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Die neue Benediktbeurer Klosterkapelle ist kurz vor der Fertigstellung: Klosterdirektor Pater Lothar Bily (li.) und Künstler Erwin Wiegerling besprechen am Lesepult die letzten Details. 

Festtag für die Salesianer Don Boscos

Bischof Oster weiht neue Klosterkapelle ein

  • Alois Ostler
    vonAlois Ostler
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Großer Festtag für die Salesianer Don Boscos in Benediktbeuern: Am Sonntag weiht Bischof Stefan Oster die neue Klosterkapelle ein. Die Handwerker sind mit den letzten Arbeiten im Zeitplan.

Benediktbeuern – Die neue Kapelle ist Teil der großen Veränderungen im Kloster. Im Mai beginnt die lange geplante Sanierung im Südtrakt. Im dortigen ehemaligem Kurfürstensaal hatten die Salesianer ihre Hauskapelle eingerichtet, nachdem sie 1930 die Klosteranlage übernommen hatten. Dieser Saal wird nun – wie mehrfach berichtet – grundlegend saniert und künftig als repräsentativer Veranstaltungsraum genutzt.

Die Hausgemeinschaft der Salesianer hat sich nach teilweise kontroversen Debatten darauf geeinigt, den bisherigen großen Lesesaal der ehemaligen Theologischen Hochschule zur neuen Klosterkapelle umbauen zu lassen. „Wir haben uns für eine Kreislösung entschieden“, sagt Pater Lothar Bily. Das entspreche modernen liturgischen Gesichtspunkten, so der Klosterdirektor. Für die Umgestaltung des bisherigen Pater-Mindera-Saals zeichnet der Gaißacher Künstler Erwin Wiegerling verantwortlich. Die künftige Bestuhlung ist im Kreis um den von der Stirnseite des Saal abgerückten Altar vorgesehen. Davor steht in einer geraden Achse das Lesepult. Am sogenannten Ambo wird das Evangelium verkündet.

Altar und Ambo sind aus einem speziellen Formguss aus einer Mischung aus Sand und Zement hergestellt. „Die Hauptfarbe ist das sogenannte Benediktbeurer Grün“, sagt Wiegerling. Aus dem im Loisachtal vorkommenden Grünsandstein wurden Teile der Klosterfassade gestaltet.

Bestimmendes Element der neuen Klosterkapelle ist „Christus der gute Hirte“. Die Darstellung ist eine Mischung aus Fresco- und Secco-Technik, erklärt der Künstler. „Dabei werden die Umrisse zum Teil aus dem frischen Putz gekratzt.“ Das Hauptbild ist eingerahmt von einem mobilen Wand-Paneel aus Acrylglas mit schemenhaften Darstellungen des Ordensgründers Johannes Bosco, der von Kindern umgeben ist. Darüber ist der Umriss einer Bergkette zu sehen. So entwickelt sich laut Wiegerling ein reizvolles Spiel von Licht und Schatten, vor allem wenn die Sonne durch die im Original belassenen Fenster der Klosterfassade scheint.

Stefan Oster ist seit 2014 Bischof von Passau.

Don Bosco zieht nicht nur als Bild in die Klosterkapelle ein. Bei der Einweihung am kommenden Sonntag wird der Passauer Bischof Stefan Oster einen Reliquienschrein im Altar versiegeln. In dem kleinen Gefäß sind insgesamt drei Reliquien eingebettet – von Johannes Bosco, dessen Lieblingsschüler Dominikus Savio und Don Boscos erstem Nachfolger Michael Rua.

Stefan Oster, der bekanntlich bis zu seiner Ernennung zum Bischof von Passau im Jahr 2014 als Dogmatik-Professor in Benediktbeuern tätig war, wird am Sonntag den Ambo, und den Altar sowie den neuen Tabernakel einweihen. Unter anderem wird dazu auf dem Altartisch Weihrauch entzündet.

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Sehenswert sind in der Kapelle auch eine alte gotische Madonna aus dem Kloster, die in einer Mariennische steht, sowie der von Erwin Wiegerling gestaltete Kreuzweg. Neben den in den meisten Kirchen üblichen 14 Kreuzwegstationen gibt es in der Klosterkapelle noch eine 15. Station – die „Kreuzauffindung“ durch die heilige Helena. „Ich wollte einen klassischen Kreuzweg zeigen nach alten Vorbildern“, sagt der Künstler. Er wird übrigens nach dem Gottesdienst eine kurze Einführung in seine gestalterischen Überlegungen geben.

Erst nach der Einweihung wird die neue Orgel der holländischen Firma Johannus eingebaut. Das Instrument ist bereits auf dem Weg nach Benediktbeuern. Die Gesamtkosten für den neuen Kirchenraum belaufen sich auf rund 400 000 Euro.

Der Festgottesdienst zur Einweihung der neuen Klosterkapelle findet am kommenden Sonntag, 1. März, statt. Beginn ist um 9 Uhr. Der Platz ist auf 80 geladene Personen begrenzt. Die Kapelle ist über den Haupteingang (Klosterladen) für jedermann zugänglich.

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