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Pfarrer Pater Heiner Heim feierte das Requiem in Konzelebration mit einigen Patres aus dem Kloster Benediktbeuern.

Hunderte Trauergäste in der Benediktbeurer Basilika

Abschied von Bürgermeister Hans Kiefersauer: „Dein großes Wirken bleibt unvergessen“

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Unter großer Anteilnahme der Bevölkerung ist Benediktbeuerns Bürgermeister Hans Kiefersauer beigesetzt worden. Zum Trauergottesdienst waren hunderte Gäste in die Basilika gekommen.

Benediktbeuern– Das Requiem wurde von der Musikkapelle Benediktbeuern mit der Dörfler-Messe feierlich mitgestaltet. Diese Messe, vom ehemaligen Kapellmeister eigens für das Ensemble komponiert, wird nur bei besonderen Ereignissen aufgeführt. Der verstorbene Bürgermeister war sechs Jahre Vorstand des Musikvereins.

„Der plötzliche Tod von Hans Kiefersauer hat einen großen Schmerz hinterlassen“, sagte Pfarrer Pater Heiner Heim, der das Requiem in Konzelebration mit einigen Patres aus dem Kloster feierte. Obwohl Kiefersauer noch im vergangenen Herbst voller Zuversicht gewesen sei, habe ihn die heimtückische Krankheit nicht mehr losgelassen.

Bürgermeister Hans Kiefersauer war am 13. März unerwartet gestorben.

Hans Kiefersauer war seit 2014 Bürgermeister von Benediktbeuern. Er engagierte sich insgesamt 29 Jahre im Gemeinderat, davon 12 Jahre lang als Vize-Bürgermeister.

Der Pfarrer, der den Verstorbenen seit Jahrzehnten kannte, würdigte ihn als Mann voller Schaffensdrang und Verantwortungsgefühl. Die Wurzeln dafür seien schon in Kiefersauers Jugend gelegt worden, als ihm im Elternhaus der Einsatz für Mitmenschen vorgelebt worden war. „So wuchsen auch in ihm Einsatz- und Gestaltungswillen“, sagte der Geistliche. „In allem ging es ihm darum, für seine Gemeinde etwas aufzubauen und Gutes zu tun.“ Die Kraft, das zu tun, habe ihm dann auch die eigene Familie gegeben.

Pfarrer Heim beschrieb Kiefersauer als einen zupackenden Menschen, der bereit war, Verantwortung zu übernehmen, auch wenn er wusste, dass kritische Auseinandersetzungen bevorstünden. Leider gehe man heute im Laufe eines demokratischen Meinungsbildungsprozesses nicht immer fair und wertschätzend miteinander um, bedauerte der Geistliche, und nannte als Beispiel anonyme Beleidigungen in sozialen Medien. Die seelische Belastung, die daraus für die Betroffenen entstehe, könne man nur erahnen. Pater Heim rief dazu auf, sich mehr zu disziplinieren und Menschen auch zu Lebzeiten Worte der Anerkennung zukommen zu lassen: „Eine Blume ist mehr wert im Leben als ein Kranz am Grab.“

In der vollbesetzte Basilika fanden nicht alle Trauergäste Platz, obwohl seitlich auch noch Stühle aufgestellt worden waren. Viele verfolgten den Gottesdienst im Stehen. 

Nach dem Gottesdienst würdigten Vize-Bürgermeister Hanns-Frank Seller, Landrat Josef Niedermaier, Bürgermeister-Sprecher Michael Grasl und Altbürgermeister Georg Rauchenberger im Namen der Dorf-Vereine den Verstorbenen. Mit Hans Kiefersauer verliere Benediktbeuern eine „herausragende Persönlichkeit des öffentlichen Lebens“, sagte Seller und listete einige Projekte auf, die dank Kiefersauers Einsatz begonnen beziehungsweise fertiggestellt wurden: unter anderem die Generalsanierung des Alpenwarmbads, der Umbau des Rathauses, der Umbau des Rathauses, der neue Kinderspielplatz und neuer Wohnraum für Einheimische. „Dazu gehörte auch der Mut, nicht immer den einfachsten Weg zu gehen.“ Nach dem Ausbruch seiner Krankheit habe Kiefersauer „eisernen Willen gezeigt“: „Das Rathaus war ein Ort, den er liebte; so, wie er Benediktbeuern liebte.“

Landrat Niedermaier erinnerte an einen „optimistischen, gradlinigen und herzlichen Kameraden“. Als gelernter Handwerker habe Kiefersauer stets lösungsorientiert gedacht und seine Pläne mit großer Entschlossenheit angepackt.

Die Nachricht vom Tod Kiefersauers habe alle Kollegen im Landkreis tief getroffen, sagte Münsings Bürgermeister Michael Grasl als Sprecher der Gemeinschaft. Der Verstorbene sei ein „Anwalt seiner Gemeinde gewesen“: „Für deine Leute warst du immer da.“

Nach der Beisetzung im Friedhof an der Basilika erwiesen hunderte Menschen Kiefersauer die letzte Ehre.

Georg Rauchenberger, Altbürgermeister von Benediktbeuern und Kiefersauers Vorgänger im Amt, ließ dessen Engagement in zahlreichen Vereinen Revue passieren. Man habe Kiefersauer nicht zuletzt wegen seiner Geselligkeit und seinem trockenen Humor allerorten geschätzt. „Dein großes Wirken bleibt uns allen unvergessen“, sagte Rauchenberger.

Nach der Beisetzung im Friedhof an der Basilika erwiesen hunderte Menschen Kiefersauer die letzte Ehre. Die Musikkapelle verabschiedete ihren Kameraden mit einer besonderen Version des Beatles-Klassikers „Hey Jude“.

+++ Bürgermeister-Wahl in Benediktbeuern am Sonntag, 30. Juni: Rennen komplett offen - wir tickern live aus dem Rathaus +++

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