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In lockerer Runde beim Stiftertreffen im Maierhof des Klosters: (v. li.) Moderatorin Johanna Reuß, Manfred Koch, Pater Stefan Stöhr, Heribert Trunk, Pater Josef Grünner und Pater Claudius Amann.

Stifterfest in Benediktbeuern

Bürger aus Kochel will Projekt für Jugendliche unterstützen - und gründet eine Stiftung

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Ganz genau bestimmen, für welches wohltätige Projekt das Geld bestimmt wird: Dazu bieten Stiftungen eine gute Möglichkeit. Ein Kochler erläutert, wie er vorging.

Benediktbeuern – Eine Stiftung gründen und mit dem Erlös hilfsbedürftige Kinder und Jugendliche unterstützen: Diesen Gedanken finden immer mehr Menschen reizvoll. Alleine das Don-Bosco-Stiftungszentrum unterstützt mittlerweile über 200 Stiftungen, deren Vermögen auf 56 Millionen Euro angewachsen ist. „Ein wunderbares Ergebnis“, sagte Pater Claudius Amann beim Stifterfest im voll besetzten Allianzsaal des Klosters Benediktbeuern.

Einer der neuesten Stifter ist Eberhard Laubender. Er habe seit jeher eine gute Beziehung zum Kloster Benediktbeuern, sagte der Kochler. Seine Kinder hätten hier Zivildienst geleistet und sprächen noch immer mit viel Begeisterung über diese Zeit.

Ausschlaggebend dafür, eine Stiftung zu gründen, sei ein Gespräch mit Pater Karl Geißinger gewesen, so Laubender: „Er hat mir gesagt, dass es da ein kleines Projekt gibt, für das immer nur ein paar Krümel vom großen Kuchen abfallen.“ Konkret geht es um ein Projekt, das junge Menschen unterstützt, deren Leben total aus dem Ruder gelaufen ist: „Sie sind straffällig geworden, gewalttätig und aggressiv. Es ist absehbar, dass ihr Leben ohne Hilfe total in die Hose geht.“ In einer kleinen Projektgruppe lernen die Heranwachsenden, dass es auch anders geht. Sie erfahren Anerkennung und Wertschätzung. Laut Pater Geißinger fänden 70 Prozent der Projekt-Teilnehmer den Weg zurück in die Gesellschaft: „Genau so was brauchen wir“, sagte Laubender – und beschloss, eine Stiftung zu gründen, die dieses Projekt unterstützt.

Dass jeder genau bestimmen kann, wofür sein Geld verwendet wird, sei eine Besonderheit der Don-Bosco-Stiftungen, erläuterte Vorstandsmitglied Heribert Trunk: „Bei Unicef und Caritas hat man diese Möglichkeit zum Beispiel nicht.“ Aufgrund der schwierigen Rahmenbedingungen sei es allerdings nicht so ganz leicht, eine Stiftung finanziell erfolgreich zu verwalten, erläuterte Manfred Koch: „Bis zum Jahr 2008 war die Geldanlage ein Selbstläufer, man konnte ohne großes Risiko investieren. Doch seit der Finanzkrise ist es mit dem ruhigen Fahrwasser vorbei.“ Zumal auch noch die unberechenbare Politik der USA hinzukam. Daher sei es wichtig, wachsam zu sein und die eigene Anlagepolitik ständig zu hinterfragen. Der Don-Bosco-Stiftung sei es jedoch gelungen, einen sinnvollen Weg zu finden.

Gleichwohl wachsen die Bäume nicht in den Himmel. Gut zwei Millionen Euro Ausschüttungssumme seien zwar ein „anständiges Ergebnis“, befand Pater Claudius Amann, doch es wäre viel mehr drin gewesen, ergänzte Trunk: „Die Niedrigzins-Politik von Zentralbank-Präsident Mario Draghi hat uns bisher etwa 40 Millionen Euro an Zins-Erträgen geklaut.“

Dabei gäbe es unendlich viele Projekte zu fördern. Um Unterstützung zu bekommen, müssen die Projekte und Einrichtungen erst mal einen Antrag stellen, der von der Deutschen Provinz der Salesianer Don Boscos und der Don-Bosco-Mission geprüft wird. Das Ergebnis sei eine Exel-Tabelle, mit der man laut Pater Stefan Stöhr „mehrere Räume tapezieren“ könnte. Der Ausschuss diskutiere dann über die Projekte. „Wir können nicht alles unterstützen, manches passt auch nicht in die Strategie.“ Sprich: Es geht nicht in erster Linie um die Unterstützung von Jugendlichen.

Die Not der Kinder auf der Welt werde immer größer, es gebe immer mehr Probleme zu lösen, sagte Trunk. Er appellierte, es sei wichtiger denn je, neue Stifter und Förderer zu finden: „Lasst uns etwas gegen die unerfüllten Wünsche tun.“

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