung mit höheren Personalkosten. Denn die beiden Mitarbeiter in der mobilen sowie in der offenen Jugendarbeit (Jugendclub) – bisher als studentische Hilfskräfte bezahlt – hätten mittlerweile ihr Studium beendet, erläuterte Hlawatsch den Antrag. Die beiden Mitarbeiter seien deshalb nun als Sozialarbeiter angestellt und würden nach Tarif bezahlt. Außerdem informierte der Verein darüber, dass 2022 ein noch höherer Zuschuss, nämlich in Höhe von 24 261 Euro von Benediktbeuern beantragt werden soll. Als ein Grund dafür gibt der Verein weiter steigende Personalkosten an.

„Ein bisschen überrascht“ ob dieser geforderten Zuschusserhöhung war Bürgermeister Anton Ortlieb. Zwar werde durch die beiden Ausbildungsabschlüsse auch die Qualität der Jugendarbeit im Club steigen, sagte Ortlieb. Er hätte es jedoch besser gefunden, wenn der Verein bei der Gemeinde schon vor dem Ausbildungsende seiner Mitarbeiter um eine Zuschusserhöhung angefragt hätte und nicht erst jetzt, nachdem beide Kräfte schon entsprechende Arbeitsverträge unterzeichnet hätten. „Diese Tendenz hat mich zum Stirnrunzeln gebracht“, sagte Ortlieb.

Kommunale Einnahmen sinken durch die Pandemie

Andere Gemeinderäte sahen das ähnlich. Hanns-Frank Seller (CSU) etwa bezeichnete den Sprung um rund 4000 Euro als „zu viel“ und sprach sich gegen den beantragten Zuschuss aus. Früher hätten im Club nur Ehrenamtliche gearbeitet. Jetzt müssten es Festangestellte mit abgeschlossenem Studium sein. „Da sind wir auf dem Weg in einen goldenen Club“, kritisierte Seller. Im Vergleich zu anderen Ortsvereinen, die auch aktive Jugendarbeit betreiben, „wird uns der Club langsam, aber sicher zu teuer“. Hans-Otto Pielmeier (CSU) sah das ähnlich und erinnerte an die sinkenden kommunalen Einnahmen durch die Corona-Pandemie. Da müsse die Gemeinde ihre Ausgaben nun gut im Blick behalten. Zur Erläuterung: Die Jugendarbeit zählt zu den Pflichtaufgaben einer Kommune. Allerdings, betonte Kämmerer Hlawatsch, nur „im Rahmen ihrer Leistungsfähigkeit“.

Zwei Gegenstimmen aus den Reihen des Gemeinderats

Rudi Mühlhans (FBM) konnte die Irritation mancher seiner Ratskollegen zwar verstehen. Er gab aber andererseits zu bedenken, wie schwer es sei, überhaupt qualifiziertes Personal in der Jugendarbeit zu bekommen. Außerdem erinnerte er daran, dass der Trägerverein und seine Mitglieder eine Pflichtaufgabe der Kommune ehrenamtlich ausüben.

Sandra Rauchenberger (FBM), selbst im Vorstand des Vereins tätig, betonte, der Verein habe die Gemeinde keinesfalls verärgern wollen. Aus Sicht ihrer Ratskollegen könne sie deren Unmut aber durchaus nachvollziehen, räumte Sandra Rauchenberger ein und versprach: „Künftig werden wir es anders machen.“

Mit den Gegenstimmen von Seller und Pielmeier votierten die Räte schließlich für den beantragten Zuschuss. Auf Anregung von Mühlhans legten sie aber fest, dass der Verein der Gemeinde ihren Haushalt für das kommende Jahr künftig bis Ende Oktober des Vorjahres vorlegen soll.

Auch andere Gemeinden beteiligen sich an den Kochen

Übrigens beteiligen sich außer Benediktbeuern noch andere Gemeinden in unterschiedlicher Höhe an den Kosten für den Jugendclub und die mobile Jugendarbeit im Loisachtal. Auch bei ihnen beantragte der Trägerverein eine Erhöhung des Zuschusses, sagte Hlawatsch auf Nachfrage. Wie der Kämmerer ausführte soll etwa Bichl heuer 12 600 Euro (2020: 10 300 Euro) zahlen und Kochel 7750 Euro (2020: 6189 Euro) – vorausgesetzt, die Gemeinderäte dieser Kommunen stimmen zu.

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