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Weil die Tiefbaufirmen der Telekom mit den vielen Aufträge nicht mehr nachkommen, geht auch beim Ausbau in Benediktbeuern nichts voran.

Breitbandausbau

Stillstand auf der Datenautobahn

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Nach Königsdorf ist nun Benediktbeuern die zweite betroffene Gemeinde im Landkreis, bei der Stillstand beim Breitband-Ausbau herrscht. Der Grund: Die Baufirmen der Telekom sind überlastet.

Benediktbeuern– Die Bürger wundern sich schon seit Längerem, dass faktisch nichts vorangeht. „Ich bin einGewerbetreibender in der IT-Branche und auf einen schnellen Internetanschluss angewiesen“, wandte sich kürzlich ein Benediktbeurer an unsere Zeitung. „Eigentlich sollte der Ausbau doch bis Ende 2017 abgeschlossen sein.“

Doch daraus wird nichts – denn die Deutsche Telekom hat ein Problem: Überlastung mit Aufträgen auf dem Land. Auch die Gemeinde ist frustriert. „Ja, das ist wirklich ärgerlich“, sagt Benediktbeuerns Bürgermeister Hans Kiefersauer. Die Gemeinde hatte den Vertrag im Dezember 2016 unterschrieben. Seither wartet man auf die Umrüstung der Verteilerkästen. Nur in der neuen Straße im Gewerbegebiet sind laut Kiefersauer schon Kabel verlegt worden.

Am vergangenen Freitag gab es wieder ein Gespräch zwischen Gemeinde und dem von der Telekom beauftragten Planungsbüro. „Es ist jetzt angedacht, dass man im November oder Dezember anfängt“, berichtet der Bürgermeister. Allem Anschein nach habe die Telekom nicht damit gerechnet, dass auf dem Land so viele Gemeinden den Internetausbau brauchen. Andere Telekommunikationsunternehmen wären nur im städtischen Bereich baulich tätig und würden sich nicht um die Aufträge der Kommunen bemühen, so Kiefersauer.

Die Telekom entschuldigt sich für die Verzögerungen. „Wir können den Unmut unserer Vertragspartner und der Kunden nachvollziehen“, sagt Pressesprecher Markus Jodl. Der Ausbau laufe nicht so, „wie wir uns das idealerweise wünschen“. Laut Jodl liegt das an den Tiefbaumaßnahmen. Obwohl man schon rund 1000 Mitarbeiter aus anderen Bundesländern beordert hätte, mitzuhelfen, stoße man an Grenzen. Mittlerweile arbeite die Telekom auch mit Firmen aus dem Ausland, etwa aus Lettland zusammen, um die Arbeiten zu bewältigen. „Der Markt der Tiefbaufirmen ist aber wie leergefegt.“ In Benediktbeuern, sagt Jodl, werde man nicht vor Mitte 2018 fertig sein.

Hat sich die Telekom dann nicht übernommen, als sie sich an derart vielen Ausschreibungen auf dem Land als Unternehmen bewarb? Jodl schiebt den Schwarzen Peter der Politik zu: „Beim ersten Breitband-Förderprogramm wurde uns vorgeworfen, wir hätten uns nicht genügend beteiligt.“ Jetzt sei man hingegen bei zig Gemeinden das einzige Unternehmen gewesen, das sich um den Auftrag bemühte. „Die Zusagen sind wie eine Welle über uns reingeschwappt.“

Die Telekom werde den Vertrag auf jeden Fall erfüllen, sagt Jodl. Ein Ausscheiden aus dem Vertrag kommt auch für die Gemeinde Benediktbeuern nicht in Frage, denn: „Dann müssten wir alles neu ausschreiben, und es würde alles noch länger dauern“, sagt der Bürgermeister. Deshalb werde man „diese Kröte jetzt schlucken.“

Die Gemeinde bekommt für den Ausbau staatliche Unterstützung in Höhe von 452 000 Euro. Weitere 50 000 Euro zahlt der Bund. Im Dorfkerngebiet wird man nach dem Ausbau mit bis zu 100 Mbit/s surfen können, in den „Außenbereichen“ (Gewerbegebiet, Schule, Gschwendt, Häusern) sogar mit bis zu 200 Mbit/s.

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