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Auto-Abenteuer in Afrika muss warten: Felix Mayr kann erst im Februar starten

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Von: Christiane Mühlbauer

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Der Nissan X-Trail steht schon fertig in der Garage. Für die Matratze (rechts) hat sich Mayr ein Holzgestell gebaut. In die Boxen kommen Equipment und Proviant.
Der Nissan X-Trail steht schon fertig in der Garage. Für die Matratze (rechts) hat sich Mayr ein Holzgestell gebaut. In die Boxen kommen Equipment und Proviant. © privat

Felix Mayr aus Benediktbeuern muss seine Pläne, mit dem Auto nach Westafrika zu fahren, wegen der Corona-Pandemie erneut verschieben.

Benediktbeuern – Eigentlich wollte Felix Mayr schon längst mit dem Auto in Afrika unterwegs sein. Doch Corona durchkreuze seine Pläne erneut. Jetzt heißt’s Warten bis Februar.

Das Auto ist fertig, organisatorisch vieles erledigt. Im Prinzip könnte Felix Mayr in ein, zwei Tagen starten. Doch Corona macht ihm und den übrigen Teilnehmern an einer speziellen Afrika-Reise mit dem Auto einen Strich durch die Rechnung. Eigentlich wollte die Gruppe Mitte Dezember starten, dann Anfang Januar. Nun wird der 10. Februar anvisiert. Die Verschiebung liegt daran, dass die Behörden in Marokko aufgrund der Pandemie-Situation sowohl alle Flüge als auch alle Fährverbindungen bis 31. Januar eingestellt haben – und eine erneute Verlängerung ist nicht ausgeschlossen.

Unterwegs werden Spenden verteilt

Wie berichtet will der 41-Jährige erneut zu einer Afrika-Tour mit dem eigenen Auto aufbrechen, die ein Spezial-Reiseveranstalter durchführt. Die Reisenden wollen von Genua mit der Fähre nach Marokko übersetzen und dann durch die Westsahara bis an die Grenze zu Mauretanien fahren. Durch Senegal und Gambia geht es bis zum Zielpunkt in Guinea- Bissau. Dort wird das Auto verkauft. Unterwegs werden die Teilnehmer Spenden verteilen, beispielsweise Kleidung und Schulartikel, die in den vergangenen Wochen gesammelt wurden.

„Warten macht mürbe“

„Das Warten macht schon mürbe“, sagt Mayr, der beruflich beim Bayerischen Landesvermessungsamt tätig ist. Die Verschiebung der Tour sei für ihn beruflich aber machbar. Zwei andere Fahrer hätten jedoch schon abgesagt. „Somit sind wir jetzt noch sechs, vielleicht auch nur fünf“, sagt Mayr über seine Reisegefährten, die aus anderen Teilen Deutschlands stammen.

Felix Mayr aus Benediktbeuern
Felix Mayr aus Benediktbeuern © privat

Für den Benediktbeurer ist es nicht das erste Abenteuer dieser Art – zum Jahreswechsel 2009/10 hatte er so eine Tour, damals zusammen mit Freunden aus der Region, schon mal gemacht. Seine Erfahrungen kommen ihm jetzt zugute, etwa, was Packen und Auto-Equipment sowie Straßen- und Wettererfahrungen angeht. „Damals hatte es zu Anfang in Marokko wahnsinnig geregnet, es traten sogar Flüsse über die Ufer“, erinnert er sich. Auf solche Situationen will er jetzt vorbereitet sein, auch mental. Das Auto ist diesmal ein Nissan X-Trail, ein Allradfahrzeug, auf dessen Fenster er noch Tönungsfolie zum Schutz gegen die Sonne geklebt hat. Zudem hat es ein Fachmann in Benediktbeuern noch mal auf Herz und Nieren geprüft.

Holzgestell mit Matratze im Auto

Geschlafen wird überwiegend im Auto auf einer Matratze. Mayr hat ein Holzgestell gezimmert. Darunter und daneben befindet sich in Plastikboxen das Equipment samt Spenden und Lebensmitteln. „In der Westsahara müssen wir etwas dabei haben, denn dort kann man sich über rund 2000 Kilometer nicht mit Proviant versorgen“, sagt Mayr. Er will unter anderem Dosen mit Gulaschsuppe, Salami und Pumpernickel mitnehmen. Auch an Werkzeug fürs Auto ist natürlich gedacht. Eine Lawinenschaufel wird zur Sandschaufel, und auf dem Gepäckträger auf dem Dach sind Ersatzreifen und sowie drei Reservekanister fürs Benzin, insgesamt 50 Liter, montiert.

Einiges ist noch ungewiss

Drei bis vier Wochen, so wird geschätzt, soll die Tour dauern. Die Gruppe wird durchfahren, es sei denn, Reparaturen am Auto oder Grenz-Formalitäten zwingen sie zu einem längeren Stopp. Spannung ist gewiss: „Auch hier können wir manche Dinge erst vor Ort klären, nicht zuletzt wegen Corona“, sagt Mayr. Der 41-Jährige ist geimpft. „Ich habe Respekt vor Corona, aber wir sind draußen unterwegs und nicht in Menschenansammlungen“, sagt er.

Freilich: Jetzt, beim Warten, komme schon manchmal die Frage auf, „warum ich nicht einfach ganz normal in Urlaub fahre“, sagt Mayr und schmunzelt. Doch die schönen Erfahrungen von damals, den Sternenhimmel in der Wüste für sich alleine zu haben, und das Gefühl von Freiheit, bekomme man eben nicht bei einer Pauschalreise.

Weitere Infos im Internet auf www.felixmayr.com

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