So soll der Anbau an das bestehende Depot (Haus rechts) aussehen.
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So soll der Anbau an das bestehende Depot (Haus rechts) aussehen.

Anbau geplant

Benediktbeurer Bergwacht braucht mehr Platz

  • Christiane Mühlbauer
    vonChristiane Mühlbauer
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Das Depot der Bergwacht in Benediktbeuern ist für die vielen Aufgaben der Ehrenamtlichen mittlerweile viel zu klein. Deshalb muss das Haus erweitert werden. Um den Anbau zu stemmen, sind die Bergretter auf Spenden angewiesen.

Benediktbeuern – 45 Ehrenamtliche, acht von ihnen Frauen, stehen derzeit bereit, um Tag und Nacht bei jedem Wetter auszurücken, wenn man am Berg in Not geraten ist. Es sind nicht mehr nur die klassischen Ski- und Wanderunfälle, zu denen die Ehrenamtlichen gerufen werden, sondern auch Unglücke beim Klettern, mit dem Mountainbike oder Vermisstensuchen. Auch bei Betriebsunfällen im land- und forstwirtschaftlichen Bereich werden Bergwacht-Einsatzkräfte gefragt, hinzukommen Aufgaben beim Katastrophenschutz, teils auch in der Nacht. Mit zwölf Anwärtern ist die Benediktbeurer Bereitschaft unter den neuen Vorsitzenden Manuel Guglhör und Magnus Bierling auch für die Zukunft gut aufgestellt.

Das Depot, das sich die Bergwacht mit der Musikkapelle teilt, ist allerdings in die Jahre gekommen. Der Bereich für die Bergwacht soll um einen Anbau erweitert werden. „Das Depot genügt den Anforderungen nicht mehr“, berichtet Pressesprecher Tobias Döring.

Die Räumlichkeiten seien mittlerweile viel zu eng: Die Stellflächen für die Rettungsfahrzeuge reichen nicht aus, die Autos stehen sogar im Winter draußen. Die Lagerflächen für die alpinen Rettungsgeräte sowie für die medizinische Ausstattung sind zu klein. Auch der Sozialbereich braucht eine Renovierung. Zudem gibt es keine getrennten Toiletten oder Umkleiden.

30 bis 50 Einsätze verzeichnen die Bergwacht Benediktbeuern durchschnittlich jedes Jahr. Diese Fotos entstanden bei Übungen. Das Einsatzgebiet erstreckt sich nicht nur auf das Klosterdorf, Bichl und Ried, sondern auch auf den Klettergarten in Heilbrunn, die Loipe in Sindelsdorf und auf das gesamte Loisach-Kochelsee-Moor. Zudem sind die Ehrenamtlichen als „Unterstützender Pistenvorsorgedienst“ in den Skigebieten von Garmisch-Partenkirchen tätig.

Zwar werden Einsatz- und Rettungsgeräte sowie die Funkausstattung durch den Freistaat Bayern gestellt, doch die jeweiligen Rettungswachen müssen die Bereitschaften selbst finanzieren und unterhalten. Die Benediktbeurer Ehrenamtlichen hoffen auch jetzt wieder auf die Unterstützung der Bevölkerung, die schon 1993 half, das Depot umzubauen und 2001 die Diensthütte unterhalb der Benediktenwand zu realisieren.

Auch die Bergwacht-Mitglieder werden wieder selbst tatkräftig mit anpacken. „Mit einer geschickten Bauplanung, die nur das notwendige Maß an Räumen umfasst und einer sparsamen, aber zweckmäßigen Ausstattung, wollen wir die Situation für alle Einsatzkräfte deutlich verbessern“, so Döring. In dem Anbau sollen die drei Fahrzeuge plus ein All-Terrain-Vehikel Platz finden, zudem soll es Platz geben für die medizinische Ausrüstung und das Rettungsequipment. Im „neuen“ Depot soll Platz sein für Einsatzbesprechungen und Fortbildungen sowie für getrennte Sanitäranlagen und Umkleiden.

Das Projekt hat derzeit ein Volumen von 714 000 Euro, würde man alle Arbeiten vergeben. Die Bergwacht hofft aber auf eine Unterstützung aus dem EU-Programm „Leader“ und kann aus Eigenmitteln 75 000 Euro aufbringen. Derzeit klafft im Finanzierungskonzept eine Lücke von 349 000 Euro. Die Bergretter hoffen, dass in der kommenden Zeit viele Spenden eingehen, denn: „Wir werden mit dem Anbau erst beginnen, wenn die Finanzierung gesichert ist“, sagt Döring. Sobald es die Corona-Situation zulasse, wolle man von Haus zu Haus gehen, um die Bürger über das Projekt zu informieren.

Spenden

Wer die Bergwacht Benediktbeuern unterstützen möchte, kann auf das Konto DE 57 7005 4306 0190 0073 28 bei der Sparkasse Bad Tölz-Wolfratshausen (BIC: BYLADEM1WOR) spenden.

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