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Hoffen, wieder einen Raum zu finden: Organisatorin Rosemarie Wagner (li.) mit Christa Epple vom Helfer-Team. 

Soziales Projekt

Benediktbeurer „Schenker-Treff“ sucht weiter eine Heimat

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Ein gutes halbes Jahr nach der Schließung sucht der beliebte „Schenker-Treff“ in Benediktbeuern weiterhin eine neue Heimat. Doch das ist gar nicht so leicht.

Benediktbeuern– In Bad Tölz ergab die Suche ein Happy-End: Das „Schenkräumchen“ kann, wie berichtet, auf Vermittlung von Dekan Martin Steinbach bald ins ehemalige Herderbad von Anton Hoefter ziehen. Auch in Benediktbeuern geben die Ehrenamtlichen nicht auf und hoffen, ebenfalls neue Räume zu finden. „Obwohl wir ja schon so lange geschlossen haben, melden sich immer wieder Menschen bei mir und fragen wehmütig, wann wir denn weitermachen können“, sagt Initiatorin Rosemarie Wagner.

Die „Schenken“ sind Einrichtungen, in denen Menschen, die etwas abzugeben haben, diese Sachen dort hinbringen können, damit andere, die Bedarf haben, sich dort etwas aussuchen können. Es gibt alles außer Lebensmitteln. Im „Schenker-Treff“ gab es im Prinzip alles, was man zu Hause braucht oder womit man es sich gemütlich machen kann – von Küchenutensilien bis hin zu Babykleidung, von Deko-Artikeln bis hin zu Büchern, Spielsachen und DVDs. Nicht selten waren neue, ungebrauchte Sachen darunter, zumeist Dinge, die man doppelt geschenkt bekommen hatte und die man schlichtweg nicht wegwerfen wollte. Wagner und ihre Helfer achteten schon bei der Anlieferung auf einen gepflegten Zustand, sortierten alle Sachen feinsäuberlich ein und hielten Ordnung. Der „Schenker-Treff“ war ein gepflegter „Laden“.

Die „Schenke“ war einst ein Öko-Projekt von Studenten der Katholischen Stiftungshochschule im Kloster gegen den Wegwerf-Wahn unserer Überfluss-Gesellschaft. Mehrmals musste das Projekt umziehen. Nach dem letzten Umzug in die Dorfmitte und unter Wagners neuer Führung wurde eine Spendenbox aufgestellt. Die Besucher werden gebeten, für die Nebenkosten (Strom und Wasser) einen Obolus zu leisten. „Das klappte auch sehr gut und soll in den neuen Räumen weitergeführt werden.“ Anders, sagt Wagner, sei es sonst wahrscheinlich nicht möglich, eine Unterkunft zu finden. Gesucht wird ein Raum, der zirka 100 Quadratmeter groß ist, im Idealfall beheizbar ist und fließendes Wasser hat, das die Helfer zum Putzen brauchen. Erdgeschoß wäre sinnvoll, um Besuchern wie Mütter mit kleinen Kindern und Senioren den Zugang zu erleichtern. Das „Schenker-Treff“-Team möchte am liebsten im Raum Benediktbeuern-Bichl bleiben.

Am letzten Standort hatte der Raum an drei Tagen in der Woche insgesamt acht Stunden geöffnet (mittwochs und freitags zwei Stunden und samstags vier Stunden). „Hier sind wir flexibel“, sagt Wagner.

Die Benediktbeurerin hat schon viele Gespräche geführt, auch mit Gemeinde und Kloster. „Aber weil die Salesianer das Kloster bald renovieren, brauchen sie derzeit viele Räume selbst als Lagermöglichkeiten.“ Für die Suche gibt sie sich ein Jahr Zeit, erst dann will sie das Projekt definitiv nicht mehr weiterführen. „Aber ich hoffe doch sehr, dass wir etwas finden. Der Schenker-Treff hat sich etabliert und war auch ein sozialer Treffpunkt für verschiedene Generationen. Es wäre schade, wenn wir nichts Neues finden.“

Kontaktaufnahme

Wer Rosemarie Wagner einen Raum zur Verfügung stellen kann, soll sich unter Telefon 0160/98 35 44 68 melden (unter der Woche bitte erst ab 16 Uhr).

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