In Italien in die Lehre gegangen: Christoph Otto (li.) und Michael Lautenbacher (re.) mit Pizzabäcker Antonio.
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In Italien in die Lehre gegangen: Christoph Otto (li.) und Michael Lautenbacher (re.) mit Pizzabäcker Antonio.

Ein Hauch Italien aus dem Loisachtal

Benediktbeurer lassen sich in Neapel ausbilden und gründen in Coronazeiten einen Pizza-Ofen-Verleih-Service

Zwei Männer aus Benediktbeurern lassen sich in Neapel ausbilden und setzen in Corona-Zeit eine Geschäftsidee um. Sie verleihen einen Pizza-Ofen auf zwei Rädern. Für die Zeit nach der Pandemie wollen sie auch als Catering-Service unterwegs sein.

Benediktbeuern – Christoph Otto liebt es, Partys zu organisieren und Pizza zu backen. Aber was macht man, wenn viele Gäste da sind und man mit dem Pizzabacken überhaupt nicht mehr hinterherkommt? Dann ist es gut, wenn man auf einen großen Pizzaofen ausweichen kann. Genau aus dieser Notsituation entwickelten die Benediktbeurer Christoph Otto (32) und Michael Lautenbacher (30) eine Geschäftsidee: Sie gründeten den Backofenverleih und Catering-Service „Bene Pizza“.

Alles begann mit einem 35 mal 35 Zentimeter großen Mini-Backofen im heimischen Garten. „Wir haben immer gerne Pizza gebacken, immer gerne Pizza gegessen und immer mehr Besuch gekriegt“, erinnert sich Otto. „Irgendwann haben wir gemerkt: Wir kriegen das nicht mehr gebacken, im wahrsten Sinne des Wortes.“ Also ließen sie von einem Ofenbauer einen größeren Backofen anfertigen. Die Resonanz war groß: „Immer wieder haben Leute zu uns gesagt: der Ofen ist pfundig, können wir den nicht ausleihen?“

Idee begann mit einem 35 mal 35 Zentimeter großen Mini-Backofen im heimischen Garten

Also befestigten Otto und Lautenbacher den Backofen auf einem Anhänger. Nun war der Schritt nicht mehr weit bis zum Backofen-Verleih. Und schnell wurde noch mehr daraus: „Die Leute wollen am liebsten das komplette Programm: Kannst du auch den Teig herrichten, kannst du auch Pizza bei mir backen?“ Um der Nachfrage Herr zu werden, ließen sich Otto und Lautenbacher im Sommer 2019 in Neapel zu Pizzabäckern ausbilden: „Da haben wir von der Pike auf gelernt, wie man eine echte neapolitanische Pizza macht.“

Der rollende Pizzaofen kann für Partys gemietet werden oder auf Märkten zum Einsatz kommen.

Bei dieser Pizzasorte gehe der Teig „viel schöner“ auf, „und auch der Belag wird nicht so totgebacken“. Gerade mal 70 bis 90 Sekunden bleibt die neapolitanische Pizza im 400 Grad heißen Ofen. Otto und Lautenbacher mieteten sich in einer Gastro-Küche ein, um Pizzateig in ausreichender Menge herzustellen. Eine große Maschine muss 24 Stunden lang rühren, bis der Teig fertig ist. Bei den Zutaten setzen Otto und Lautenbacher fast komplett auf Bio-Produkte aus der Region. Der Käse stammt aus der Jachenau, die Wurst vom Thomahof. Das Holz für den Ofen kommt aus Huglfing. Nur das Mehl stamme aus Italien, erläutert Otto, „weil das deutsche Mehl einen anderen Eiweiß-Anteil hat“. Die beiden bieten auch vegetarische Pizzen mit Frischkäse aus Cashewnüssen an. Serviert wird auf kompostierbaren Palmblättern oder Zuckerrohr, um Plastik zu vermeiden: „Ich denke, damit sind wir am Puls der Zeit“, sagt Otto. Er selbst sei seit sieben Jahren „vegetarisch unterwegs“ und experimentiere „auf der veganen Schiene“.

Wegen steigender Nachfrage: Ausbildung zum Pizzabäcker in Neapel absolviert

Die ruhige Corona-Zeit nutzten die beiden, um sich auf den Firmenstart vorzubereiten und um Kontakte zu knüpfen. Sie hätten schon etliche vielversprechende Gespräche geführt: „Jetzt sind wir gespannt, was auf uns zukommt.“ Die beiden hoffen auf Einsätze bei Märkten und Events: „Da machen wir dann auf 36 Quadratmetern mit vier bis sechs Leuten am Stand das volle Programm.“

Leben können die Benediktbeurer von ihrer Geschäftsidee noch nicht. Lautenbacher verdient sein Geld im Klinikum Großhadern, Otto kümmert sich bei einer sozialen Einrichtung um das Konzern-Controlling. Insgeheim träumen die beiden aber davon, in Vollzeit als Pizzabäcker durch das Land zu reisen: „Wir mögen das, das taugt uns und erfüllt unser Herz. Aber erst mal lassen wir es langsam angehen.“

Weitere Informationen zum Backofenverleih gibt es auf Bene-Pizza.de.

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