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In der Hauskapelle feierten die Salesianer am Donnerstag letztmals das Don-Bosco-Fest. Der sogenannte Kur fürstensaal im Südtrakt des Klosters Benediktbeuern wird renoviert und dient künftig als Veranstaltungssaal.

Bischof Hermann Glettler beim Don-Bosco-Fest im Kloster Benediktbeuern

Eine Predigt zum „hinter die Ohren schreiben“

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Mit zahlreichen Gästen wurde das Don-Bosco-Fest im Kloster Benediktbeuern begangen. Festprediger war Bischof Hermann Glettler aus Innsbruck.

Benediktbeuern – Es ist der Höhepunkt im Jahr und das bereits Ende Januar: Am Donnerstag feierten die Salesianer Don Boscos im Kloster Benediktbeuern mit zahlreichen geladenen Gästen aus dem öffentlichen Leben das Don-Bosco-Fest. Den Gottesdienst zelebrierte Bischof Hermann Glettler aus Innsbruck, der mit einer herzerfrischenden Predigt einen Glanzpunkt setzte. Die feierliche Messe fand letztmals im Kurfürstensaal statt, der nach der Renovierung zum Veranstaltungssaal wird.

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Für ihn sei es eine große Freude, dass er in Benediktbeuern eingeladen sei, sagte der Bischof in Anlehnung an die vorangegangene „Gaudete-Lesung“. Der Prediger griff anschließend die Frage aus dem – beim Don-Bosco-Fest obligatorischen – Matthäus-Evangelium auf: Wer ist im Himmelreich der Größte? Groß ist laut Glettler nur der, der sich kleinmachen kann. So habe es auch Jesus von seinen Jüngern gefordert: Wer so klein sein kann wie ein Kind, der ist im Himmelreich der Größte. In diesem Sinne habe sich auch Don Bosco „zum Kasperl gemacht“ und sein Leben im besten Sinne für die Jugend verschwendet.

Bischof Hermann Glettler

Mit einer humorvollen Anekdote erklärte der Bischof dann das seiner Meinung nach so wichtige Geheimnis der Wertschätzung. Das Lob, das er als kunstsinniger Professor vor Jahren einem jungen Störenfried in der Schule ausgesprochen hatte, hat der Bub vermutlich sein Leben lang nicht vergessen. „Der Umtreiber konnte wirklich gut malen, aber er hat auch jeden Unterricht gestört.“ Nur auf solch ehrliche Weise könne Vertrauen aufgebaut werden, sagte Glettler. Und als dritten Merksatz seiner Predigt gab der Bischof seinen Zuhörern mit auf den Weg: „Sinnvoll arbeiten und am Sinn arbeiten.“ Diesen Rat müssten sich alle „besonders hinter die Ohren schreiben“. Glettlers konkretes Beispiel: „Ich halte nichts davon, wenn Menschen mit Benachteiligungen eine Pseudobeschäftigung erhalten.“ Der Bischof nahm das Don-Bosco-Fest auch zum Anlass, um all den Menschen zu danken, „die uns in die richtige Spur gebracht haben“.

Klosterdirektor Pater Lothar Bily dankte dem aus der Steiermark stammenden Prediger, den er deshalb humorvoll als „Bischof mit Migrationshintergrund“ bezeichnete. Glettlers Vor-Vor-Vorgänger war übrigens Alois Kothgasser, der frühere Dogmatikprofessor der Philosophisch-Theologischen Hochschule Benediktbeuern.

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Ein besonderer Dank galt noch Vanessa Elsasser, die sich mit einer Studierenden-Gruppe laut Bily „mächtig ins Zeug gelegt hatte“, um die Messe musikalisch mitzugestalten. Beim Stehempfang und Mittagessen wurde dann lebhaft diskutiert – auch über die besondere Predigt.  

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