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Ganz nah an der Band: Django 3000 bei ihrem Auf tritt im Maierhof des Klosters Benediktbeuern. 

Wohnzimmer-Konzert-Atmosphäre

Django 3000: „Griabige“ Gipsy-Abende im Kloster

Django 3000 sorgen für Wohnzimmer-Flair im Benediktbeurer Kloster. Die Chiemgauer Band liefert zwei äußerst intime Konzerte ab.

Benediktbeuern Für ihren „Gipsy-Sound“ lieben sie ihre Fans: Django 3000 war am Wochenende im Maierhof im Kloster Benediktbeuern zu Gast. Ihre Anhänger bescherten der fünfköpfigen Band gleich zwei ausverkaufte Abende auf ihrer zweiten Unplugged-Tour.

Die Geigenklänge von Florian R. Starflinger und der rasante, antreibende Rhythmus von Schlagzeuger Jan-Philipp Wiesmann garantierten den unvergleichlichen Balkanklang der Rockband aus dem Chiemgau. Ihr Name leitet sich vom Jazzgitarristen Django Reinhardt ab, der von Sinti und Roma abstammte. Wiesmann hatte einen Stuhl mit Becken und Trommel zum Schlagzeug umgebaut. Verstärkung geholt hatte sich das Trio mit Keyboarder Max Schuller und Kontrabassist Korbinian Kugler. Veranstalter Günter Sirsch schwärmte: „Das erste Konzert war schon innerhalb weniger Tage im Internet ausverkauft.“

Sänger Kamil Müller mahnt: „Ihr miaßts mitsinga!“

Auf einem Teppich hatten sich die Musiker im Kreis formiert, eng eingerahmt von den Zuschauern, die im DBU-Saal für 80 Personen auch die Empore füllten. So hob die Band stimmungsmäßig mitsamt dem Publikum ab. Schon beim ersten Stück sangen einzelne Gäste zaghaft mit. Sänger Kamil Müller mahnte sofort: „Ihr miaßts mitsinga!“ In beinah jedem Lied gab es dann für die Fans Gelegenheit dazu, ob mit Refrains wie „Deideidei“ oder ganzen Strophen. Ihren ersten Hit „Heidi“ von 2011 spielten die Stimmungsmacher schon an dritter Stelle, und die ersten Tanzwütigen kamen zum Vorschein. Django 3000 hatte sichtlich Freude am Publikum, das altersmäßig eine weite Bandbreite aufwies. Natürlich waren die Musiker selbst genauso begeistert. Aber die Fünf hatten mehr zu bieten als nur „Gipsy-Sound“. Nach dem neuen rasanten Werk „Lem versaut“ vom neuen Album „Im Sturm“ kam die ältere Nummer „Hey, Mom“. Was für ein Blues. Müller sorgte für Gänsehaut, wenn er mit seiner rauen Stimme sang „’s Herz is’ z’riss’n wia a oida Briaf“. Ebenso begeisterte seine Darbietung der spanischen Klänge über Liebe und Wein. „Der war fürs Sommerfeeling gedacht“, so Müller.

Mit „Zeit“ zeigten die Rocker ihre sanfteste musikalische Seite, nur mit Gitarre, Geige, Akkordeon und Gesang. Aber so entließen sie das Publikum natürlich nicht, sondern brachten die Gäste mit „Wuid und laut“, „Danz ums Feia“ und „Herz wia a Messa“ zum Hüpfen. Wie es Müller selbst sagte: Es waren zwei echt „griabige“ Abende. Birgit Botzenhart

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