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Spaß auf der Bühne hatten Alexandra Link-Lichius und Thomas Kapfer-Arrington vom Trio Nostalgie, als sie Chansons mit einer Mini-Drehorgel spielten.

Verein zur Förderung der Jugendarbeit

Benefizkonzert im Barocksaal: Spaß statt chaotisches Durcheinander

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Was passiert, wenn der Veranstalter bei einem Konzert einen bayerischen Dialekt-Folk-Sänger mit einem Gitarrenlehrer aus Partenkirchen kombiniert? Wenn darauf eine ambitionierte Laien-Band folgt, die französische Chansons singt? Entsteht ein chaotisches Durcheinander? Mitnichten.

Benediktbeuern – Die 180 Zuhörer im Barocksaal des Klosters Benediktbeuern erlebten ein ungewöhnliches, aber stimmiges Benefizkonzert zugunsten des Vereins zur Förderung der Jugendarbeit. Die Musiker hatten daran mindestens genauso viel Spaß wie das Publikum.

Es herrscht schon ein ganz spezielles Ambiente bei diesen Benefizkonzerten im Barocksaal des Klosters. Über den Zuhörern die Stuckdecke mit ihren 29 beeindruckenden Bildern. Vor der Tür servieren Vereins-Mitglieder Lachs-Häppchen. Im Foyer bilden sich größere Menschengruppen – die meisten Zuschauer sind Stammgäste und kennen sich nach der 13. Auflage des Benefizkonzerts untereinander.

Die ehemaligen Benediktbeurer Studenten Uwe Peise und Florian Ritter (re.) traten beim Benefizkonzert erstmals gemeinsam auf.

Spannend ist immer wieder, welche Künstler der Verein ausgräbt. Die jüngste Entdeckung ist der Benediktbeurer Uwe Peise, der selbst eingefleischten Kultur-Freaks kein Begriff sein dürfte. Um sich an seinen letzten öffentlichen Auftritt zu erinnern, braucht man schon ein Gedächtnis wie ein Elefant. 1995 war es, als sich Peise in der Tölzer Madlschule letztmals einem größeren Publikum präsentierte. Danach spielte er nur noch für sich selbst, „aber das wird irgendwann auch langweilig“, wie er selbst zugab.

Entsprechend nervös war er, als er im Barocksaal in Benediktbeuern erstmals in die Saiten griff. Die Nervosität hatte der Musiker schnell abgelegt. Mit seinen nachdenklichen, sozialkritischen, aber auch fröhlichen Liedern schaffte er es schnell, das Publikum in seinen Bann zu ziehen.

Fünf Lieder spielte Peise gemeinsam mit Florian Ritter, dem einzigen Profi-Musiker, der an diesem Abend auftrat. Schnell fanden die beiden Musiker zusammen, die einst gemeinsam in Benediktbeuern studiert haben. In seinen Solo-Auftritten glänzte Ritter mit Instrumental-Stücken in Fingerstyle-Technik. Der Musiker verriet, wodurch er inspiriert wird. Mal durch das Anstarren einer grünen Decke, mal durch einen Bach, der über das Ufer tritt.

Nach der Pause war eine komplett andere Stilrichtung zu hören. Das „Trio Nostalgie“ mit Alexandra Link-Lichius, Peter Karnbaum und Thomas Kapfer-Arrington präsentierte gut gelaunt französische Chansons. Je länger das Konzert dauerte, desto mehr taute das Publikum auf. Kaum jemand konnte sich dem Charme der Klassiker entziehen. Am Anfang wippten die Zuhörer mit den Zehen, dann mit den Füßen. Ab dem Klassiker „Champs-Elysées“ von Joe Dassin klatschten sie mit. Demnächst will das Trio wieder nach Südfrankreich reisen und dort in Restaurants und auf Märkten auftreten.

Mit-Organisator Rudi Mühlhans freute sich darüber, dass das Benefiz-Konzert auch heuer wieder 180 Zuhörer anlockte. Die Kombination aus komplett unterschiedlichen Stilrichtungen ist seiner Ansicht nach der Grund dafür, dass die Konzerte beim Publikum so gut ankommen. „Man lernt vieles kennen, mit dem man sonst nicht konfrontiert wird.“ Ebenso freut ihn, dass er bei den Musikern offene Türen einrennt, wenn er anfragt, ob sie zugunsten der Jugendhilfe ohne Gage auftreten wollen. Manchmal frage er sich schon, wie lange er die Organisation noch übernehmen könne. „Aber so lange es Spaß macht, gibt es keinen Grund aufzuhören“.

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