Der Lainbachwald in Benediktbeuern grenzt ans Gewerbegebiet (im Bild oben).
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Der Lainbachwald in Benediktbeuern grenzt ans Gewerbegebiet (im Bild oben).

Schüttgutboxen sollen aufgestellt werden

Arbeiten im Lainbachwald: Bürgerinitiative in Sorge, Rathauschef beruhigt

  • Christiane Mühlbauer
    vonChristiane Mühlbauer
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Die Bürgerinitiative (BI) „Rettet den Lainbachwald“ ist wieder aktiv geworden. Anlass ist die geplante Änderung des Flächennutzungsplans durch die Gemeinde.

Benediktbeuern – Wie mehrfach berichtet, sollen fünf überdachte Schüttgutboxen zur Lagerung von Straßenaushub errichtet werden. Die BI ist dagegen und sieht den Wald „wieder durch Rodung und Versiegelung bedroht“.

Bürgermeister Toni Ortlieb ist verwundert über den Zeitpunkt der Pressemitteilung. Der Rathauschef hatte, wie im Gemeinderat angekündigt, von sich aus Kontakt mit der BI aufgenommen und um ein Gespräch gebeten. Dieses fand laut Ortlieb vor den Sommerferien mit einem BI-Vertreter statt. Dieser fand Standort und Größenordnung vertretbar.

Darauf angesprochen, sagt Johannes Schweiger von der BI, dass die Gruppierung dessen Meinung nicht teile und dass man den Erhalt des Waldes als Ganzes fordere. Man sei jedoch von Zuständen wie in 2018 „weit entfernt“, sagt Schweiger. Damals wollte die Gemeinde unter Bürgermeister Hans Kiefersauer (†) das Gewerbegebiet erweitern und Teile des Waldes roden. In der Folge entstand eine intensive Diskussion, die schließlich in einem Bürgerentscheid mündete. Die BI setzte sich durch, die Bäume blieben stehen.

Die Gemeinde will jetzt laut Ortlieb nahe der Bahn Lagerflächen für Straßenaushub schaffen. Es handle sich um eine brachliegende Kiesfläche, wo schon jetzt keine Bäume stünden, sagte Ortlieb. Eine Rodung sei nicht erforderlich, eventuell müssten nur „ein, zwei Bäume“ für den Wendekreis des Lkw entfernt werden. „Alle naturschutzrechtlichen Auflagen werden erfüllt“, betont Ortlieb. In unmittelbarer Nähe steht schon jetzt eine kleine Schüttguthalle für Kies. Derzeit läuft das Verfahren für die Änderung des Flächennutzungsplans. In den Boxen (Gesamtfläche: 31 auf 12 Meter) soll der Straßenaushub gelagert werden, der demnächst bei Sanierung von Dorf- und Asamstraße anfällt. Die Gemeinde brauche eine solche Fläche. Der Aushub wird beprobt und dann entsprechend entsorgt. „Wenn wir keine Straßenbaumaßnahmen haben, wird dort auch nichts gelagert“, sagt Ortlieb. Ein Dach für die Boxen findet Ortlieb sinnvoller als Plastikfolie. Er will in Kürze mit Kochels Bürgermeister Thomas Holz – der Wald grenzt an Ried – sprechen.

Die BI wiederum weist auf die große Artenvielfalt und den wertvollen Lebensraum hin. Man wolle nicht, dass diese Fläche durch „Salamitaktik“ verkleinert werde. „Der Wald steht unter Druck“, so Schweiger.  

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