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Ein Biberdamm darf nur dann entfernt werden, wenn der Landwirt vorher die Genehmigung vom Landratsamt erhalten hat.

Naturschutz

Der Biber bleibt ein nagendes Problem

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    Alois Ostler
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Das Entfernen von Biberdämmen im Loisach-Kochelsee-Moor bleibt für Landwirte weiterhin ein wichtiges Thema. 64 Betroffene haben bislang die Erlaubnis erhalten. Sie gilt nicht für alle.

Kochel am See/Benediktbeuern– Wie Ende September berichtet, dürfen Dämme im südlichen Loisach-Kochelsee-Moor von Landwirten entfernt werden. Das wurde nach einer Ortsbegehung in der Gemeinde Benediktbeuern im Bereich Stierfleck beschlossen. Laut Landratsamt bezieht sich die Freigabe auch auf den Weidenfleckgraben. „Für drei weitere Reviere im Gebiet Loisach-Kochelsee-Moore werden noch Freigaben erfolgen“, sagt Pressesprecherin Marlis Peischer. Die betreffenden Anlieger werden angeschrieben. Bislang haben 64 Landwirte einen solchen Brief erhalten.

Das Thema kam am Dienstag auch im Kochler Gemeinderat zur Sprache. Bürgermeister Thomas Holz wies daraufhin, dass Dämme nur entfernt werden dürfen, wenn eine Genehmigung der Unteren Naturschutzbehörde vorliege. Deshalb sei seiner Meinung nach der Titel „Biberdämme dürfen entfernt werden“ über einen entsprechenden Beitrag im Tölzer Kurier irreführend gewesen. „Wenn jemand einen Biberbau auf seinem Grundstück feststellt, dann muss das Landratsamt verständigt werden“, sagte Holz. Erst wenn sich ein Mitarbeiter ein Bild von dem Bibervorkommen gemacht habe und die Entfernung des Dammes genehmigt sei, dürfe dieser zerstört werden. Grundlage für die Entscheidung sei die Biberkartierung. Eine Genehmigung für die Beseitigung aber sei „relativ leicht zu bekommen“, so Holz.

Landwirte, die ein Freigabe-Schreiben der Tölzer Behörde erhalten haben, wurde auch mitgeteilt, welche Abschnitte nicht angetastet werden dürfen. Die Biberburg zum Beispiel, also der Wohnsitz des Tieres, darf nicht beeinträchtigt werden. „Die Freigabe ist auf zwei Jahre befristet“, sagt Peischer. Die Querbauten des Dammes können bereits in der Entstehungsphase entfernt werden. „Bei der Durchführung der Maßnahme dürfen die Tiere nicht verletzt oder getötet werden.“ Und: „Sollten sich Anhaltspunkte ergeben, dass sich die Biberburg verlagert haben könnte, muss umgehend das Landratsamt verständigt werden“, sagt Peischer.

Weitere Infos

Betroffene Landwirte können sich bei Fragen an die Untere Naturschutzbehörde im Tölzer Landratsamt wenden, Telefon 08041/505118.

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