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Durstlöscher aus eigenem Obst: Saftpressen starten

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Von: Elena Royer

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Viele Obstpressen laufen schon.
Viele Obstpressen laufen schon. © Daniel Bockwoldt/dpa

Die Obstpressen im Landkreis laufen wieder an. Die Betreiber erwarten heuer sogar eine bessere Ernte als in den Vorjahren.

Bad Tölz-Wolfratshausen – In diesen Tagen nehmen die Obstpressen im Landkreis wieder ihren Betrieb auf. Die Betreiber sind zuversichtlich, dass es heuer besser wird als in den beiden vergangenen Jahren. „Recht viel schlechter als die letzten beiden Jahre geht’s fast nicht mehr“, sagt Anton Filgertshofer junior, Geschäftsführer von Fruchtsäfte Wenig in Schlegldorf. Heuer schätzt er die Lage besser ein, wenn auch insgesamt nur „im unteren Mittelfeld“. „Durch die Trockenheit ist es gebietsweise sehr unterschiedlich“, sagt er. Die Blüte sei gut gewesen, dann kam aber vielerorts Hagel. Zudem habe der fehlende Regen wehgetan. „Die Bäume haben einiges abgeworfen“, sagt Filgertshofer. Dass es mal nicht so viel Ertrag gibt, „das hat man immer wieder“, meint er. „Wir sind keine Obstbauregion. Im Hochland ist es immer gefährlich.“ Besonders der Ertrag bei den Birnen sei heuer extrem schlecht.

Strenge Kontrolle vor der Presse

Die Obstannahme für diese Saison startete bei Fruchtsäfte Wenig am 5. September. „Bei der Annahme erfolgt eine erste Kontrolle des Obstes, dort wird auch penibel geschaut, ob die Äpfel reif sind. Direkt vor der Presse erfolgt nochmals eine Kontrolle. Filgertshofer bittet die Interessenten, späte Sorten noch am Baum hängen zu lassen, denn „es kann nur reifes Obst verwendet werden.“ Gepresst wird täglich zwischen 8 und 11.30 und 17 bis 18 Uhr. Zusätzlich samstags von 8 bis 11.30 Uhr. Eine Anmeldung ist nicht nötig.

Seit dem 19. August läuft die Obstpresse des Obst- und Gartenbauvereins Königsdorf schon. „Das ist ein früher Termin, weil viel Obst runterfällt“, sagt Katharina Demmel, die Vorsitzende des Vereins. Besonders die frühen Sorten „Jakob Fischer“ und „Gravensteiner“ können schon gepresst werden. Nachdem die Ernte in den beiden vergangenen Jahren schlecht war, ist Demmel gespannt, wie es heuer wird. „Ich rechne und hoffe auf ein gutes Obstjahr“, sagt sie. „Die, die sich bislang zum Pressen angemeldet haben, haben viel Ertrag.“ Wer sein Obst in Königsdorf pressen lassen will, der soll sich vorher anmelden. Das ist täglich zwischen 17 und 20 Uhr möglich.

Voranmeldungen bei Beuerberger Saftpresse erwünscht

Eine Anmeldung ist auch beim Garten- und Verschönerungsverein in Beuerberg-Herrnhausen erwünscht. Dort wird seit dem 23. August immer dienstags und freitags gepresst. „Die Obstbäume hängen heuer unterschiedlich voll“, sagt Othmar Winterling, der Chef an der Beuerberger Obstpresse. Das hat er in seinem eigenen Garten beobachtet. „Wir werden dieses Jahr wohl oder übel sehr viel Obst mit Wurm verarbeiten“, sagt er. Mindestens 50 Kilogramm sollte das angelieferte Obst auf die Waage bringen. Zudem bittet der Garten- und Verschönerungsverein, nur saubere und nicht angefaulte Äpfel anzuliefern. So wird die Haltbarkeit des Saftes gewährleistet. Dass die Obstbäume heuer unterschiedlich voll hängen, bestätigt auch Irene Grünwald, die Vorsitzende des Vereins für Gartenbau und Ortspflege in Eurasburg. „Das kommt aber auch auf den Boden an“, sagt Grünwald. „Sandige Böden können eher nicht so viel Wasser speichern.“

Am 10. September soll es in Eurasburg mit dem Pressen losgehen. Die Presstermine sind im Internet aufgelistet, die Anmeldung erfolgt telefonisch. Dort gibt man auch die Obstmenge an. „30 Kilogramm sollten es schon sein, sonst rentiert es sich nicht“, so Grünwald. „Das ergibt normal etwa zehn Liter.“ Auch nach oben hingibt es Grenzen. „Unsere Presse ist zwar recht groß, da gehen einige Zentner drauf, aber mehr als 500 Kilogramm sollten es nicht sein“, sagt die Vorsitzende. Woran man merkt, dass die Äpfel perfekt zum Pressen sind? „Wenn man den Baum ein bisschen schüttelt und es fallen Äpfel runter, dann kann es losgehen.“

In Benediktbeuern Termine online vereinbaren

Eine weitere Anlaufstelle ist die Loisachtaler Obstpresse, ein Angebot des Obst- und Gartenbauvereins Benediktbeuern-Bichl. „Die Ernte ist heuer durchwachsen“, sagt auch Winfried Schmitt, der Vorsitzende Vereins. „Viele Bäume sind halb leer, andere tragen extrem viel.“ Das sieht man laut Schmitt auch an der Ernte des Klosters Benediktbeuern. „Die bringen sonst immer so um die 1200 Kilo Äpfel, heuer waren es nur 800.“ Insgesamt schätzt er die Lage fast ähnlich wie im vergangenen Jahr ein. In Benediktbeuern läuft die Saftpresse seit 2. September. Interessierte können online einen Termin vereinbaren, bei dem sie auch die Menge ihres Obstes angeben. „Dadurch verkürzt sich die Wartezeit extrem“, sagt Schmitt. Gepresst wird einmalig unter der Woche, nämlich am 7. und 8. September, ansonsten immer freitags und samstags.

Infos und Anmeldung:

Schlegldorf: Fruchtsäfte Wenig nimmt Obst täglich zwischen 8 und 11.30 und 17 bis 18 Uhr entgegen. Zusätzlich samstags von 8 bis 11.30 Uhr.

Königsdorf: Anmeldungen zum Obstpressen sind täglich von 17 bis 20 Uhr unter Telefon 0 81 79/88 71 oder 01 63/8 75 96 94 möglich.

Beuerberg: Die Presstage sind Dienstag und Freitag. Die Anmeldung erfolgt unter Telefon 01 76/72 96 34 32.

Eurasburg: Hier wird immer samstags ab 9 Uhr gepresst. Und zwar am 10. und 24. September sowie am 1., 8. und 15. Oktober. Die Anmeldung erfolgt montags und dienstags von 17 bis 20 Uhr unter der Telefonnummer 01 62/75 41 06 5.

Benediktbeuern: Die Anmeldung für die Obstpresse erfolgt im Internet unter der Adresse gvv-benediktbeuern.de

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