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Der neue „Zammlebn“-Vorstand ist der alte (v. li.): Gabriele Lang (Schriftführerin), Annette Michels (Kassenführerin), Ingrid Hauptmann (Vorsitzende) und Hubertus Klingebiel (Zweiter Vorsitzender) . 

Benediktbeurer Nachbarschaftsverein integriert Helferkreis für Asyl

„Zammlebn“ gilt für alle

Auch mit denen, die aus der Fremde nach Deutschland kommen, zusammenleben – eben zammlebn: Das möchte der gleichnamige Verein aus Benediktbeuern tun.

Benediktbeuern– In seiner Jahreshauptversammlung stimmten die 25 anwesenden Mitglieder deshalb einstimmig für eine Satzungsänderung, damit der Helferkreis Asyl in den Nachbarschaftshilfeverein eingegliedert werden kann. Denn: „Zammlebn heißt eben zammlebn – auch mit denen, die von weiter her kommen“, stellte Vereinsvorsitzende Ingrid Hauptmann klar.

In ihrem Rechenschaftsbericht blickte Hauptmann auf knapp 3900 Stunden ehrenamtliche Arbeit zurück, die die rund 70 Helfer in den einzelnen Projekten 2016 geleistet haben. Etwa als Familienpaten, im Babysitter-Service, in der Demenzhilfe, beim Mittagstisch oder beim Projekt „Zeit schenken – besuchen und begleiten“. Hauptmann betonte die Notwendigkeit, eine Tagespflege-Einrichtung im Loisachtal aufzubauen. So lange eine solche Einrichtung fehle, müssten alte und demente Menschen schneller als eigentlich notwendig in ein Heim ziehen. „Dabei wäre ein Leben daheim noch viel länger möglich“. Die einzelnen Projekte des Vereins werden vier Jahre nach seiner Gründung gut angenommen, wie in den Bilanzen der einzelnen Projekt-verantwortlichen deutlich wurde. So agiert die Demenzhilfe laut Mariele Wolf längst nicht mehr nur im Klosterort. Vielmehr sind die zehn aktiven Demenzhelfer mittlerweile auch in Bad Heilbrunn oder Schlehdorf tätig. „Es kommen sogar Anfragen aus Walchensee“, informierte Wolf. Dort scheint man dabei zu sein, auch eine Demenzhilfe aufzubauen.

Tanja Schmidhofer vom Helferkreis Asyl informierte über die Situation der aktuell 49 Flüchtlinge in Benediktbeuern und Bichl. Manche von ihnen seien mittlerweile anerkannt, andere dagegen hätten kaum Chancen dazu. Sie bezeichnete neben einer wirklichen Integration der Fremden die Suche nach Arbeit, Ausbildung und geeignetem Wohnraum als die größten Herausforderungen für die Zukunft. Schon jetzt würden einige Anerkannte nicht aus dem Energiepavillon am Kloster ausziehen können, weil sie keine bezahlbare Wohnung fänden. Dem Bichler Bürgermeister Benedikt Pössenbacher ist die allgemein angespannte Lage auf dem Wohnungsmarkt durchaus bewusst. Er versicherte, dass Anerkannte nicht aus den gemeindlichen Unterkünften – etwa im Bayerischen Löwen“ – ausziehen müssen. Annelies Rauh kritisierte, dass aus Gründen des Naturschutzes auf manchen Bauflächen nicht gebaut werden könne. Dass auf Frösche mehr Rücksicht genommen werde als auf Menschen, könne sie nicht verstehen.  fn

Informationen

Für die Projekte werden noch Ehrenamtliche gesucht. Infos erteilt Ingrid Hauptmann unter Telefon 0 88 57/39 61 oder per Mail an ingrid.hauptmann@zammlebn.de. Informationen gibt es auch im Internet auf www.zammlebn.de

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