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Die Wohnheime an der Prälatenstraße sind vollbelegt. Auf den angrenzenden Flächen werden drei neue Gebäude mit jeweils 16 Apartments errichtet. Die Neubauten werden optisch anders gestaltet und sollen sich besser ins Benediktbeurer Ortsbild einfügen.

Bistum Augsburg plant

Drei neue Wohnhäuser für Studenten in Benediktbeuern

  • Christiane Mühlbauer
    vonChristiane Mühlbauer
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Der Gemeinderat Benediktbeuern hat grünes Licht gegeben für den Bau von drei neuen Studentenwohnheimen. Über die Parkplätze gab es jedoch eine längere Diskussion.

Benediktbeuern– Das ist eine gute Nachricht für alle Studierenden der Katholischen Stiftungsfachhochschule: Die angespannte Situation auf dem Wohnungsmarkt in Benediktbeuern und Umgebung wird sich entschärfen. Das Ulrichswerk des Bistums Augsburg plant – wie schon im März berichtet – drei neue Wohnhäuser mit jeweils 16 Apartments. Sie sollen angrenzend zu den bestehenden Heimen an der Prälatenstraße gebaut werden.

Der Antrag auf Vorbescheid lag nun dem Gemeinderat vor. Die Planung wurde im Vorfeld schon mit dem Landratsamt abgesprochen, um Fragen zu klären, berichtete Bürgermeister Toni Ortlieb. „Das Vorhaben ist nur zu begrüßen“, sagte Ortlieb. Denn in den vergangenen Jahren sei viel Wohnraum für Studenten weggefallen – auch sie bekämen den Druck auf dem Immobilienmarkt zu spüren. „Gleichzeitig gibt es aber eine große Nachfrage“, sagte Ortlieb. Mit Studienangeboten in Rosenheim und Augsburg habe die KSH zudem Konkurrenz bekommen. Man wolle ein Abwandern der Studenten, die teilweise schon jetzt von weit her pendelten, vermeiden. „Aber das ist nicht gut, denn der Betrieb der Hochschule lebt von Studenten vor Ort“, sagte Ortlieb nach Gesprächen mit Pater Lothar Bily.

Die neuen Heime werden grundsätzlich anders aussehen als die bestehenden Häuser, die gerne „Starenkästen“ genannt werden und schon damals beim Bau für große Kritik sorgten, weil sie sich erheblich vom Baustil in Benediktbeuern abheben. Die Neubauten sollen nun der Umgebungsbebauung angepasst werden. „Das sehen jetzt auch die Behörden so“, sagte Ortlieb erleichtert.

Auch den Gemeinderäten gefallen die Gebäude, die sie in der Sitzung auf den Plänen studieren konnten, optisch sehr gut. Der Öffentlichkeit stellt das Bistum Augsburg eine Ansicht jedoch nicht zur Verfügung, sagte ein Pressesprecher am Freitag auf Nachfrage des Tölzer Kurier. Das werde erst geschehen, wenn die Genehmigung vorliegt.

In punkto Parkplätze entwickelte sich im Gemeinderat jedoch eine rege Diskussion. Geplant sind derzeit 44 Stellflächen plus zwei Garagen. Das sind doppelt so viele Stellflächen wie erforderlich. Die Anzahl berechne sich grundsätzlich nach einem Bettenschlüssel, erklärte Ortlieb. Für Studenten gelte, dass für je fünf Betten ein Parkplatz vorgehalten werden müsse, zudem zehn Prozent für Besucher. Das Ulrichswerk müsste als nur 22 Plätze bereitstellen, habe aber von sich aus schon 44 Plätze geplant.

Bruno Bacher fand diesen Stellplatzschlüssel „komisch“: „Auch Studenten sind heute alle mit dem Auto unterwegs.“ Hans-Otto Pielmeier befürchtet sogar ein „massives Verkehrsproblem“. Realistisch seien seiner Einschätzung nach 100 bis 150 Fahrzeuge, die dann die Straßen in der Umgebung zuparken würden. „Ich verstehe diese Planung überhaupt nicht“, sagte Pielmeier. Damit produziere man für Benediktbeuern einen Verkehrsinfarkt. Das sei nicht die Nachhaltigkeit, die sich die KSH auf die Fahnen schreibe.

„Warum baut man nicht eine Tiefgarage?“ Hanns-Frank Seller und Margret Steffens pflichteten Pielmeier bei. „Auch beim Fraunhofer-Tagungshaus wurde eine Tiefgarage gefordert“, erinnerte Seller an das vor ein paar Jahren gescheiterte Projekt. Beide forderten, mit der KSH zu sprechen.

Er könne „diese Horrorszenarien nicht teilen“, sagte hingegen Rudi Mühlhans. Mit der Forderung nach einer Tiefgarage könnte man gar das ganze Projekt zum Scheitern bringen, fürchtet er. Man sollte stattdessen mit der KSH beziehungsweise mit dem Ulrichswerk reden, ob man nicht „intelligente Lösungen“ finden könnte, zum Beispiel einen Zuschuss zum ÖPNV, damit man generell die Auto-Nutzung reduzieren könnte.

Toni Lugauer teilte sowohl die eine als auch die andere Ansicht. „Letztlich werden aber wohl doch viele Studenten mit dem Auto fahren“, meinte er. Vielleicht gebe es ja eine Alternativlösung mit einer weiteren Fläche. Man müsse über eine Gesamtlösung nachdenken, zumal man ja eines Tages auch die bestehenden Heime sanieren müsse. „Eine Tiefgarage jetzt löst das Problem nicht“, sagte Leonhard Hundegger. Auch darin würde man ja nur 44 Parkplätze schaffen.

„Wenn in dem Areal regelmäßig die Kontrolleure unterwegs und sind die Falschparker sanktioniert werden, löst sich das Problem schnell von alleine“, sagte Mühlhans. Das passt zum Gesamtkonzept der Gemeinde, sich einem Überwachungsverband anzuschließen (wir berichteten).

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Letztlich einigten sich die Räte einstimmig darauf, für die Studentenheime grünes Licht zu geben. In dem Beschluss werden aber mehr Stellflächen und die Überprüfung einer Tiefgarage gefordert.

Die Unterlagen gehen jetzt weiter ans Landratsamt. Wann soll es mit dem Bau los gehen, was kostet das Projekt? Auch dazu gibt es keine Auskünfte vom Bistum Augsburg.

Positiv und optimistisch zeigt sich dagegen Franz Pany, Stiftungsdirektor der Katholischen Bildungsstätten für Sozialberufe in Bayern. Sie ist die Trägerin der KSH. „Stiftung und Hochschule danken dem Gemeinderat für diese positive Entscheidung zum Wohle der Studierenden in Benediktbeuern“, sagt Pany. Einmal mehr habe sich das gedeihliche Miteinander von Gemeinde und Hochschule gezeigt: „Benediktbeuern ist eine wahrer Hochschulort.“

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